Energienetze, Regulierung und Mobilität

Die deutschen Strom- und Gasnetze stehen vor großen Herausforderungen. Eine sichere und leistungsfähige Netzinfrastruktur bildet die Basis für die Integration erneuerbarer Energien und damit für die Erreichung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung. Zugleich bieten sie die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für den Energiehandel in Europa. Als natürliche Monopole, die innerhalb der Wertschöpfungskette der Energieversorgung eine strategisch wichtige Position einnehmen unterliegen sie einem engen Regulierungsregime. Dies gewährleistet heute Wettbewerbern einen diskriminierungsfreien Zugang zu angemessenen Preisen. Der BDEW begleitet mit seinen Mitgliedern konstruktiv die Diskussionen zu Netzzugangsregeln, Erlösobergrenzen bis hin zu eigentumsrechtlichen Vorschriften für die Netzbetreiber ab.

Stand in der Vergangenheit die wirtschaftliche Effizienz der regulierten Unternehmen und die Stärkung des Wettbewerbs im Fokus der Regulierung, müssen nun Antworten auf die wachsenden Herausforderungen durch den Netzaus- und Umbau für die Integration der erneuerbaren Energien gefunden werden. Der BDEW setzt sich dafür ein, dass die Regulierung künftig stärker innovative Investitionen ermöglicht und steigenden Forschungs- und Entwicklungsbedarf berücksichtigt.

Die Netzunternehmen wollen handeln und investieren, dafür brauchen sie zügige Genehmigungsverfahren im Leitungsbau und international konkurrenzfähige Renditen. Wichtige Forderungen an die Energiepolitik sind daher, nachhaltige und verlässliche Rahmenbedingungen für die Energienetze zu schaffen und Investitionsanreize zu setzen, die den anstehenden Aus- und Umbau der Energienetze ermöglichen.

Die Regeln der Marktkommunikation - dazu gehören die Prozessbeschreibungen und Datenformate - werden unter der Federführung des BDEW mit den anderen Marktteilnehmern und Verbänden erarbeitet und von der Bundesnetzagentur festgelegt. Diese Regeln sind von allen Unternehmen der Energiewirtschaft umzusetzen und bilden damit die Basis für einen diskriminierungsfreien Wettbewerb. Die Datenformate sind dem Fachgebiet Informationsmanagement zugeordnet. Unter dem Begriff des Informationsmanagement werden die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zusammengefasst. Das Informationsmanagement befasst sich mit Grundsatzfragen und Rahmenbedingungen der IKT-Strategie und der Unterstützung der Geschäftsprozesse. Ferner vertritt der BDEW die IKT-Interessen der Mitglieder bei nationalen und internationalen Gremien, Regulierern und gegenüber der Industrie.

Auf den Mitgliederseiten der Rubrik "Energienetze und Regulierung" finden Sie ausführliche Erläuterungen, Leitfäden sowie Stellungnahmen und Gutachten zu sämtlichen aktuellen netzwirtschaftlichen und regulierungsbezogenen Themen und Prozessen.

Mobilität

Mobilität ist ein unverzichtbares Element unserer modernen Gesellschaft. Diese individuelle Freiheit hat ihren Preis: Kraftfahrzeuge verursachen in Deutschland etwa 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Ohne einen spürbaren Beitrag des Verkehrssektors lässt sich das Ziel, europaweit 80 Prozent dieser umweltschädlichen Emissionen bis zum Jahr 2050 einzusparen, nicht erreichen. Die Strom- und Gaswirtschaft kann bei der Umstellung auf eine zu-kunftsfähige und umweltfreundlichere Mobilität  einen wichtigen Beitrag leisten: Mit Erdgasfahrzeugen können die Schadstoffemissionen sofort deutlich gesenkt werden. Mittel- bis langfristig werden Elektrofahrzeuge zunehmend an Bedeutung gewinnen, da sie eine Reihe von Vorteilen haben: Sie fahren lokal vollkommen emissionsfrei und leise. Werden sie mit Strom aus erneuerbarer Energien betrieben, handelt es sich um Null-Emissionsfahrzeuge. Hinzu kommt ein beachtlicher energiewirtschaftlicher Zusatznutzen: Gesteuertes Laden und Rückspeisung aus den Fahrzeugbatterien in das Netz können langfristig die Integration der erneuerbaren Energien in das Stromnetz erleichtern und den notwendigen Netzausbaubedarf verringern.

Die Energiewirtschaft kann und will einen aktiven Beitrag bei der  Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Mobilitätslösungen leisten. Deshalb wurde im BDEW der Stabsbereich Mobilität gebildet. In Fragen der Erdgasmobilität unterstützt er die Aktivitäten des erdgas mobil e. V. zur Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für Erdgasfahrzeuge. Im Bereich der Elektromobilität kümmert er sich um alle Fragen des Infrastrukturaufbaus und bringt die Stimme der Elektrizitätswirtschaft in die Diskussionen mit der Politik und anderen Wirtschafts- sowie den Verbraucherverbänden ein. Einen Schwerpunkt bildet gegenwärtig die Mitarbeit in der von der Bundesregierung im Mai 2010 gegründeten Nationalen Plattform Elektromobilität. Dieser Arbeit kommt besondere Bedeutung zu: Beim Einsatz von Strom als "Kraftstoff" wird in vielerlei Hinsicht (z. B. intelligenter Netzausbau und Aufbau der Ladestationen, Abrechnung, Normung/Standardisierung) Neuland betreten. In der Marktvorbereitungsphase ist es besonders wichtig, die Weichen für zukunftsfähige Lösungen zu stellen.

Unsere Aktivitäten

  • Unterstützung der Mitgliedsunternehmen beim Auf- und Ausbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur
  • Normung- und Standardisierung
  • Informationsaustausch der Mitgliedsunternehmen und Erarbeitung von Branchenpositionen in mehreren Projektgruppen
  • Koordination der Arbeit der Elektrizitätswirtschaft in der "Nationalen Plattform Elektromobilität" und Unterstützung der dort mitarbeitenden Verbandsvertreter
  • Austausch mit anderen Verbänden, Erarbeitung von verbändeübergreifenden Positionen
  • Organisation und Durchführung von Workshops
  • Vergabe von Studien
  • Darstellung der Branchenaktivitäten und -positionen auf Messen und Kongressen.
Nach dem Login (oben rechts) finden Mitglieder weitere Informationen und Serviceleistungen.