26. März 2012, Berlin

BDEW zum Treffpunkt Netze 2012:

Müller: Dringender Handlungsbedarf bei Verteilnetzen

Erfolg der Energiewende setzt Regulierungswende voraus / Ende 2011 lag installierte Leistung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen bei 54.000 MW

Ein Jahr nach der Energiewende in Deutschland fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ein Umdenken der Politik, um die Planung und den Ausbau der Energienetze deutlich zu beschleunigen: "Ein intelligentes Energieversorgungssystem benötigt auch eine intelligente Regulierungspolitik. Der Erfolg der Energiewende setzt zwingend eine Regulierungswende voraus. Dabei muss der regulatorische und bürokratische Aufwand in Zukunft weniger und nicht mehr werden. Es gibt dringenden Handlungsbedarf beim Ausbau der regionalen Verteilnetze. Auch die Bundesländer stehen jetzt in der Verantwortung, um die Energiewende und den beschleunigten Ausbau der Netze umzusetzen. Wir brauchen eine bessere Koordinierung zwischen Bund und Ländern." Das sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, vor dem BDEW-Fachkongress "Treffpunkt Netze 2012". Auf dem Branchentreffen der deutschen Netzwirtschaft kommen am 27. und 28. März rund 400 Entscheider aus Politik, Regulierung und Netzwirtschaft in Berlin zusammen.

Die Politik habe in den zurückliegenden Monaten im Zuge der Energiewende zwar einige Gesetzesänderungen herbeigeführt. So wurden die Rahmenbedingungen zum Beispiel für Übertragungsnetzbetreiber und Betreiber von Gas-Fernleitungsnetzen verbessert und neue Verfahren zum Netzausbau auf den Weg gebracht. "Jedoch haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für Netzinvestitionen bisher nicht verbessert. Es gibt noch viel beim dringend notwendigen Um- und Ausbau der Energienetze zu tun", betonte Müller. In einigen Regionen sei in diesem Winter bereits zu beobachten gewesen, dass es in den deutschen Netzen eng werden könne.

Der Blick der politisch Verantwortlichen müsse sich endlich auch auf die Verteilnetze richten. "Über 90 Prozent der Erneuerbaren Energien werden an Verteilnetze angeschlossen. Die Verteilnetzbetreiber brauchen für diese Herausforderungen und Investitionen entsprechende Rahmenbedingungen und zwar so schnell wie möglich", erklärte Müller. Zum Jahresende 2011 waren nach BDEW-Angaben bereits Kapazitäten von Windenergie- (29.000 MW) und Photovoltaikanlagen (25.000 MW) in Höhe von insgesamt 54.000 Megawatt installiert. "In der BDEW-Verteilnetzstudie haben die Gutachter bei 66.000 Megawatt installierter Leistung einen Ausbaubedarf im Verteilnetzbereich von 195.000 Kilometern bei einem Investitionsbedarf von rund 13 Milliarden Euro ermittelt. Dies wurde jedoch bis zum Jahr 2020 erwartet. Bei dem derzeitigen Ausbautempo könnten wir diese Ausbauzahlen durchaus schon deutlich früher erreicht haben. Ich denke, dies zeigt eindrucksvoll, dass wir es uns nicht mehr leisten können, lange über die Notwendigkeit des Netzausbaus zu diskutieren", erläuterte Hildegard Müller.

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