27. November 2012, Berlin

BDEW zum Monitoringbericht Energie 2012 der Bundesnetzagentur:

Wettbewerb verbessert sich - Marktbedingungen für die Energieunternehmen verschlechtern sich

Großhandelspreise für Strom lagen zwischen fünf bis 15 Prozent höher / Wettbewerb auf dem Gasmarkt entwickelt sich weiter dynamisch

"Der neue Monitoringbericht macht deutlich, dass sich der Wettbewerb auf dem deutschen Gas- und Strommarkt ständig verbessert, während sich die Marktbedingungen für die Energieunternehmen weiter verschlechtern. Darüber hinaus stellen Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt fest, dass die Großhandelspreise für Strom im Spot- und Terminmarkt 2011 gegenüber dem Mittelwert aus dem Jahr 2010 um fünf bis 15 Prozent gestiegen sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisdiskussion sollten diese Zahlen ebenfalls mit in die Betrachtungen einbezogen werden, bevor weitere haarsträubende Behauptungen zum Stromeinkauf der Unternehmen aufgestellt werden." Das erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in einer ersten Reaktion zu dem heute vorgestellten Monitoringbericht.

Der Monitoringbericht bescheinigt mit einer durchschnittlichen Unterbrechungsdauer von 15,3 Minuten pro Kunde im Jahr eine nach wie vor sehr hohe Versorgungsqualität beim Strom. "Jedoch wird auch deutlich, dass sich die Zahl der angespannten Netzsituationen und damit der Einsatz von Redispatch-Maßnahmen stark erhöht haben. Die Abregelungen bei Erneuerbare Energien-, Kraft-Wärme-Kopplungs- und Grubengas-Anlagen haben sich mehr als verdreifacht", erläuterte Müller.

Das Bundeskartellamt kommt außerdem zu dem Schluss, dass aufgrund der bisherigen Regelungen bei den Erneuerbaren Energien Risiken für den Markt und den Wettbewerb entstehen. Diese würden zu Verdrängungen und Verwerfungen bei der wettbewerblich organisierten konventionellen Stromerzeugung führen. "Die Behörde erklärt, dass weitere regulierende Eingriffe zur Beeinträchtigung des Marktes führen und daher wettbewerbliche Lösungen im Sinne der Versorgungssicherheit anzustreben sind. Diese Position unterstützt die deutsche Energiewirtschaft ausdrücklich. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich an die Strategische Reserve erinnern, die die im BDEW organisierte Energiewirtschaft als Branchenlösung für dringend benötigte Kapazitäten in den nächsten Wintern vorgeschlagen hat. Dies ist ein transparentes und marktnahes Verfahren, das einem weiteren, staatlichen Regulierungseingriff vorgezogen werden sollte", so Müller.

Die Energiebranche teile ausdrücklich auch die Auffassung von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt, dass sich der Wettbewerb gerade auf dem Gasmarkt sowohl auf Großhandelsebene als auch im Endkundenmarkt weiter dynamisch entwickelt hat. Nach Angaben der Regulierungsbehörde ist die Intensivierung des Wettbewerbs vor allem auf die Liquidität und Effizienz der Großhandelsmärkte sowie die Nutzung der Spot- und Terminmärkte zurückzuführen. Die Lieferantenvielfalt im Gasmarkt sei deutlich gestiegen. "Der neue Bericht zeigt eindrucksvoll, dass der Wettbewerb nicht nur bei Strom, sondern auch bei Gas im Endkundenmarkt in Deutschland zu den wettbewerbsintensivsten in der Europäischen Union gehört. Im Gegensatz zum Wettbewerbsmarkt Deutschland greift in vielen anderen europäischen Ländern der Staat bei der Festsetzung der Energiepreise direkt ein", sagte Müller.

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