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Lexikon

Wasser-Kompass: Zahlen, Daten, Fakten!

Sie möchten wissen, wie viel Trinkwasser jeder Bundesbürger im Schnitt pro Tag nutzt? Wofür es verwendet wird und was es kostet? Hier finden Sie  Antworten und Erläuterungen zu den wichtigsten Begriffen zum Thema Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland.

Abwasser

Durch Gebrauch verändertes abfließendes Wasser und jedes in die Kanalisation gelangende Wasser, wie Schmutzwasser, Regenwasser, Fremdwasser, Mischwasser, Kühlwasser. Abwässer werden durch die Kanalisation gesammelt und transportiert, in Deutschland praktisch immer in Kläranlagen behandelt und danach in Gewässer eingeleitet.


Abwasserbehandlung

Gezielte Veränderung der Abwasserbeschaffenheit, z. B. durch Reinigung, Kühlung, Neutralisation. Entfernung von Inhaltsstoffen im Abwasser durch mechanische, biologische und chemische Prozesse (Entfernung von Nährstoffen und sonstigen abbaubaren Substanzen).


Abwasserbeseitigung

Gesamtheit aller Prozesse von der Sammlung, Ableitung und Reinigung bis hin zur Rückführung in die Gewässer.


Abwassergebühren

Die Abwassergebühr spiegelt den Aufwand für die Sammlung, Ableitung und Reinigung des anfallenden Schmutz- und Niederschlagswassers wider. Die Höhe der Abwassergebühren hängt von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab. Die Kommunalabgabengesetze der Länder verlangen, dass alle Kosten für Investitionen und Instandhaltungen in der Abwassergebühr enthalten sein müssen. Die topographischen Besonderheiten, wie große Höhenunterschiede oder geringe Anschlussdichte, können den Aufwand für die Abwasserentsorgung ebenfalls beeinflussen. Durchschnittlich müssen in Deutschland für die Abwasserentsorgung pro Person und Jahr 124,- € aufgebracht werden.


Abwasserreinigung (biologische)

Unter biologischer Abwasserreinigung versteht man den Abbau von gelösten organischen Substanzen durch Mikroorganismen.


Abwasserreinigung (mechanische)

Gemeinsam ist allen Klärverfahren, dass dem eigentlichen Klärprozess eine mechanische Entfernung von Grobstoffen in der Rechenanlage vorgeschaltet ist. Hier werden zum Beispiel Papier, Textilien, Holz und Plastik zurückgehalten. Ein Sandfang entfernt unter anderem Sand, Kies und Steine, ein Ölabscheider Fette und Öle.


Abwasserreinigung (weiter gehende)

Unter weiter gehender Abwasserreinigung versteht man Verfahren oder Verfahrenskombinationen, die in ihrer Reinigungswirkung über die herkömmliche, in der Regel mechanisch-biologische Abwasserreinigung, hinausgehen und besonders solche Stoffe (Nährstoffe) eliminieren, die am Ablauf einer mechanisch-biologischen Kläranlage noch enthalten sind, z. B. Stickstoff und Phosphor.


Brunnen

Anlagen, die der Trinkwassergewinnung dienen. Das Grundwasser wird mithilfe von Brunnen gefördert. Dazu werden Rohre in den Boden eingelassen, die bis in die wasserführende Schicht reichen. Mittels Pumpen oder durch natürlichen Druck (artesische Brunnen) wird das Wasser an die Oberfläche befördert.


Entwicklung des personenbezogenen Trinkwassergebrauchs von Haushalt und Kleingewerbe

Die Kunden gehen sinnvoll mit Wasser um – auch im internationalen Vergleich ist Deutschland nahezu Sparweltmeister. Unter den Industrienationen hat lediglich Belgien mit einem täglichen Pro-Kopf-Gebrauch von 122 Litern einen noch geringeren Haushaltswassergebrauch. Größter Wasserverbraucher sind die USA mit einem Wert von 295 Litern. Die öffentliche Wasserversorgung nutzt nur 3 % der verfügbaren Wasserressourcen. Angesichts dieser Ressourcensituation ist die Wasserversorgung in Deutschland auch langfristig sichergestellt.


Gewässerschutz

umfasst alle Maßnahmen, die unsere Gewässer und den damit verbundenen Lebensraum vor nachteiligen Veränderungen schützen. Gewässerschutz ist Umweltschutz und damit Aufgabe der Gesellschaft. Die Abwasserentsorgungs- und die Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland setzen sich aktiv für den Gewässerschutz ein. In den zurückliegenden Jahren haben die Abwasserentsorger in Deutschland viel Geld in den Neubau und die Modernisierung von Abwasseranlagen investiert – allein 2003 fast fünf Milliarden Euro. Sie haben damit unter anderem auf gestiegene gesetzliche Anforderungen an die Ableitung und Reinigung von Schmutz- und Regenwasser reagiert. Rund zwei Drittel der Investitionen entfielen auf die Erneuerung und den weiteren Ausbau der Kanalnetze.


Grundwasser

Bezeichnung für in Grundwasserleitern gespeichertes Wasser. In der Regel stammt dieses Wasser aus Niederschlägen oder Oberflächengewässern im Untergrund. Es sammelt sich auf einer wasserundurchlässigen Schicht in Hohlräumen oder zwischen Gesteinen. Durch den Versickerungsvorgang wird das Grundwasser gereinigt. Grundwasser tritt als Quellwasser wieder an die Erdoberfläche, mündet in ein Oberflächengewässer oder wird aus Brunnen zur Trinkwassergewinnung gefördert.


Grundwasserschutz

Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Grundwasserqualität sowie zur nachhaltigen Nutzung des Grundwassers.


Hausinstallation

Als Hausinstallation bezeichnet man die Trinkwasserleitungen und Armaturen im Haus, die sich zwischen der Hauptabsperrvorrichtung und dem Punkt befinden, wo das Trinkwasser im Gebäude entnommen wird.


Kanalisation

Leitungsnetz zur Sammlung und Ableitung von Abwasser. Man unterscheidet zwischen Misch- und Trennkanalisation, je nachdem, ob Schmutz- und Niederschlagswasser gemeinsam oder getrennt abgeleitet werden.


Kanalnetz

Gesamtheit der Kanäle, Abwasserdruckleitungen und zugehörigen Bauwerke (z. B. Abwasserpumpwerke, Regenrückhaltebecken, Sonderbauwerke) in einem Entwässerungsgebiet.


Kläranlage

Bezeichnung für eine Einrichtung, in der Industrie- und Haushaltsabwässer gereinigt werden. In der Regel erfolgt die Abwasserreinigung in drei Stufen. In der mechanischen Reinigungsstufe werden grobe und frei schwebende Feststoffe aus dem Wasser entfernt. Im Wasser gelöste Inhaltsstoffe werden in der biologischen Reinigungsstufe abgebaut. Die dritte Reinigungsstufe entfernt Phosphat und Stickstoff (Nitrat) aus dem Wasser. Abwässer werden heute wesentlich gründlicher gereinigt als noch vor wenigen Jahren, da immer mehr Haushalte an eine Kläranlage angeschlossen sind. Über das rund 500.000 Kilometer lange Kanalnetz sind in Deutschland inzwischen mehr als 96 Prozent der Haushalte an eine Kläranlage mit biologischer Reinigung angeschlossen. Über 10.000 öffentliche Kläranlagen ermöglichen eine Umsetzung der höchsten EU-Anforderungen bei der Abwasserreinigung.


Korrosion

Der Begriff Korrosion leitet sich vom lateinischen Wort "corrodere" ab und bedeutet "zernagen". Es ist die Reaktion eines Werkstoffes mit seiner Umgebung. Korrosion führt zu einer Veränderung oder sogar zur Zerstörung des Werkstoffes. Ein Beispiel für Korrosion ist das "Rosten" von Eisen. In Deutschland gibt es Vorschriften für den Einsatz von geeigneten Materialien in der Trinkwasserinstallation. So wird gewährleistet, dass es nicht zu Korrosion im Trinkwassernetz kommt.


Öffentliche Wasserversorgung

Die öffentliche Wasserversorgung obliegt als Aufgabe der Daseinsvorsorge grundsätzlich den Gemeinden. Sie betreiben dazu eigene Stadtwerke, Gemeindewerke oder Zweckverbände oder übertragen diese Aufgaben privaten Wasserversorgungsunternehmen. Sie stellen Trinkwasser in der durch die Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Qualität in der erforderlichen Menge und mit dem notwendigen Druck bereit. Gleichzeitig schützen sie die Wasservorkommen und sichern so die Ressourcen für die Zukunft.


pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für den Säuregrad des Wassers. Er bestimmt wesentlich die Auswahl von Materialien in der Hausinstallation. Die pH-Wert-Skala reicht von 0 bis 14. Gemäß der Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser einen pH-Wert nicht unter 6,5 und nicht über 9,5 aufweisen.


Phosphat

Chemische Verbindung, Salz der Phosphorsäure, Pflanzennährstoff. Phosphat ist meist Bestandteil von Handelsdüngern, findet sich als „Enthärter“ aber auch in Wasch- und Reinigungsmitteln. Gelangt es in Gewässer, kann es dort eine Überdüngung verursachen, in deren Folge sich zum Beispiel Algen übermäßig vermehren.


Quellwasser

Aus einer Quelle frei zu Tage tretendes Grundwasser.


Stickstoff

Als Nitrat besitzt Stickstoff besondere Bedeutung als Pflanzennährstoff, der im entscheidenden Maß an einer Überdüngung der Gewässer beteiligt ist. Bei der Abwasserreinigung legt man besonderen Wert auf die Entfernung stickstoffhaltiger Verbindungen.


Trinkwasser

Trinkwasser ist für den Menschen das wichtigste Lebensmittel. Seine Gewinnung und Verteilung unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen (Trinkwasserverordnung) und Rechtsnormen (z. B. DIN 2000 "Leitsätze für die zentrale Trinkwasserversorgung"). Es muss farb- und geruchlos, kühl und geschmacklich einwandfrei sein. Trinkwasser muss frei von Krankheitserregern sein und darf keine gesundheitsschädigenden Eigenschaften besitzen. Darüber hinaus darf es nur einen geringen Gehalt an gelösten Stoffen aufweisen, keine Korrosionsschäden am Leitungsnetz hervorrufen und es soll in genügender Menge mit ausreichendem Druck zur Verfügung stehen. 99 Prozent der Bürger Deutschlands erhalten Trinkwasser über die öffentliche Wasserversorgung. Das Trinkwasser in Deutschland hat im internationalen Vergleich eine hervorragende Qualität.


Trinkwasseraufbereitung

Sammelbezeichnung für alle Maßnahmen zur Optimierung der Trinkwasserqualität. Gängige Verfahren sind Flockung, Filtration, Desinfektion. Ziel ist, die Wasserressourcen so zu schützen, dass der Aufwand für die Aufbereitung möglichst gering ist.


Trinkwassergewinnung

Woher die Versorgungsunternehmen das Wasser zur Trinkwassergewinnung beziehen, hängt stark von den regionalen Gegebenheiten ab. Nahezu drei Viertel des Bedarfs wird über Grund- und Quellwasser gedeckt. Doch das ist nicht immer möglich, weil nicht überall in Deutschland Wasser in ausreichender Menge gefördert werden kann. Gibt es vor Ort zum Beispiel kein zur Trinkwassergewinnung nutzbares Grund- oder Quellwasservorkommen, wird auf andere "Wasserarten" zurückgegriffen, wie Seen- und Talsperrenwasser.


Trinkwassernutzung

Trinkwasser wird für unterschiedliche Bedürfnisse in Haushalt, Gewerbe und Industrie verwendet. Dem folgenden Diagramm entnehmen Sie, wie sich der durchschnittliche Pro-Kopf-Gebrauch von 131 Litern im Jahre 2003 täglich aufteilte. Der tägliche Pro-Kopf-Gebrauch hat sich in den vergangenen Jahren sehr verringert. Noch 1990 nutzte jeder Bundesbürger pro Tag durchschnittlich 147 Liter Trinkwasser. Das entspricht einem Rückgang von rund 20 % Prozent in den letzten 15 Jahren.


Trinkwasserpreis

Sechs Liter Trinkwasser kosten in Deutschland im Mittel nur einen Cent. In diesem Preis sind sogar schon die Mehrwertsteuer und der Grundpreis für den Anschluss enthalten. Das bedeutet eine tägliche Belastung 24 Cent pro Person und Tag. Der Trinkwasserpreis wird stark von regionalen Gegebenheiten geprägt. So ist er zum Beispiel in einer Flächengemeinde mit geringer Anschlussdichte in der Regel höher als in einer Stadt, wo mit relativ kurzen Transportleitungen viele Kunden erreicht werden können. Auch politische und gesetzliche Vorgaben in den einzelnen Bundesländern führen zu unterschiedlichen Preisen – etwa umwelt- und baurechtliche Bestimmungen, Wasserentnahmeentgelte, Ausgleichszahlungen. Eine hohe Trinkwassergüte, die Einhaltung strenger Grenzwerte, eine umfassende Überwachung der Trinkwasserqualität, der Bau sowie die kontinuierliche Pflege und der Betrieb des Rohrnetzes – das alles ist nicht zum Nulltarif zu haben.


Trinkwasserqualität

Die Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser werden in Deutschland in der Trinkwasserverordnung geregelt. Sie basieren auf in Europa einheitlichen Grenzwerten. Die Trinkwasserverordnung beschreibt die chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers und legt die Grenzwerte für bestimmte Inhaltsstoffe fest. Um den Verbrauchern jederzeit ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser anbieten zu können, investieren die Wasserversorgungsunternehmen kontinuierlich in den Ressourcenschutz sowie in die Erhaltung, Modernisierung und den weiteren Ausbau der Versorgungsanlagen. Diesen Anstrengungen verdankt man, dass die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz einnimmt.


Uferfiltration

Ein Verfahren zur Verbesserung der Qualität bei der Trinkwassergewinnung. Dabei sickert das Wasser auf natürlichem Wege durch das Gewässerufer oder die Gewässersohle in das umgebende Grundwasser. Mit in Ufernähe errichteten Brunnen wird das Uferfiltrat, in der Regel vermischt mit „echtem“ Grundwasser, gefördert und in Trinkwasseraufbereitungsanlagen weiterbehandelt.


Wassergewinnung nach Wasserarten 2001

Grundsätzlich kann Trinkwasser aus allen Wasserarten gewonnen werden. Entscheidend ist der nachhaltige Schutz der Ressource.


Wasserhärte

Trinkwasser enthält je nach Herkunft (Oberflächen-, Grund- oder Quellwasser) unterschiedliche Mengen der beiden Mineralstoffe Calcium und Magnesium. Ihr Gehalt bestimmt die Härte (den „Kalkgehalt“) des Wassers. Je mehr Calcium- und Magnesiumverbindungen gelöst sind, desto härter ist das Wasser.


Wasserkreislauf

Bezeichnung für die Zirkulation des Wassers zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre. Der Motor für den Wasserkreislauf ist die Sonne, die das Wasser am Boden verdunsten lässt. Es stammt vor allem von großen Wasserflächen (wie den Meeren) und von der Pflanzenverdunstung (etwa Wälder, Wiesen, Äcker). Der Wasserdampf verdichtet sich zu Wolken. Durch deren Niederschlag gelangt das Wasser zurück auf die Erdoberfläche. Hier fließt es teilweise dem nächsten Gewässer zu. Ein weiterer Teil versickert im Boden und fließt unterirdisch, bis es in einer Quelle wieder an die Oberfläche tritt oder auf anderen Wegen in die Gewässer gelangt. Der Kreislauf ist geschlossen.


Wassernutzung

Das Wasserangebot/Wasserdargebot bezeichnet die für eine bestimmte Zeit aus dem natürlichen Wasserkreislauf zur Verfügung stehende nutzbare Menge an Süßwasser. Durchschnittlich stehen uns in Deutschland jedes Jahr mehr als 180 Milliarden Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Der größte Teil dieser Wassermenge fließt über Bäche und Flüsse ungenutzt in das Meer ab, wo das Wasser erneut verdunstet. Da das Wasser bei der Nutzung nicht ver-, sondern nur gebraucht wird, fließt es anschließend wieder dem Wasserkreislauf zu, kann also erneut verwendet werden.


Wasserwerk

Betriebsstätte zur Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und ggf. Wasserspeicherung.