04. August 2010

BDEW zur Verabschiedung der Grundwasserverordnung im Kabinett:

Künstliche Grundwasseranreicherung sicherstellen

Europäische Vorgaben zu diffusen Einträgen eins zu eins in deutsches Recht umsetzen

Berlin, 4. August 2010 - Die heutige Verabschiedung der Grundwasser-Verordnung durch das Bundeskabinett wird von der deutschen Wasserwirtschaft grundsätzlich begrüßt. "Der Schutz der Grundwasserressourcen im Rahmen der nachhaltigen Bewirtschaftung hat für die Wasserwirtschaft hohe Priorität. In diesem Sinne ist in der Verordnung nach Auffassung der Wasserwirtschaft im BDEW auch eine umfassende Regelung zu den Einträgen in das Grundwasser erforderlich. Jegliche Einträge von Schadstoffen, auch diffuse Einträge, müssen zwingend in der neuen Grundwasserverordnung geregelt werden", forderte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW heute in Berlin.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme von Bund und Ländern nach der Wasserrahmenrichtlinie werden 53 Prozent der Grundwasserkörper in Deutschland das Ziel des guten Zustandes bis zum Jahr 2015 nicht erreichen. Hauptgrund sind hierfür nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die diffusen Belastungen aus der Landwirtschaft. "Eine Grundwasserverordnung, welche keine umfassenden Regelungen zur Minimierung diffuser Einträge beinhaltet, verfehlt aus Sicht der Wasserwirtschaft im BDEW das Verordnungsziel. Deshalb sollte die Begriffsbestimmung aus der EU-Grundwasserrichtlinie eins zu eins auch in die nationale Grundwasserverordnung übernommen werden", führte Weyand weiter aus.

Eine weitere Kernforderung der Wasserwirtschaft bei der Diskussion über die neue Grundwasserverordnung ist die Verankerung der künstlichen Grundwasseranreicherung. "Dieses Instrument ist ein seit vielen Jahren erfolgreich praktiziertes Verfahren, mit dem die öffentliche Trinkwasserversorgung auch in der Zukunft sichergestellt werden kann", so der Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.

Die künstliche Grundwasseranreicherung ist zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und den Ballungsräumen Dresden und Berlin ein seit mehr als hundert Jahren bewährtes Verfahren in der Trinkwassergewinnung. Mit Hilfe des Verfahrens wird das Grundwasservorkommen in solchen Regionen nachhaltig ergänzt, in denen einerseits ein hoher Trinkwasserbedarf besteht und andererseits keine ökonomisch vertretbare Möglichkeit einer vollständigen Wasserbedarfsdeckung aus natürlichen Grundwasservorkommen besteht. Es gibt keine vergleichbare Alternative hierzu. Der Anteil des Verfahrens an der gesamten Wassergewinnung liegt beispielsweise in Nordrhein-Westfalen bei etwa 64 %.


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Jan Ulland
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