12. März 2013, Berlin

Aktuelle BDEW-Zahlen zu Heizungssystemen in Neubau und Bestand:

Erdgas bleibt Nummer eins in Neubau und Bestand

BDEW: CO2-Minderungspotenzial im Gebäudebestand heben / Gaswirtschaft mit Gemeinschaftsstand auf der Weltleitmesse ISH

"Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung muss endlich auch der Wärmemarkt stärker ins Blickfeld der Politik gelangen: Immerhin 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf den Wärmemarkt. Rund zwei Drittel der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. Das CO2- Minderungs- und Energieeinsparpotenzial ist dementsprechend hoch", sagte Anke Tuschek, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), anlässlich der heutigen Eröffnung der "ISH - Weltmesse für Bad, Energie-, Klimatechnik und Erneuerbare Energien" in Frankfurt am Main. "Wenn wir die Energieeffizienzziele wirklich ernsthaft verfolgen wollen, dann ist die von der Bundesregierung ergänzte Förderung der energetischen Gebäudesanierung nach dem Scheitern im Vermittlungsausschuss leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier müssen zur Steigerung der Energieeffizienz weitere Angebote im Gebäudebereich erfolgen", so Tuschek.

In Deutschland wurde nach vorläufigen Angaben des BDEW im Jahr 2012 knapp die Hälfte der insgesamt 38,2 Millionen Wohnungen mit Erdgas beheizt (49,2 Prozent). In 12,8 Prozent aller Wohnungen wird Fernwärme genutzt, während Heizöl in 29 Prozent aller Wohnungen für Wärme sorgt. Strom (Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen) lieferte für 6,1 Prozent die Heizenergie. Der Anteil der übrigen Festbrennstoffe (darunter u.a. Holz, Koks/Kohle) lag bei 2,9 Prozent.

"Im Bestand sollte eine schnelle, effiziente und bezahlbare Modernisierung auf bewährte und klimaeffiziente Anwendungen wie der Gasbrennwert- technik aufsetzen. Erdgassystemlösungen zum Beispiel in Kombination mit Solartechnik sind der Treiber für eine schnelle, wirksame und bezahlbare CO2-Absenkung und Effizienzsteigerung im Heizungsmarkt. Darüber hinaus ist der Einsatz von dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung beispielsweise in Verbindung mit Fernwärmesystemen auch langfristig eine sinnvolle Option zur CO2-Reduktion in der Strom- und Wärmeversorgung", so Tuschek.

Auch im Neubau bleibt Erdgas nach aktuellen Daten Nummer eins bei den Heizungssystemen. 49,8 Prozent aller neuen Wohnungen wurden 2012 mit einer Erdgasheizung ausgestattet. Wärmepumpen hatten einen Anteil von 24,5 Prozent, gefolgt von Fernwärme mit 16,6 Prozent. Die verbleibenden Anteile entfielen auf Heizöl (0,9 Prozent), Stromheizungen (0,6 Prozent) und sonstige Heizungssysteme (7,6 Prozent, darunter vor allem Holzpellet-Heizungen). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 211.000 neue Wohnungen gebaut.

Auf der der Weltleitmesse für effiziente Heizungstechnik ISH informiert ein Gemeinschaftsstand der deutschen Gaswirtschaft mit Beteiligung des BDEW über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Erdgas im Wärmemarkt. Unter dem Motto "Die Energiewende für Zuhause" werden auf dem Gemeinschaftsstand bewährte und sichere Erdgassystemlösungen ausgestellt, welche die Vorteile des Energieträgers schnell, ohne aufwendige Arbeiten an der Bausubstanz und mit kurzer Amortisationsdauer nutzen. Erdgas kann mit seinen gleichfalls vorgestellten innovativen Anwendungen einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung und verstärkten Integration der erneuerbaren Energien in die Wärmeversorgung und zur dezentralen Energieversorgung leisten. Zusätzlich bietet ein wachsender Anteil von Bio-Erdgas ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösungen, um die CO2-Minderungsziele der Bundesregierung für den Wärmemarkt zu erreichen. Gas-basierte Heizungstechnologien, so der BDEW, bieten die günstigsten CO2-Vermeidungskosten und stellen damit eine effiziente Form des Klimaschutzes dar.

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Ansprechpartner

Jan Ulland
Pressesprecher / Press Spokesman
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