01. März 2012

Studie zu Schäden beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren

Das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) hat im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes e.V. (BSB) einen Forschungsbericht über "Schäden beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren" erstellt. Ausgewertet wurden 50 Schadensfälle. Ein Drittel der Schäden resultierte aus Planungsfehlern, zwei Drittel aus Fehlern bei der Ausführung. Die überwiegende Anzahl der Schäden lag im Bereich der Wärmedämmung.

In einer Studie des IFB über Schäden beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren, die im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes in Kooperation mit der AIA AG, einer Versicherungsgesellschaft, angefertigt wurde, wurden 29 dokumentierte Schadensfälle im Neubau und 21 aus Modernisierungen aus den Jahren 2007 bis 2011 untersucht. Folgende Schadensschwerpunkte wurden betrachtet:

  • Wärmedämmung und Wärmebrücken
  • Luftdichtheit
  • Heizungs- und Lüftungsanlagen
  • Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien (Wärmepumpe, solare Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung).

Ziel war die Identifikation typischer Bauteile, an denen Schäden auftreten, die Erfassung der Ursachen und Verantwortlichkeiten und die Ableitung von Empfehlungen. Besonders von Schäden betroffene Bauteile waren Außenwand- und Dachkonstruktionen, insbesondere hinsichtlich Wärmedämmung und Luftdichtigkeit. Besonders betroffen waren Bauteilan- und -abschlüsse, Bauteilübergänge, Wechsel der Schichtdicken oder Wärmeleitfähigkeiten, Durchdringungen der Wärmedämmung und der luftdichten Ebene und Materialkombinationen.

Mangelschwerpunkte bei der Anlagentechnik zur Nutzung erneuerbarer Energien lagen vor allem beim Anschluss der Anlagen an den Baukörper (z.B. bei der Leitungsverlegung), bei fehlerhaftem Materialeinsatz und bei der Anlagendimensionierung. Ein Drittel der Schäden beruhte auf Planungsfehlern, zwei Drittel wurden Ausführungsfehlern zugeordnet. Planungsfehler gab es zum überwiegenden Teil im Bereich der Wärmedämmung und Wärmeschutzberechnung, nur in einem Fall (sechs Prozent) bestand der Planungsfehler darin, dass ein Lüftungskonzept fehlte. Schäden waren meist Feuchte- und Schimmelschäden. Die Mehrzahl der Fehler bei der Planung der Haustechnik lagen in der Anlagendimensionierung (60 Prozent), der Rest entfiel auf die Planung der Leitungsverlegung (40 Prozent). Die meisten Ausführungsfehler lagen in den Bereichen Wärmedämmung (46 Prozent) und Luftdichtigkeit (30 Prozent), knapp ein Viertel resultierte aus fehlerhaft ausgeführter Haustechnik (ungeeignetes Material, mangelhafte Dämmung, Leitungsverlegung und Einstellung der Regeltechnik).

Der ausführliche Forschungsbericht mit allen Fällen und Angaben zu den Kosten der Schäden kann auf der Website des BSB heruntergeladen werden.

Der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) mit Sitz in Berlin, gegründet 1995, ist eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation und bietet bundesweit unabhängige Verbraucherberatung an.

Das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) wurde 1946 gegründet und hat seinen Sitz in Hannover. Kernaufgaben sind wissenschaftliche Forschung und deren Förderung auf den Gebieten Planung im Bauwesen, Baustoffe, Bauarten, Baubetrieb sowie Bauschäden und deren Ursachen.


Weitere Informationen

Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail alexander.sperr@bdew.de

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