Berlin, 28. Februar 2007 - Mit den Importen und Exporten im Strommarkt von 112 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) liegt Deutschland im Jahr 2006 erneut europaweit an der Spitze. Die Importe betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 46,1 Mrd. kWh und die Exporte 66 Mrd. kWh. Das haben Berechnungen des Verbandes der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW ergeben. "Damit ist Deutschland erneut wichtigstes Transit-Land und Drehscheibe im europäischen Strommarkt", erklärte VDN-Geschäftsführer Konstantin Staschus.
28.2.2007
Deutschland ist Drehscheibe für den Strommarkt in Europa
Bilanz der physikalischen Importe und Exporte im Jahr 2006
Berlin, 28. Februar 2007 - Mit den Importen und Exporten im Strommarkt von 112 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) liegt Deutschland im Jahr 2006 erneut europaweit an der Spitze. Die Importe betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 46,1 Mrd. kWh und die Exporte 66 Mrd. kWh. Das haben Berechnungen des Verbandes der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW ergeben. "Damit ist Deutschland erneut wichtigstes Transit-Land und Drehscheibe im europäischen Strommarkt", erklärte VDN-Geschäftsführer Konstantin Staschus.
Die Bilanz des Jahres 2006 weist nach VDN-Angaben einen Exportüberschuss von knapp 20 Mrd. kWh aus. Der Saldo entspreche rund drei Prozent der deutschen Netto-Stromerzeugung. Er sei auch ein Hinweis auf die steigenden Transitmengen durch Deutschland in andere Länder und die dadurch zunehmende Belastung der deutschen Übertragungsnetze. Bei den hier aufgelisteten Werten handelt es sich um die an den Grenzkuppelstellen gemessenen, physikalischen Stromflüsse - also nicht etwa um Handelsgeschäfte oder Börsenangaben, erläuterte der VDN. Erhebliche Mengen aus Frankreich würden zum Beispiel über Deutschland in die Schweiz nach Italien fließen und sowohl Grenzkuppelstellen als auch innerdeutsche Übertragungsleitungen belasten.
Nach den Berechnungen des VDN kam mehr als ein Drittel dieser physikalischen Lieferungen (16,2 Mrd. kWh) und damit der größte Anteil der deutschen Stromeinfuhren im Jahr 2006 aus Frankreich. Danach folgte die Lieferungen Strom aus Tschechien (12,1 Mrd. kWh), Österreich und Dänemark (jeweils 5,8 Mrd. kWh). Gegenüber dem Vorjahr seien die Importe aus Dänemark und Schweden deutlich zurück gegangen. "Gründe sind dafür nach unseren Erkenntnissen vor allem ungünstigere Wasserverhältnisse in Skandinavien", erläuterte VDN-Geschäftsführer Staschus.
Der größte physikalische Stromfluss in ein Nachbarland Deutschlands wurden an den Grenzkuppelstellen zu den Niederlanden gemessen. 22,3 Mrd. kWh Strom bzw. 34 Prozent der deutschen Exporte flossen dorthin. Danach folgen laut VDN Österreich mit 14,8 Mrd. kWh (22 Prozent) und die Schweiz mit 13,7 Mrd. kWh (21 Prozent).
Tabelle: Import und Export von Strom nach/von Deutschland im Jahr 2006
physikalischer Stromfluss in Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh)
 | Import 2005 | Import 2006 | Export 2005 | Export 2006 |
| Österreich | 7,0 | 5,8 | 15,4 | 14,8 |
| Schweiz | 1,6 | 2,9 | 18,1 | 13,7 |
| Frankreich | 16,2 | 16,2 | 0,5 | 0,9 |
| Luxemburg | 0,8 | 0,8 | 5,0 | 5,1 |
| Niederlande | 0,3 | 0,3 | 19,2 | 22,3 |
| Dänemark | 10,4 | 5,8 | 0,6 | 4,0 |
| Tschechische Republik | 13,0 | 12,1 | 0,4 | 0,6 |
| Polen | 1,0 | 0,7 | 2,3 | 2,6 |
| Schweden | 3,1 | 1,5 | 0,4 | 2,0 |
| Insgesamt | 53,4 | 46,1 | 61,9 | 66,0 |
Quelle: Verband der Netzbetreiber - VDN - beim VDEW, Berlin