05. April 2012, Berlin

Statement für die Presse:

BDEW zu den CO2-Emissionen der deutschen Anlagen im EU-Emissionszertifikatehandel des Jahres 2011

"Die erfreuliche Entwicklung der niedrigeren CO2-Emissionszahlen im Jahr 2011 darf nicht zu vorschnellen Schlüssen führen. Zur Wahrheit gehört neben weiteren Gründen, dass die geringeren Emissionen im vergangenen Jahr vor allem mit der gegenüber 2010 milden Witterung zu erklären sind. In Folge dessen ist der Primärenergieverbrauch 2011 in Deutschland insgesamt gesunken und hat zu weniger CO2-Emissionen geführt. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) muss bei den energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland in 2011 temperaturbereinigt hingegen mit einem Anstieg um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet werden. Zudem ist nicht auszuschließen, dass der deutliche Rückgang der deutschen Stromausfuhren in 2011 zu einer teilweisen Verlagerung der Stromproduktion und damit Emissionen im Ausland geführt hat. Gleichzeitig hat die Stromerzeugung um 2,3 Prozent abgenommen.

Für den Bereich der allgemeinen Strom- und Wärmeerzeugung ist festzuhalten, dass die Emissionen aus Kondensationskraftwerken, insbesondere aufgrund der höheren Auslastung der in Grundlast betriebenen Braunkohlekraftwerke, in Summe um zwei Millionen Tonnen CO2 gestiegen sind, während die Emissionen aus Heizkraftwerken und Fernheizwerken um rund fünf Millionen Tonnen CO2 gesunken sind. Auch die spezifischen CO2-Emissionen der allgemeinen Stromversorgung sind nach ersten Berechnungen im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr von 0,49 auf 0,50 kg CO2/kWh netto leicht angestiegen. Zu beachten ist hierbei aber, dass in den Monaten Januar bis März 2011 das Moratorium der Kernkraftwerke noch nicht gegriffen hat. Die Wintermonate zeichnen sich regelmäßig durch eine wesentliche höhere Verbrauchslast als die Sommermonate aus, so dass sich mögliche negative Effekte des Atomausstiegs erst im Jahr 2012 in vollem Umfang zeigen werden."

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