28. Juni 2013, Berlin

BDEW zum Winterbericht der Bundesnetzagentur:

Analyse belegt dringenden Handlungsbedarf beim Stromnetzausbau

BDEW: Strategische Reserve wäre wettbewerbliches Instrument zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit

"Dass der vergangene Winter weniger angespannt als der vorherige verlaufen ist, ist erfreulich, darf aber nicht über den weiterhin akuten Handlungsbedarf hinwegtäuschen. Die Zahl der Eingriffe in die Er-zeugungsleistung von Kraftwerken, mit denen Leitungsabschnitte vor einer Überlastung geschützt wurden, ist mit einer Gesamtdauer der Maßnahmen von 3700 Stunden zwischen Oktober 2012 und Ende März 2013 annähernd so hoch im Winter davor. Dies unterstreicht die Dringlichkeit des Netzausbaus - insbesondere in Nord-Süd-Richtung. Dass die Bundesnetzagentur dies in ihrem Winterbericht betont, begrüßen wir deshalb ausdrücklich", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Reaktion zum heute veröffentlichten Bericht der Bundesnetzagentur zum Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgung im Winter 2012/13.

Darüber hinaus begrüßt der BDEW, dass auch die Bundesnetzagentur die dringende Notwendigkeit einer Verbesserung der Prognoseverfahren für Photovoltaik-Anlagen unterstreicht. Dies ist ein eminent wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Überspeisungen und negativen Preisen.

Der BDEW weist erneut darauf hin, dass konventionelle Kraftwerke und insbesondere Gaskraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend von einer Stilllegung bedroht sind. "Deshalb brauchen wir ein Übergangsinstrument, das die Versorgungssicherheit auch für den Fall sicherstellt, dass mehr Kraftwerke abgeschaltet werden, als in der derzeitigen Analyse der Bundesnetzagentur enthalten sind. Die vom BDEW hierzu vorgeschlagene Strategische Reserve wäre im Gegensatz zu der von der Bundesregierung verabschiedeten Reservekraftwerksverordnung eine transparente, marktnahe und wettbewerbliche Lösung. Wir hoffen daher, dass die Reservekraftwerksverordnung unmittelbar nach der Bundestagswahl eine entsprechende Überarbeitung erfährt", führte Müller weiter aus.

Die Situation der Gasversorgung im vergangenen Winter beschreibt die Bundesnetzagentur in ihrem Bericht als sicher und reibungslos. Dies decke sich mit den Erfahrungen der Gaswirtschaft. Darüber hinaus analysiere die Branche die sich wandelnden Entwicklungen auf dem Gasmarkt sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen und ihre Implikationen für das System der Gasversorgung in Deutschland. Der BDEW werde zügig eine ausführliche Bewertung des Berichts der Bundesnetzagentur vornehmen, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung abschließend.


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Jan Ulland
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