Reinigung

Verlegung eines WasserrohresGereinigt wird das Abwasser in mehr als 10.000 hochmodernen Kläranlagen, die mit neuesten Technologien ausgerüstet sind. Etwa 97 Prozent aller Haushalte sind an die Kanalisation angeschlossen. 94 Prozent sind an Kläranlagen angebunden. Die übrigen haben Kleinkläranlagen oder Sammelgruben, deren Inhalt abgeholt und entsorgt wird. Damit belegt Deutschland bei der Abwasserentsorgung weltweit einen Spitzenplatz.

Das gesamte Kanalnetz in Deutschland hat eine Länge von rund 514.000 Kilometern. Es würde fast 13-mal um den Globus reichen. Auf seinem unterirdischen Weg zur Kläranlage darf kein Abwasser entweichen, weil es das Grundwasser belasten könnte. Darum werden jährlich rund fünf Milliarden Euro in Wartung, Instandhaltung, Erneuerung und Ausbau der Kanäle investiert. Häufigste Arbeiten im Kanalnetz sind das Überwachen seines Zustands, das Reinigen von Sand, Schlamm und Ablagerungen sowie das Beseitigen undichter Stellen.

Das Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie sowie das Regenwasser laufen über das Kanalnetz in die Kläranlagen. Dort wird das Abwasser in mehreren technisch aufwändigen Stufen zuerst mechanisch, dann biologisch und teilweise sogar chemisch gereinigt.

Reinigung von Wasser

Bei der mechanischen Vorreinigung werden grobe Stoffe wie Papier, Textilien oder Plastik durch Rechen entfernt. Im Sandfang werden Sand, Kies und Steine vom Wasser getrennt. Im Vorklärbecken werden schließlich Stoffe entfernt, die sich als Schlamm absetzen lassen oder an der Oberfläche schwimmen. In der biologischen Reinigungsstufe sorgen Mikroorganismen im Belebungsbecken dafür, organische Verschmutzungen und Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die Algenwachstum begünstigen, aus dem Abwasser zu entfernen.

Schließlich wird von dem dabei entstehenden Schlamm-Wasser-Gemisch in der Nachklärung der Schlamm abgetrennt. So werden auch feinste Partikel aus dem Abwasser entfernt, bevor es gereinigt in einen Fluss oder in ein Versickerungsgebiet und damit in die Natur eingespeist werden kann.

Die Abfallprodukte, die bei der Reinigung des Abwassers in der Kläranlage entstehen, werden verwertet oder entsorgt. Feste organische Rückstände werden überwiegend mit dem Hausmüll verbrannt. Die im Sandfang gesammelten Materialien werden teilweise im Straßenbau verwendet. Aus dem im biologischen Klärprozess erzeugten Klärschlamm wird in Faulbehältern Methangas gewonnen, das zur Energiegewinnung genutzt wird. Öle und Fette werden mit dem Klärschlamm ausgefault. Der verbleibende Klärschlamm wird als Dünger an die Landwirtschaft geliefert oder, falls er Schadstoffe enthält, verbrannt. Sichere und fachgerechte Abwasserentsorgung ist eine Aufgabe, die besonderes Wissen voraussetzt und hohe Anforderungen stellt.

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