04. April 2011, Berlin

BDEW-Analyse für März 2011:

Entwicklung von Stromerzeugung und Stromaustausch

Erhebliche Veränderungen bei Ein- und Ausfuhren von Strom

Berlin, 4. April 2011 - Das Moratorium der Bundesregierung hat mit dem Herunterfahren von sieben Kernkraftwerken zum Ausfall von 7.000 Megawatt Kraftwerksleistung und einer Strommenge von rund 120 Gigawatt-stunden pro Tag geführt. Seit Ende März ist das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Revision, dadurch fehlen weitere 30 bis 35 GWh/Tag. Der Ausfall dieser Strommengen hat an den Großhandelsmärkten zu steigenden Preisen bei allen gehandelten Produkten geführt. Das hat eine erste Analyse für den Monat März 2011 des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ergeben.

Die Preise im Terminmarkt für die Quartale 2011 Baseload sind nach dem Moratorium um rund 12 Prozent gestiegen, ebenso das Terminprodukt Baseload für das Jahr 2012. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich nach BDEW-Angaben im Terminmarkt für die Peakload-Produkte. Auch die Preise für die CO2-Emissionsberechti-gungen haben um rund 10 Prozent zugenommen.

Erhebliche Veränderungen sind im Stromaustausch sichtbar, so der BDEW. In der ersten März-Hälfte bestand ein Exportüberschuss von rund 70 bis 150 GWh/Tag, was den saisonal üblichen Zustand darstellt. Mit dem Herunterfahren der Kernkraftwerke kehrte sich dies um, seit dem 17. März ergibt sich ein Einfuhrüberschuss von rund 50 GWh/Tag. Die Stromflüsse aus Frankreich und Tschechien haben sich verdoppelt, die Stromflüsse in die Niederlande und in die Schweiz haben sich etwa halbiert.

In den ersten 20 Tagen seit dem Moratorium sind die ausgefallenen Strommengen also überwiegend durch einen Anstieg des Importsaldos ausgeglichen worden. Mittelfristig könnten sich auch andere Strategien zeigen, etwa das stärkere Ausfahren der bestehenden konventionellen Kraftwerke im Inland. Dies wird u. a. von der mitteleuropäischen Merit Order abhängen.

Hinweis: Für die Analyse der Entwicklung der Stromerzeugung hat der BDEW folgende Daten berücksichtigt: Transparenzplattform der EEX; Abdeckungsgrad > 90 % (Kernenergie 100%, konventionelle Kraftwerke und große Wasserkraft > 90 %, Wind und Photovoltaik 100 %, Biomasse, kleine Wasserkraft und Geothermie nicht enthalten), Angaben der Übertragungsnetzbetreiber zur Einspeisung von Wind- und Photovoltaikstrom, Angaben von Entso-e zum grenzüberschreitenden Stromaustausch. 

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