15. Januar 2010

Gemeinsame Presseinformation des BDEW und des Deutschen Bauernverbandes

Biogas- und Bio-Erdgas-Kapazitäten ausbauen

BDEW und DBV wollen Kooperation zwischen Energiewirtschaft und Landwirten unterstützen / Gemeinsame Studie geplant

Berlin, 15. Januar 2010 - "Biogas und auf Erdgasqualität aufbereitetes Bio-Erdgas können einen wichtigen Beitrag zur Minderung von CO2-Emmissionen leisten und so zum Klimaschutz beitragen. Mit dem Ausbau der Einspeisung von Bio-Erdgas kooperieren landwirtschaftliche Betriebe und Energieversorgungsunternehmen mehr als je zuvor miteinander. Dabei wollen wir die Unternehmen unterstützen", erklärten Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) heute auf dem Bio-Erdgas-Messestand, der im Rahmen der Grünen Woche von Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, eröffnet wurde. "Als klimaverträglicher und regional verfügbarer Energierohstoff ist Biomasse im Vergleich mit anderen Erneuerbaren Energien speicherfähig und dadurch rund um die Uhr nach Bedarf verfügbar, um effektiv CO2-Emissionen einzusparen. Biogas wird daher im Energiemix der Zukunft als effiziente und multifunktionale Lösung eine wichtige Rolle spielen", betonte Klöckner.

"Bio-Erdgas ist nahezu CO2-neutral und eignet sich bestens für den Einsatz in der Wärmeversorgung, der dezentralen Stromerzeugung und als Bio-Kraftstoff", so Hildegard Müller. "Biogas fördert als heimische Bioenergie die ländliche Entwicklung. Die Verbände sind sich einig, dass neue Biogasanlagen an den jeweiligen Standort angepasst sein müssen. Energiepflanzen müssen im näheren Umkreis innerhalb der Fruchtfolge ausreichend verfügbar sein. In Tierhaltungsregionen sind Anlagen mit Schwerpunkt auf Güllenutzung sinnvoll. Auch in Zukunft hat für die Landwirtschaft der Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln Priorität. Die Bioenergie-Produktion ist aber eine immer wichtiger werdende Ergänzung zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung", betonte Born.

Das "Integrierte Energie- und Klimaprogramm" (IEKP) der Bundesregierung sieht bis zum Jahr 2020 einen Bio-Erdgasabsatz in Deutschland von etwa sechs bis zehn Milliarden Kubikmetern vor. "Um diese Ziele im Wärme- und Kraftstoffmarkt im Sinne des Klimaschutzes zu erreichen, ist ein verbesserter gesetzlicher Rahmen notwendig. Alle erneuerbaren Energieträger müssen aufgrund ihrer neutralen CO2-Bilanz im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz gleich behandelt werden", sagte Müller. "Bio-Erdgas muss auch in Brennwertkesseln zum Einsatz kommen dürfen und nicht nur, wie derzeit im Erneuer-bare Energien-Wärmegesetz festgelegt, bei der Kraft-Wärme-Kopplung. Wir brauchen hier mehr Technologieoffenheit im Sinne der Verbraucher."

Gemeinsames Ziel von DBV und BDEW ist die Förderung unternehmerischer Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Energieversorgungsunternehmen. In einem ersten Schritt werden die Verbände eine gemeinsame Studie in Auftrag geben, die die Potenziale und Voraussetzungen gemeinsamer Projekte entlang der gesamten Prozesskette herausarbeiten soll - von der Biogaserzeugung über die Verstromung in Blockheizkraftwerken bis hin zur technischen Aufbereitung auf Erdgasqualität, die anschließende Einspeisung in das Erdgasnetz und der jeweiligen Bio-Erdgas-Anwendung.

2009 waren 35 Biogasanlagen in Deutschland an das Erdgasnetz angeschlossen. Diese Anlagen speisen jährlich rund 190 Millionen Normkubikmeter Bio-Erdgas ein. Nach einer Übersicht der Deutschen Energie-Agentur könnten in diesem Jahr bis zu 30 weitere Anlagen in Betrieb gehen. Die gesamte Einspeisekapazität der deutschen Bioerdgasanlagen würde sich dann auf rund 380 Millionen Normkubikmeter jährlich verdoppeln.

Auf dem Bio-Erdgasstand können sich Besucher über den Weg des Bioerdgases vom Anbau nachwachsender Rohstoffe über die Aufbereitung bis hin zur Einspeisung in das Erdgasnetz informieren. Präsentiert wird außerdem das breite Spektrum von Anwendungen für den Verbraucher. Der Messeauftritt ist Teil der Fachschau NATURE TEC, die sich im Rahmen der Grünen Woche Berlin noch bis zum 24. Januar 2010 dem Thema Bioenergien widmet.


Weitere Informationen

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Stv. Pressesprecher: Jan Ulland
Telefon 030 / 300 199 1162
E-Mail presse@bdew.de
www.bdew.de

Deutscher Bauernverband e.V.
Pressesprecher: Dr. Michael Lohse
Telefon 030 / 31 904 239
E-Mail presse@bauernverband.net
www.bauernverband.de

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