19. Oktober 2012, Berlin

BDEW zur Diskussion um die künftige Höhe der Netzentgelte:

Hildegard Müller: Die Politik hat die Weichen für die Entwicklungen der Netzentgelte gestellt

Netzentgelte hängen von den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort ab / Anteil der Netzentgelte am Strompreis liegt bislang bei rund 20 Prozent

"Die Entwicklung der konkreten Netzentgelte hängt im Wesentlichen davon, wie stark der jeweilige Ausbau der Erneuerbaren Energien in den einzelnen Regionen voranschreitet. Über 90 Prozent der stark wachsenden Erneuerbaren Energien werden an die Verteilnetze angeschlossen Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 900 Netzbetreiber. Daher werden sich die Netzentgelte im nächsten Jahr sehr unterschiedlich entwickeln." Das erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute in Berlin. "Ich möchte daran erinnern, dass die Politik die entscheidenden Weichen für diese Entwicklungen gestellt hat. Hinzu kommt: Es wurden zahlreiche Umlagen festgelegt und zum Teil neu eingeführt, die sich insgesamt preissteigernd auf die Netzentgelte im nächsten Jahr auswirken werden. Die Unternehmen geben diese staatlich verordneten und von der Bundesnetzagentur überprüften Umlagen lediglich weiter", erläuterte Müller. Auch die Netzentgelte selbst werden von staatlichen Regulierungsbehörden insbesondere nach dem Kriterium Kosteneffizienz geprüft und genehmigt.

"Klar ist: Ohne den Ausbau der Netze wird der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht möglich sein. Insbesondere der starke Zubau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen stellt die Unternehmen in einigen Regionen vor große Herausforderungen. Es müssen bestehende Stromleitungen verstärkt, neue Stromleitungen verlegt sowie Trafostationen und andere technische Einrichtungen installiert werden", sagte Müller.

In den kommenden Wochen wird die jeweilige Höhe weiterer staatlich festgelegter Umlagen ermittelt. Dabei handelt es um die Umlage nach Paragraph 19 der Stromnetzentgeltverordnung und die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Hinzu kommen wird die Offshore-Umlage. Diese Umlagen werden in die Netzentgelte einfließen.

Nach Angaben des BDEW sind die Netzentgelte für Haushalts- und Gewerbekunden seit 2006 um über 20 Prozent gesunken. Inzwischen liegt der Anteil der Netzentgelte am Strompreis eines Haushaltskunden bei rund 20 Prozent. "Ich gehe aber davon aus, dass dieser Anteil im nächsten Jahr im Durchschnitt steigen wird. Die genaue Höhe dieser Steigerung lässt sich jedoch noch nicht seriös prognostizieren", betonte Müller.

Die Energiewirtschaft weist seit langem darauf hin, dass die politisch gewollte Energiewende nicht umsonst zu haben ist. Müller: „Dass der Ausbau der Netze Geld kosten wird, hat auch die Bundesnetzagentur bereits festgestellt. In der jetzigen Diskussion müssen auch die Mitverantwortung übernehmen, die vom Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Allein nach der BDEW-Verteilnetzstudie müssen für den Ausbau des Verteilnetzes von bis zu 27 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 investiert werden.


Weitergehende BDEW-Informationen
Zu Veröffentlichungsterminen von staatlichen Strompreisbestandteilen:

EEG-Umlage: wurde am 15. Oktober 2012 mit Wirkung zum 1. Januar 2013 veröffentlicht.

Netzentgelte: bis zum 15. Oktober 2012 wurden die voraussichtlichen Netzentgelte veröffentlicht - endgültig bis zum 31. Dezember 2012 - mit Wirkung zum 1. Januar 2013.

Umlage Paragraph 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV): Veröffentlichung am 20. Oktober 2012 durch die ÜNB mit Wirkung zum 1. Januar 2013.

KWK-G-Aufschlag: Für die Veröffentlichung gibt es keinen verbindlichen Termin - bei rechtzeitiger Vorlage der Daten streben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) eine Veröffentlichung Ende Oktober 2012 an - Wirkung zum 1. Januar 2013.

Neue Offshore-Haftungsumlage (bzw. EEG-Haftungsumlage) nach Paragraph 17f EnWG-Änderungsgesetz-Entwurf: Veröffentlichung durch die ÜNB auf Basis des Paragraphen 17 EnWG-Änderungsgesetz-Entwurf am 15. Oktober 2012 mit Wirkung zum 1. Januar 2013.

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