20. Dezember 2016

Energieeffizienz-Netzwerke - auch für kleine Unternehmen

Mehr als 1.000 Unternehmen arbeiten bereits in den über 90 bestehenden Energieeffizienz-Netzwerken zusammen, etwa ein Viertel dieser Netzwerke werden von Energieunternehmen betreut. Energieeffizienz-Netzwerke haben sich als eigenständiges Instrument zur Kundenbindung und zur Entwicklung eines Energiedienstleistungs-Portfolios etabliert. Aber nicht nur große Unternehmen oder Kommunen können in Netzwerken zusammengeschlossen sein. Mit reduziertem Aufwand lassen sich auch kleinere Unternehmen zu angemessenen Kosten in vollwertigen Netzwerken zusammenführen.

Energieeffizienz-Netzwerke bieten Erfahrungsaustausch und Kundenkontakt auf Augenhöhe. Zeitlich befristet entwickeln Unternehmen gemeinsam Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in den Unternehmen und tauschen sich über ihre Erfahrungen, neue technische Entwicklungen oder geäderte gesetzliche Rahmenbedingungen aus. Mit der intensiven Arbeit in einem Netzwerk ist aber auch ein entsprechender Kosten- und Zeitaufwand für Teilnehmer und Netzwerkträger verbunden. Bei größeren Unternehmen wird dieser Aufwand durch die Kosteneinsparungen, die mit der Netzwerkarbeit erzielt werden mehr als aufgewogen. Bei kleineren Unternehmen mit Energiekosten unter 100.0000 Euro ist diese Kosten-Nutzen-Bilanz nicht immer positiv. Dies ist eine wesentliche Hürde bei der Einrichtung solcher Netzwerke.

Aber auch für Netzwerke kleinerer Unternehmen bieten sich im Rahmen der Anforderungen der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke Netzwerkformen, die mit verringertem Aufwand positive Ergebnisse für die Teilnehmer erzielen. Der BDEW hat gemeinsam mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW) ein Konzept entwickelt, das Grundlage der Empfehlungen der Initiative für Netzwerke kleinerer Unternehmen ist. Ansatzpunkte für eine sinnvolle Reduktion des Gesamtaufwands für Teilnehmer und Netzwerkträger bieten sich insbesondere an drei Positionen der Netzwerkarbeit:

Initialberatung
Das aufwändige, aber für große Unternehmen sinnvolle Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist für Unternehmen, die keine KMU sind, ohnehin nach dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) vorgeschrieben. Kleinere Unternehmen können auf andere Verfahren zurückgreifen, um eine vereinfachte Erstaufnahme durchzuführen. Diese Erstaufnahme kann von unternehmensinternen Fachkräften oder mit externer Unterstützung (energietechnischer Berater, Netzwerkmoderator, o.ä.) durchgeführt werden.

Einsparziel
Das individuelle Einsparziel wird für jeden Netzwerkteilnehmer im Rahmen der Initialberatung festgelegt. Wenn im Rahmen dieser Initialberatung bei kleinen Unternehmen noch kein konkretes Einsparziel ermittelt werden konnte, kann es für diese Unternehmen pauschal auf mindestens 2,5 Prozent Energieeinsparung über die gesamte Netzwerkdauer festgelegt werden.

Netzwerktreffen
Ein wichtiges Element der Netzwerkarbeit sind die regelmäßigen Netzwerktreffen. In der Regel finden jährlich drei bis vier Netzwerktreffen statt, die als eigenständige Workshops organisiert sind. Auch hier lassen sich Kosten- und Zeitaufwand für die Teilnehmer reduzieren, wenn die Zahl der jährlichen Treffen reduziert wird. Zusätzlich können den Teilnehmern gezielt Fachveranstaltungen zum Thema Energieeffizienz empfohlen werden.

Mit diesen Vereinfachungen bietet sich auch für kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen die Möglichkeit, das bewährte Instrument der Energieeffizienz-Netzwerke sinnvoll zu nutzen. Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des BDEW, wies in seinem Grußwort zur Eröffnung der ersten Jahresveranstaltung der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke am 20. September auf die Bedeutung der Netzwerke sowohl für die Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung als auch für die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft hin. Die Netzwerke zeigen, dass auch ohne ordnungsrechtliche Eingriffe Effizienzsteigerung mit marktwirtschaftlichen Mitteln über Information und freiwillige Anreize erreicht werden kann.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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