01. September 2011

Verbändevereinbarung zwischen Heizungshandwerk und Schornsteinfeger

Gewerkeübergreifende Marktpartnerarbeit: Unter dem Motto "Kooperation statt Konfrontation" haben der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) eine Verbändevereinbarung geschlossen, die als Grundlage für ein bundeseinheitlich geordnetes Verfahren zur Gewerbeausübung im jeweils anderen Gewerk dienen soll.

Die Vereinbarung bezieht sich auf die folgenden Teilbereiche des Installateur- und Heizungsbauer-Handwerks, die nach entsprechender Qualifikation vom Schornsteinfeger ausgeführt werden können:

  • Wartung von Feuerstätten (ausgenommen Reinigung),
  • Planung, Bau und Wartung von Warmwasser-Zentralheizungsanlagen mit Öl-, Gas- und Festbrennstoffbefeuerung inklusive Warmwasserbereitung sowie thermische Solaranlagen.

Als Teilbereiche des Schornsteinfeger-Handwerks sind für Installateur und Heizungsbauer folgende Tätigkeiten vorgesehen:

  • Messen und Feststellen von Werten zum Immissionsschutz an Feuerstätten,
  • Mess- und Überprüfungstätigkeiten an Feuerstätten,
  • Kehr-, Überprüfungs- und Messtätigkeiten an Feuerungsanlagen.

Installateure und Heizungsbauer können mit einer entsprechenden Handwerksrollen-Eintragung im Schornsteinfeger-Handwerk (Teileintrag) ihr Tätigkeitsspektrum ab dem 31. Dezember 2012 um die oben genannten Bereiche ausweiten und somit ihren Kunden weitere Leistungen aus einer Hand anbieten. Insbesondere auf Wiederholungsmessungen kann dann verzichtet werden.

Viele Schornsteinfeger erhalten die Chance, ihr Dienstleistungsangebot zu erweitern und sich auf wandelnde Märkte einzustellen. Möglich ist dies erst durch die Liberalisierung des Schornsteinfegerwesens. Laut dem neuen Schornsteinfegerhandwerksgesetz (SchfHwG) wird ab 2013 das Nebentätigkeitsverbot weiter gelockert, das Kehrmonopol wird in bestehender Form aufgehoben. Wichtige Sicherungsaufgaben wie vorbeugender Brandschutz im Rahmen der Feuerstättenschau und bauliche Abnahmen überträgt der Staat weiterhin an einen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger für ein bestimmtes Gebiet. Dieser Bezirk wird alle sieben Jahre neu vergeben. Bewerben kann sich jeder qualifizierte Schornsteinfeger. Die Auswahl des ausführenden Handwerksbetriebs übernimmt der Hauseigentümer.

Grundsätzlich verboten bleibt es dem Bezirksschornsteinfegermeister, Bauabnahmebescheinigungen für Anlagen auszustellen, die er oder Angehörige seines Betriebes verkauft oder eingebaut haben. Verboten bleiben ihm bis zum 31. Dezember 2012 außerdem gewerbliche Wartungsarbeiten an Anlagen im eigenen Kehrbezirk, die der Kehr- und Überprüfungsordnung oder der 1. Bundesimmissionschutzverordnung (BimSchV) unterfallen, wenn diese Wartungsarbeiten Einfluss auf das Überprüfungs- oder Überwachungsergebnis haben können. Bezirksschornsteinfegermeister dürfen die Daten aus dem Kehrbuch nicht privatwirtschaftlich nutzen. Kehrbuchdaten (einschließlich der Adressdaten) dürfen vom Bezirksschornsteinfegermeister nur zur Erfüllung seiner hoheitlichen Aufgaben genutzt werden.

Die Kenntnis der Inhalte dieser Vereinbarung unterstützt die gewerkeübergreifende Marktpartnerarbeit der BDEW-Mitgliedsunternehmen vor Ort.

Auch der BDEW regelt in einer Verbändevereinbarung die Zusammenarbeit der Erdgaswirtschaft mit den Installateuren. Diese Vereinbarung wird derzeit an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Der BDEW wird über die Ergebnisse zeitnah informieren.


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Ingram Täschner
Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen
Telefon 0 30 / 300 199-1261
E-Mail ingram.taeschner@bdew.de

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