27. November 2013, Berlin

BDEW zu Diskussionen über Nitratbelastungen in Gewässern:

Nitratbelastungen in der Landwirtschaft endlich wirksam reduzieren

Laut EU-Nitratbericht großer Handlungsbedarf / BDEW-Positionspapier zu Biogaserzeugung und Gewässerschutz zeigt Lösungsansätze auf

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unterstützt ausdrücklich das im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD formulierte Ziel, dass Dünge- und Pflanzenschutzmittel so eingesetzt werden müssen, dass Risiken für Mensch, Tier und Naturhaushalt minimiert werden. "Gerade für den Gewässerschutz und damit für den Schutz unserer Trinkwasserressourcen ist es wichtig, Belastungen aus der Landwirtschaft so gering wie möglich zu halten und nach Möglichkeit immer weiter zu reduzieren. Insbesondere mit Blick auf die Nitratbelastung von Gewässern in bestimmten Regionen Deutschlands muss das Vorsorge- und Verursacherprinzip gestärkt werden. Das zeigt auch der vor kurzem von der Europäischen Kommission vorgelegte "Nitratbericht", in dem Deutschland bei der Gewässerbelastung eher schlecht abschneidet", sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser heute in Berlin.

Nach wie vor besteht dem EU-Nitratbericht zufolge eine Belastung der Wasserressourcen durch landwirtschaftliche Quellen, vor allem in Gebieten, in denen Intensivlandwirtschaft mit einem hohen Düngemitteleinsatz betrieben werde, sowie in Gebieten mit starkem Maisanbau und in Veredelungsregionen.

In seinem Positionspapier "Biogaserzeugung und Gewässerschutz" hat der BDEW deshalb Lösungsansätze zur Vermeidung einer weiteren Zunahme der Gewässerbelastung und zur Reduktion der Schadstoffeinträge infolge der zunehmenden Biomasseerzeugung in Veredelungsgebieten vorgeschlagen. Demnach können
die Nitrat- und Pflanzenschutzmittelbelastungen in Gewässern durch landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden mit Zwischenfruchtanbau, Änderungen in den Fruchtfolgen, Auswahl geeigneter Energiepflanzen und eine pflanzenbedarfsgerechte Düngung vermieden werden. Der landwirtschaftliche Anbau von Futter- oder Nahrungspflanzen und der Energiepflanzenanbau müssen die allgemeinen und gebietsspezifischen Anforderungen des Wasser- und des Düngerechtes strikt erfüllen.

Gärreste sollten dem Positionspapier zufolge genauso wie Gülle nicht in den Wasserschutzzonen I und II ausgebracht werden. Eine Ausbringung von Gärresten und Gülle in der Wasserschutzzone III sollte generell nur dann möglich sein, wenn besondere Anforderungen zum Schutz der Gewässer und des Trinkwassers eingehalten werden. Die Ausbringung von Gärresten und Gülle in der Wasserschutzzone III darf nur erfolgen, wenn der Gärrest / die Gülle qualitätsgesichert / gütegesichert ist.

In dem Papier fordert der BDEW zudem eine konsequente Einhaltung und Kontrolle der in der Landwirtschaft akzeptierten Regelungen der guten fachlichen Praxis und eine entsprechende Reduzierung der Vollzugsdefizite im landwirtschaftlichen Fachrecht.

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Jan Ulland
Pressesprecher / Press Spokesman
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