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1. Halbjahr 2020: Erneuerbare Energien decken die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland

Das entspricht einem Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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In der ersten Jahreshälfte haben die Erneuerbaren Energien rund 50 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Die Hauptursachen für diese Entwicklung: eine gestiegene Erzeugung aus Erneuerbaren Energien aufgrund günstiger Witterungsverhältnisse und ein Rückgang des Stromverbrauchs aufgrund der Corona-Beschränkungen.

Die Erzeugungszahlen im Einzelnen

Im 1. Halbjahr 2020 lag die Bruttostromerzeugung bei knapp 280 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) – ein Rückgang von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2019: 310 Mrd. kWh). Dem stand ein Bruttostromverbrauch in Deutschland von rund 272 Mrd. kWh gegenüber (1. Halbjahr 2019: 289 Mrd. kWh). Das entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent.

Insgesamt wurden gut 135 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt (1. Halbjahr 2019: 127 kWh). Davon stammten 60 Mrd. kWh aus Wind onshore, 27 Mrd. kWh aus Photovoltaik, gut 22 Mrd. kWh aus Biomasse, knapp 14 Mrd. kWh aus Wind offshore und 9 Mrd. kWh aus Wasserkraft. Der Rest entfiel auf biogene Siedlungsabfälle und die Geothermie. Aus konventionellen Energieträgern und Kernenergie wurden gut 144 Mrd. kWh erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es 182 Mrd. kWh.

Ökostromanteil: Zwei Berechnungsmöglichkeiten

Der Anteil Erneuerbarer Energien bezogen auf den Bruttostromverbrauch betrug im 1. Halbjahr dieses Jahres 49,7 Prozent (1. Halbjahr 2019: 44,1 Prozent). Den Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch zu bemessen, ist die gängige Berechnungsgrundlage. Sie geht zurück auf europäische Vorgaben und steht im Einklang mit den Zieldefinitionen der Bundesregierung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der Bruttostromverbrauch bildet das gesamte Stromsystem eines Landes ab.

Eine andere Möglichkeit ist, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung zu messen. Sie umfasst die gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge, also auch die Strommengen, die exportiert werden. Der Anteil Erneuerbarer Energien im 1. Halbjahr 2020 auf Basis der Bruttostromerzeugung beträgt 48,4 Prozent.

Im Unterschied zu Analysen Anderer stellen die von ZSW und BDEW ermittelten Werte nicht nur auf die Einspeisung in die Stromnetze Deutschlands ab, sondern auf die Bruttostromerzeugung aller Akteure auf dem Strommarkt. Außerdem wird dabei nicht nur die Eigenerzeugung von Industrie und Gewerbe betrachtet, auch selbstverbrauchte Mengen aus PV-Dachanlagen von Privatpersonen oder die Erzeugung von kleinen Blockheizkraftwerken werden einbezogen.

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