Erdgas ist als leistungsstarker und flexibler Energieträger idealer Partner der erneuerbaren Energien im intelligenten Energiesystem des 21. Jahrhunderts.
Angesichts des politischen Fernziels einer CO2-neutralen Energieversorgung in 2050 hat die Politik ambitionierte Ziele zur Senkung von CO2-Emissionen, zur Stärkung der Energieeffizienz sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien formuliert. Dabei ist eines klar: Diese Ziele werden nur dann eine Chance zur Verwirklichung haben, wenn alle Maßnahmen technologieoffen umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund bieten Erdgas und Bio-Erdgas als leistungsstarke Energieträger im Wärmemarkt, in der Stromerzeugung und in der Mobilität vielfältige und effiziente Anwendungsmöglichkeiten beim nachhaltigen Umbau des Energiemarktes bis 2020 und können damit den Weg zum intelligenten Energiesystem 2050 bereiten. Im Wärmemarkt sind Erdgassystemlösungen wie die Erdgas-Brennwerttechnik der Treiber für eine schnelle, wirksame und bezahlbare CO2-Absenkung und Effizienzsteigerung im Heizungsbestand. Mit kurzer Amortisationsdauer und niedrigen CO2-Vermeidungskosten können bestehende Heizungssysteme mit Erdgasbrennwerttechnik ohne aufwändige Arbeiten an der Bausubstanz modernisiert werden. Durch den Austausch aller modernisierungsbedürftigen Heizungsgeräte durch modernste Erdgaswärmesysteme ließe sich die im Rahmen des Energiekonzeptes der Bundesregierung für den Wärmemarkt angestrebte CO2-Reduzierung erreichen. Darüber hinaus können dezentrale und systemintegrierende Maßnahmen, die innovative Heizungstechniken - insbesondere Mikro- und Mini-BHKW - mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien koppeln, eine verlässliche Zukunftsperspektive für einen nachhaltigen Wärmemarkt über 2020 hinaus eröffnen. Im Verbund mit Solarthermie und Bio-Erdgas macht die Erdgastechnologie zu vergleichsweise geringen CO2-Vermeidungskosten den Weg zur nachhaltigen und intelligenten Energieversorgung der Zukunft möglich. In einer zunehmend fluktuierenden Stromerzeugung sind moderne Erdgaskraftwerke bestens geeignet, die durch die verstärkte Einspeisung von erneuerbaren Energien entstehenden Schwankungen in der Stromerzeugung bei geringen Wirkungsgradverlusten auszugleichen. Der Einsatz von Erdgas in der Stromerzeugung ist eine wirtschaftlich erprobte, aus Umweltgesichtspunkten attraktive und technisch bewährte Technologie. Erdgasfahrzeuge sind heute marktreif und in der Lage, sofort einen erheblichen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu leisten. Der Vorteil steigt weiter an, wenn dem Erdgas Bio-Erdgas beigemischt wird. Bei ausschließlichem Bio-Erdgasbetrieb handelt es sich - wie bei mit erneuerbarem Strom betriebenen Elektrofahrzeugen - um Null-Emissions-Fahrzeuge. Langfristig können Erdgas und seine innovativen Anwendungen einen wesentlichen Beitrag zur verstärkten Integration der erneuerbaren Energien in das Energiesystem der Zukunft leisten. Intelligente Strom- und Gasnetze („smart grids“) können in Zukunft dezentrale KWK-Anlagen durch Vernetzung zu virtuellen Kraftwerken und so zu schnell steuerbaren Leistungsreserven zusammenschalten. Die Erdgasnetze können so auch als leistungsfähige und flexible Speicher für temporär überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien dienen.
27. April 2012
Madrid Forum beschließt Zielmodell für den europäischen Gasmarkt
Schwerpunkte der 21. Tagung des europäischen Erdgasregulierungsforums (Madrid Forum) vom 21. bis 22. März 2012 in Madrid waren einerseits die Annahme des vom Rat der Europäischen Energieregulierungsbehörden (CEER) entwickelten Zielmodells für den europäischen Gasmarkt sowie andererseits der Stand der Umsetzung des Dritten Energiebinnenmarktpakets, insbesondere mit Blick auf den Fortschritt bei der Erstellung der Rahmenleitlinien und Netzkodizes sowie auf das Komitologieverfahren zur Änderung der Leitlinien zum Engpassmanagement der neuen Gas-Verordnung. mehr...
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