06. Juli 2010

BDEW stellt Kundenbilanz der Wasserwirtschaft vor:

Kundenbilanz erhöht Transparenz bei Wasserpreisen

Bundesweit einheitliches Instrument zur Darstellung der unterschiedlichen örtlichen Leistungen und Kostenbestandteile des Wasserpreises entwickelt

Berlin, 6. Juli 2010 - Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat heute in Berlin die Kundenbilanz vorgestellt - ein Instrument, mit dem die Preis-Transparenz erhöht sowie die örtlich unterschiedlichen Leistungen und jeweiligen Kostenbestandteile des Wasserpreises aufgezeigt werden können. Mit der Kundenbilanz können Wasserversorger auch vor dem Hintergrund der zum Teil oberflächlichen Preisdiskussionen systematisch darstellen, welchen Einfluss die strukturellen Rahmenbedingungen vor Ort haben. Beispiele hierfür sind etwa die regional sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Wassergewinnung, die Wasseraufbereitung und -verteilung sowie verschiedene Leistungs- und Qualitätsmerkmale.

"Anhand der Kriterien Wasserherkunft, Rohwasserqualität, Geologie, Topografie, Urbanität und Siedlungsdichte erfasst die Kundenbilanz strukturelle Rahmenbedingungen, die sich auf die Trinkwasserkosten auswirken. Diese Rahmenbedingungen können von Ort zu Ort sehr unterschiedlich ausfallen und daher unterschiedlich hohe Kosten verursachen", erläuterten Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW, und Volker Staufert, Vorstandsmitglied der RheinEnergie AG, Köln. Staufert präsentierte die Kundenbilanz am konkreten Beispiel der RheinEnergie.

"Die Verbraucher wollen wissen, wofür sie zahlen und wie sich ihr Preis vor Ort bildet. Hier setzt die Kundenbilanz an. Mit diesem auf Initiative des BDEW entwickelten Instrument liegt erstmals eine bundesweit einheitliche Methodik zur Aufschlüsselung der einzelnen Kostenbestandteile und ihrer jeweiligen Anteile am Wasserpreis unter Berücksichtigung der damit erzielten Qualität und Leistungen vor", so Weyand. Die Kundenbilanz zeige, wie sich die Wasserpreise pro Kopf und Jahr in einem Versorgungsgebiet zusammensetzen und wo investiert wird, um Qualität und Versorgungssicherheit dauerhaft gewährleisten zu können.

Staufert: "Wir können mit Hilfe der Kundenbilanz anschaulich darstellen, welche Abgaben und Steuerbelastungen der Wasserpreis der RheinEnergie enthält, welche Leistungen wir zum Beispiel für die oberflächennahe Trinkwassergewinnung erbringen müssen und wie sich dies im Vergleich zur Wassergewinnung aus Tiefengrundwasser in unseren Kosten widerspiegelt. Wir haben uns für die Anwendung der Kundenbilanz entschieden, weil wir unseren Kunden mit diesem Instrument die Kostenbestandteile des Wasserpreises anschaulich darstellen und Preisunterschiede erläutern können."

Die Kundenbilanz zeigt zusätzlich anhand der fünf Merkmale Wasserqualität, Umweltschutz, Instandhaltung, Versorgungssicherheit und Kundenservice Leistungs- und Qualitätsmerkmale der jeweiligen Anbieter. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind Steuern und Abgaben, also neben der Mehrwertsteuer zum Beispiel die von den Wasserversorgern zu zahlenden Konzessionsabgaben oder Wasserentnahmeentgelte, die sich deutschlandweit erheblich unterscheiden.

Mit der Kundenbilanz kann jedes Wasserversorgungsunternehmen ausweisen, welche Leistung und Qualität es unter den jeweiligen örtlichen Bedingungen sichert und den Kunden die damit möglicherweise verbundenen Preisunterschiede erläutern. "Durch eine Teilnahme an der Kundenbilanz können Wasserversorger aktiv die Diskussion um die Trinkwasserpreise versachlichen", so Weyand.

Die Kundenbilanz wurde gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verbänden entwickelt. Die Konzeption dieses Instruments wurde von einer Expertenplattform begleitet. Im Rahmen einer BDEW-Veranstaltungsreihe in allen Regionen Deutschlands informiert der BDEW seine Mitgliedsunternehmen über die Anwendung der Kundenbilanz. Gleichzeitig erhalten die Wasserversorger ein Angebot, wie sie sich praktisch an der Kundenbilanz beteiligen können.

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Jan Ulland
Stv. Pressesprecher
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