07. August 2012, Berlin

Gemeinsame Presseinformation

Systemwechsel bei Netzanbindung von Offshore-Windparks erforderlich

Übertragungsnetzbetreiber und Branchen-Institutionen legen detailliertes Eckpunktepapier vor:

Um den für eine erfolgreiche Energiewende notwendigen Ausbau von Windkraftanlagen auf See sicherzustellen, ist ein grundlegender Systemwechsel bei der Errichtung von Offshore-Windparks und den zugehörigen Netzanbindungen notwendig. Das ist die Kernforderung eines heute veröffentlichten Eckpunktepapiers, das die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, das Offshore Forum Windenergie, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) und die Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH und 50Hertz Transmission GmbH in den vergangenen Wochen gemeinsam erarbeitet haben.

Im Mittelpunkt des Papiers steht ein Konzept, das in Zukunft die volkswirtschaftlich effiziente und zeitlich aufeinander abgestimmte Fertigstellung eines Offshore-Windparks auf der einen und die notwendige Netzanbindung auf der anderen Seite gewährleisten soll. Um dieses Ziel zu erreichen, soll im Rahmen einer langfristig angelegten Planung verbindlich festgelegt werden, zu welchem Datum welche Offshore-Netzanbindung fertig gestellt sein muss. Diese zeitlichen Festlegungen sollen im Offshore-Netzplan erfolgen, welcher vom Gesetzgeber in den Bundesbedarfsplan integriert wird.

Auf der Grundlage dieser Ablaufplanung sollen die Übertragungsnetzbetreiber und die Betreiber von Offshore-Windparks verbindliche Realisierungsfahrpläne vereinbaren. Der Rechtzeitigkeitsanspruch aus dem Energiewirtschaftsgesetzt (§ 17 Abs. 2a EnWG: "...die Netzanbindungen müssen zu dem Zeitpunkt der Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Offshore-Anlagen errichtet sein.") soll entfallen und durch eine räumlich und zeitlich verbindliche Langfristplanung ersetzt werden. Darin soll die gesetzliche Pflicht des Übertragungsnetzbetreibers definiert werden, eine bestimmte Netzanbindung zu einem bestimmten Zeitpunkt herzustellen. Ergebnis wäre eine höhere Investitionssicherheit: Die Übertragungsnetzbetreiber, die Entwickler von Offshore-Windparks sowie die Hersteller und Zulieferer von Offshore-Windenergieanlagen, Fundamenten, Konverterplattformen und Kabeln könnten ihre Investitionsentscheidungen mit Blick auf das gemeinsame Zieldatum treffen. Dies würde auch die Planungs- und Rechtssicherheit erhöhen.

Einmal jährlich zu einem bestimmten Datum sollen die Entwickler von Offshore-Windparks die Möglichkeit haben, einen Antrag auf Netzanbindung zu stellen. Die Bundesnetzagentur und das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) könnten anschließend auf Basis verschiedener Kriterien wie zum Beispiel dem Stand des jeweiligen Planfeststellungsverfahrens bzw. dem Datum der Genehmigung zur Errichtung des Offshore-Windparks über die Anträge entscheiden.

Eine entscheidende Rolle für die Umsetzung des Systemwechsels spielen der Offshore-Netzplan und seine Integration in den Bundesbedarfsplan. Die räumliche und zeitliche Steuerung der Netzanschlüsse sollte insofern erstmalig bei der Erstellung des Bundesbedarfsplans 2012 berücksichtigt werden.

Der bisherige Ansatz singulärer Netzanbindungen hat auch bei Berücksichtigung der nunmehr vorgesehenen Clusteranbindungen dazu geführt, dass erhebliche energie- und volkswirtschaftliche Risiken entstanden sind. Um diese Risiken zu minimieren, wird der Aufbau eines "flexiblen" Netzes angestrebt, das durch technisch und volkswirtschaftlich effiziente Vermaschung Netzausfälle und Verzögerungen auffangen und die Systemsicherheit dauerhaft erhalten kann.

Neben den dargestellten Eckpunkten ist aus Sicht der Verfasser eine nachhaltige Lösung für die Offshore-Anbindungen und deren Finanzierung notwendig, damit der notwendige Netzausbau an Land und auf See gewährleistet werden kann.

Die Bundesregierung hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Offshore-Windenergie: Bis 2020 sollen zehn Gigawatt, bis 2030 rund 25 Gigawatt Windkraftleistung auf dem offenen Meer realisiert werden. Die detaillierten Vorschläge des heute veröffentlichten Eckpunktepapiers bilden eine geeignete Basis, um mit dem notwendigen Systemwechsel die Offshore-Ziele der Politik in dieser Größenordnung erreichen zu können.

Das Positionspapier "Eckpunkte eines Systemwechsels bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks" zum Download: http://ww.offshore-stiftung.de.


Weitere Informationen

Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE:
Jörg Kuhbier
Vorstandsvorsitzender
+49 30 275 95 241
j.kuhbier@offshore-stiftung.de

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA):
Thorsten Herdan
Geschäftsführer VDMA Power Systems
+49 69 6603 1351
thorsten.herdan@vdma.org

Offshore Forum Windenergie (OFW):
Ursula Prall
Geschäftsführerin
+49 40 3410 690
prall@ofw-online.de

TenneT TSO GmbH:
Ulrike Hörchens
Pressesprecherin
+49 (151) 17131120
Ulrike.Hoerchens@tennet.eu

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):
Jan Ulland
Stv. Pressesprecher
+ 49 30 300 199 1162
jan.ulland@bdew.de

50Hertz Transmission GmbH:
Volker Kamm
50Hertz-Pressesprecher
+ 49 30-5150-3417
volker.kamm@50hertz.com

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Pressesprecher / Press Spokesman
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