20. Juni 2012, Berlin

BDEW zum Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität:

Infrastruktur für Elektromobile mit Augenmaß aufbauen

Behutsamer Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vermeidet Fehlinvestitionen / Schaufensterprogramme liefern wichtige Erkenntnisse

"Es ist ein wichtiges Signal, dass sich die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) für einen am Bedarf orientierten Aufbau der Ladeinfrastruktur ausgesprochen hat. Damit bestätigt der Fortschrittsbericht die Haltung der Energiebranche, die öffentliche Ladestruktur behutsam aufzubauen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) anlässlich der heutigen Übergabe des Fortschrittsberichts der NPE an die Bundesminister Ramsauer und Rösler.

Die Energiewirtschaft hat in den vergangen Jahren bereits eine beachtliche Zahl von Stromtankstellen aufgebaut. Knapp 2.250 öffentlich zugängliche Ladepunkte standen zum Jahresbeginn 2012 für etwa 4.500 Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Die Fachleute der NPE sehen die Gefahr, dass dieser Ausbau ins Stocken geraten könnte, da ein wirtschaftlicher Betrieb der Ladesäulen auf absehbare Zeit nicht möglich ist. Die notwendigen Investitionskosten bis 2020 werden auf bis zu 1,35 Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen laut Bericht noch die Kosten für Wartung und Betrieb. "Unsere Unternehmen sind erheblich in Vorleistung gegangen, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Jetzt geht es darum, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Ausbau zu verstetigen", sagte Müller.

Wichtige Erkenntnisse für den Aufbau des Systems Elektromobilität erwarten die Experten der NPE von den sogenannten Schaufensterprojekten. Ab Ende dieses Jahres soll in vier Regionen das Zusammenspiel von Fahrzeugen, Infrastruktur und der dazu nötigen Informations- und Kommunikationstechnologie erprobt werden. "Durch die Schaufensterprojekte werden wir nicht nur Anhaltspunkte für die richtige Dimensionierung der öffentlichen Ladeinfrastruktur erhalten. Wir werden auch lernen, wie die Elektrofahrzeuge optimal in das Stromnetz eingebunden werden und somit zum Beispiel einen Beitrag zur Integration der Erneuerbaren Energien leisten können", sagte Müller. Die in den Elektrofahrzeugen vorhandenen Batterien stellen laut BDEW langfristig ein beachtliches Speicherpotential dar, das dazu dienen kann, Strom aus Wind und Sonne dann zu speichern, wenn er nicht anderweitig gebraucht wird.

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