23. September 2014, Hamburg

WindEnergy Hamburg 2014:

Windindustrie nutzt Chancen als Vorreiter der Energiewende

Der Fachverband VDMA Power Systems und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben auf der internationalen Leitmesse der Windenergie einen positiven Ausblick auf die Entwicklung der Windindustrie gegeben: "Neue Märkte, hohe Ausbauzahlen und eine positive Kostenentwicklung sind kennzeichnend für die wirkungsvolle Partnerschaft zwischen Turbinenherstellern und Energiewirtschaft", sagten sowohl Andreas Nauen, Vorsitzender VDMA Power Systems und CEO Senvion SE, als auch Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Beide Verbände sehen in der Windenergie an Land und auf See die treibende Kraft für die weltweite Energiewende. "Damit Deutschland seine Vorreiterrolle beim Umbau der Energieversorgung behält, muss die Politik hierzulande aber für verlässlichere Rahmenbedingungen sorgen", betonten beide Verbandsvertreter.

Die Interessenvertretung der Anlagenhersteller, VDMA Power Systems, schätzt, dass die Windenergie, gemessen an der Kapazität auf den Schlüsselmärkten wie China und den USA, unter allen Energieträgern einen Spitzenrang einnimmt. Die international tätigen Anlagenhersteller sehen die aufstrebenden Märkte in Regionen der Welt, die auf den ersten Blick überraschen. "Die Türkei, Südafrika und Japan haben wir als neue Plus-500-Megawatt-Märkte identifiziert", sagte Nauen. Auch der Gigawattmarkt Kanada bleibt weiterhin stark. Schwierig sind Märkte wie Brasilien, die von der Industrie "Local Content" fordern, also die Produktion der Anlagen vor Ort. Aus diesen Märkten ziehen sich Hersteller und Zulieferer teilweise zurück. Die Branche erwartet 2014 bei den Neuinstallationen ein globales Wachstum von 25 Prozent. Für 2015 und die folgenden Jahre rechnet der Verband damit, dass die Zahl neu gebauter Anlagen moderat um rund 5 Prozent pro Jahr wächst. Im Jahr 2018 werden laut VDMA Power Systems voraussichtlich 52.000 Megawatt Leistung neu installiert.

Ein positives Vorzeichen für den weiteren Ausbau: Die Kosten für Windenergie werden weiter sinken. Das gilt besonders für die Offshore-Windenergie. "Moderne Offshore-Anlagen sind um bis zu 20 Prozent effizienter als Anlagen der ersten Generation. Die Lebensdauer beträgt fünf Jahre länger und Fundamente für große Anlagen sind mit innovativen Konzepten deutlich günstiger. Das senkt die Erzeugungskosten effektiv", betonte Nauen.

Der BDEW veröffentlichte in Hamburg aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Windenergie in Deutschland. "2014 war bislang ein Rekordjahr für Windenergie", sagte Hildegard Müller. Zwischen Januar und August 2014 wurden insgesamt 36.027 Gigawattstunden (GWh) Strom mit Wind erzeugt. Das waren 23 Prozent mehr als im selben Zeitraum im Jahr 2013 (29.288 GWh). Die Stromerzeugung aus Wind lag im August 2014 bei 3.688 GWh. Aus Sicht des BDEW sind nun nach Inkrafttreten der EEG-Novelle Anfang August weitere Schritte zur Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien in Deutschland notwendig. Neben der bereits beschlossenen verpflichtenden Direktvermarktung ist die geplante Ermittlung der Förderhöhe im Wettbewerb dabei ein zentrales Element. Der BDEW hat bereits konkrete Vorschläge für ein Auktionsdesign für Photovoltaik-Freiflächenkraftwerke vorgelegt.

Für den Ausbau der Windenergie an Land forderte der BDEW verlässliche politische Rahmenbedingungen. "Die Windenergie spielt für die Energiewende eine entscheidende Rolle. Wenn wir die Energiewende als gesellschaftliches Großprojekt ernst nehmen wollen, dann müssen die Bundesländer mehr Verantwortung übernehmen. Ohne die notwendigen Flächen für Windanlagen werden die ehrgeizigen Ausbauziele nicht erreicht", sagte Müller. Dies könne nicht im Sinne des Klimaschutzes und der Energiewende sein. "Vor allem mit der kürzlich zusammen mit der EEG-Novelle beschlossenen Länderöffnungsklausel wird das Potenzial der Windenergie an Land drastisch reduziert. Dies konterkariert die Bemühungen aller Akteure, die den Ausbau der Windenergie an Land vorantreiben", erklärte Müller.


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