31. Januar 2012

DIN EN 16001 "Energiemanagementsysteme" wird ab April 2012 ersetzt durch die internationale Norm DIN EN ISO 50001

Energiemanagementsysteme sind nicht erst seit ihrer Erwähnung im Energiekonzept der Bundesregierung bekannt. Schon seit langem nutzen insbesondere größere Industriekunden dieses Instrument zur Überwachung und kontinuierlichen Steigerung ihrer Energieeffizienz. Bisher galt die DIN EN 16001 als Norm zur Umsetzung und Zertifizierung solcher Systeme. Ab dem 24. April 2012 wird die DIN EN 16001 zurückgezogen und durch die internationale Norm DIN EN ISO 50001 ersetzt. Dies sollten nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern auch ihre Energiedienstleister beachten.

Energiemanagement ist ein zunehmend wichtigerer Baustein zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe, aber auch bei Kommunen oder in großen Wohngebäuden. Ein Energiemanagementsystem (EnMS) bietet die Struktur für einen kontinuierlichen Prozess zur Steigerung der Energieeffizienz in einer Organisation, unabhängig vom Unternehmenszweck. Es wirkt bis in die Leitungsebene des Unternehmens und erfordert eine strukturierte und kontinuierliche Befassung mit dem Energieverbrauch. Es bildet die Grundlage für Investitionsentscheidungen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen. Ein funktionierendes EnMS versetzt ein Unternehmen in die Lage, seine energetische Leistung kontinuierlich und systematisch zu verbessern und dabei zum Beispiel auch gesetzliche Anforderungen zu berücksichtigen.

Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach der DIN EN 16001 bedeutet, dass ein Unternehmen festlegt und dokumentiert, wie es die Anforderungen der Norm erfüllen will, um seine energiebezogene Leistung (z.B. Produktion pro eingesetzter Kilowattstunde) kontinuierlich zu verbessern. Der Anwendungsbereich und die Grenzen des Energiemanagementsystems werden festgelegt und dokumentiert. Es ist ein Instrument, um Energieeinsparpotenziale kontinuierlich und systematisch zu heben. Durch die dabei erzielbaren Kostenentlastungen stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Bisher bildete die DIN EN 16001 die Grundlage zur Einführung und Umsetzung eines Energiemanagementsystems. Auf ihrer Basis wurden eingeführte EnMS von akkreditierten Zertifizierungsstellen zertifiziert. Im Zuge der internationalen Normenharmonisierung wird die DIN EN 16001 am 24. April 2012 zurückgezogen und durch die neue Norm DIN EN ISO 50001 (Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung) ersetzt. Bestehende Zertifikate zur DIN EN 16001 verlieren zum Stichtag ihre Gültigkeit, können jedoch auf der Grundlage eines sogenannten Überwachungsaudits auf die neue DIN EN ISO 50001 umgestellt werden. Da sich die neue Regelung nicht wesentlich von der alten unterscheidet, ist die Umstellung für Unternehmen mit eingeführtem EnMS nach DIN EN 16001 problemlos möglich. Genaue Auskunft hierzu gibt die jeweilige Zertifizierungsstelle. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die Zertifizierungsstelle ihre Akkreditierung geändert hat, um Zertifikate nach der neuen 50001 ausstellen zu können. Dies geschieht bei der deutschen Akkreditierungsstelle in Berlin (DAkkS).

Die Zertifizierung für ein eingeführtes Energiemanagementsystem ist derzeit insbesondere für energieintensive Unternehmen von Bedeutung, die die besondere Ausgleichsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für stromintensive Industrie (§§ 40, 41 EEG) in Anspruch nehmen wollen. Der BDEW erwartet, dass ab 2013 auch die Strom- bzw. Energiesteuerbefreiung an zertifizierte Energiemanagementsysteme gekoppelt wird. Dies hat die Bundesregierung bereits in ihrem Energiekonzept 2010 angekündigt.

Unabhängig von gesetzlichen Regelungen ist die kontinuierliche Überwachung und Analyse des Energieverbrauchs in großen, aber auch in kleinen und mittleren Unternehmen sinnvoll. Dies muss nicht immer in einem aufwändigen Energiemanagementsystem nach DIN geschehen, die DIN 16001 bzw. zukünftig die DIN 50001 geben aber eine sinnvolle Struktur auch für ein reduziertes Überwachungssystem vor. Hier bieten sich auch gute Ansätze für die Zusammenarbeit von Energieversorger und Energiekunde, nicht zuletzt weil dem Energieversorger, wie Studien des BDEW in der Vergangenheit gezeigt haben, hohe Kompetenz beim Umgang mit Energiedaten zugeschrieben wird. Einen Einstieg in die Thematik bietet auch eine Broschüre des Bundesumweltministeriums "Energiemanagementsysteme in der Praxis - DIN EN 16001: Leitfaden für Unternehmen und Organisationen".


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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