01. Oktober 2013, Nürnberg

BDEW zur gasfachlichen Aussprachetagung 2013:

Hohe Gas-Versorgungssicherheit auch im kommenden Winter

BDEW: Sichere Gasversorgung beruht auf mehreren zentralen Säulen / Bei Energiewende Wärmemarkt und Mobilität stärker in den Fokus rücken

"Erdgas ist und bleibt ein sicherer Energieträger. Seit vielen Jahrzehnten haben wir in Deutschland eine sichere und leistungsfähige Gasversorgung. Auch für den kommenden Winter sind wir sehr gut gerüstet. Neben Erdgasspeichern stehen weitere wichtige und leistungsfähige Instrumente der Gasversorgung zur Verfügung", sagte Anke Tuschek, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute zum Auftakt der gasfachlichen Aussprachetagung (gat) 2013 in Nürnberg.

Deutschland beziehe Erdgas auch während der Wintermonate kontinuierlich aus zahlreichen unterschiedlichen Lieferländern wie Norwegen, Russland, Niederlande oder auch aus eigener deutscher Förderung. Zum Teil könnten solche Lieferungen im Rahmen bestehender Verträge im Bedarfsfall erhöht werden, so Tuschek. "An Erdgas herrscht derzeit auch aufgrund der stark zunehmenden Erdgasförderung in den USA kein Mangel auf den Energiemärkten. Erdgas kann kurzfristig an den europäischen Energie-Handelsplätzen beschafft und in Europa über das eng vermaschte europäische Gasnetz verteilt werden." Darüber hinaus verfügt Deutschland über eine leistungsfähige Transportinfrastruktur aus Ferngasleitungen und Gasverteilernetzen mit einer Gesamtlänge von 477.000 Kilometern. Deutschland verfügt zudem über die größten Gasspeicherkapazitäten in der Europäischen Union. Die Zahl der Erdgasspeicher in Deutschland hat sich von 48 Anlagen Anfang 2012 um drei Speicheranlagen auf mittlerweile 51 erhöht, das Speichervolumen, ist damit um elf Prozent gestiegen. Hinzu kommen so genannte unterbrechbare Transportverträge mit großen Verbrauchern: Gasnetzbetreiber haben mit Industrieunternehmen Vereinbarungen getroffen, die eine kurzfristige Unterbrechung der Erdgasbelieferung an diese Firmen ermöglichen.

"Natürlich werden wir die weitere Entwicklung sorgfältig im Blick behalten. Die Gaswirtschaft analysiert mit Blick auf die Versorgungssicherheit kontinuierlich den sich derzeit stark verändernden nationalen und internationalen Gasmarkt sowie die Rahmenbedingungen, die die staatliche Gasnetz-Regulierung setzt und damit auch Aspekte der sicheren Erdgasversorgung beeinflusst", führte Tuschek weiter aus. Durch den Bau zweier zusätzlicher Erdgas-Verbindungsleitungen in Nord-Süd-Richtung habe sich zudem die Durchleitungskapazität in den Süden Deutschlands leicht erhöht. Im Netzentwicklungsplan Gas hätten die Fernleitungsnetzbetreiber darüber hinaus die Erfahrungen aus dem Winter 2011/2012 berücksichtigt und entsprechende Infrastruktur-Maßnahmen eingeplant, deren Realisierung in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag für eine weiterhin sichere Gasversorgung in Deutschland leisten werde. "Die Netz-Regulierung in Deutschland sollte bei solchen Infrastrukturprojekten nicht nur Effizienzsteigerungen sondern auch den wichtigen Aspekt der Versorgungssicherheit im Blick haben."

Tuschek forderte darüber hinaus, bei der Energiewende und den CO2-Einsparzielen den Wärmemarkt und die Potenziale des Energieträgers Erdgas beispielsweise auch im Bereich Mobilität stärker in den Fokus zu rücken. Im Wärmemarkt sollte eine Orientierung an der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, zum Beispiel über die CO2-Vermeidungskosten, erfolgen. "Erdgassystemlösungen bieten sichere und bezahlbare Techniken, die schon heute einen wesentlichen Beitrag zur sozialverträglichen Modernisierung im Heizungsbestand leisten." Um die CO2-Vermeidungs-potenziale im Wärmemarkt möglichst kosteneffizient erreichen zu können, müssten die Rahmenbedingungen technologieoffen und energieträgerneutral gestaltet werden, so Tuschek. "Gleichzeitig muss der Wärmemarkt endlich für Bio-Erdgas geöffnet werden. Dies gilt es insbesondere bei der anstehenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes umzusetzen." Das in den vergangenen Jahren zu beobachtende Stop-and-Go der Förderung über das Marktanreiz-programm sei das Gegenteil von Planungssicherheit. "Es gilt, die Förderprogramme zu verstetigen. Sinnvoll sind stetig, degressiv und diskriminierungsfrei gestaltete Förderprogramme zur Markteinführung von innovativen Systemen, Erneuerbaren Energien und zur energetischen Sanierung. Die Schaffung steuerlicher Anreize für einzelne energetische Maßnahmen sollte zudem endlich auf den Weg gebracht werden und nicht in den Mühlen der politischen Interessen zermahlen werden. Dadurch könnte zusätzliches Potenzial erschlossen werden", so Tuschek.

Die Potenziale innovativer Erdgasanwendungen im Wärmemarkt werden auch im neuen "Erdgas-Technik-Guide" des BDEW mittels einer interaktiven 3D-Anwendung veranschaulicht. Der Technik-Guide ist hier abrufbar: https://www.bdew.de/etg/index.html

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