20. September 2010

BDEW zum Weltwasserkongress 2010 in Montreal:

Verbraucher können Beitrag zu weltweitem Trinkwasserschutz leisten

Haushalte können virtuellen Wasserverbrauch reduzieren /
Wassersparen in Deutschland stößt an technische Grenzen

Berlin, 20. September 2010 - "Im Unterschied zu anderen Regionen ist Deutschland ein wasserreiches Land, dessen Wasservorkommen sich beständig erneuern. Wasser, das in den Haushalten genutzt wird, geht nicht verloren, sondern wird nach entsprechender Reinigung dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Schon heute gehört Deutschland zu den Industrieländern mit dem niedrigsten Wassergebrauch. Eine weitere Verminderung des Wassergebrauchs hierzulande wird nicht zu einer weiteren Verbesserung der Trinkwasserressourcen in Ländern mit Wassermangel-Situationen führen", sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) anlässlich des Auftakts des Weltwasserkongresses IWA in Montreal, auf dem auch die Bekämpfung des Wassermangels in vielen Weltregionen diskutiert wird.

Dort, wo es in Deutschland bereits einen stark reduzierten Wassergebrauch pro Kopf gebe, könne ein weiterer Rückgang zu einer merklichen Unternutzung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur mit hohen Nebenkosten führen. Diese Folgen seien bereits in etlichen Teilen Deutschlands spürbar. Dort führe der weitere Rückgang bereits jetzt zu technischen Problemen in den Netzen und Anlagen und zu steigenden Aufwendungen. "In Deutschland ist eine effiziente Wassernutzung bereits Realität, eine weitere Reduzierung des Wassergebrauchs schafft neue Probleme", so Weyand.

Wer sich im Hinblick auf die Wasserressourcen nachhaltig verhalten wolle, könne dies viel effektiver durch bewusstes Verbraucherverhalten tun. Das Konzept des virtuellen Wassers liefere hierfür Anhaltspunkte, so Weyand. Als virtuelles Wasser wird jenes Wasser bezeichnet, das zur Erzeugung eines Produkts aufgewandt wird.

Das Problem in Deutschland ist nicht das Wasser, das wir im Haushalt gebrauchen. Viel problematischer sind die Wassermengen, die zur Herstellung von Produkten verbraucht, verdunstet oder verschmutzt werden - so genanntes virtuelles Wasser. Wer im Winter Erdbeeren kauft, die aus Spanien nach Deutschland importiert werden, trägt zu einem erheblichen indirekten Wasserverbrauch bei. Verbraucher sollten also zum Beispiel regionale Produkte der Saison kaufen, wenn sie die Wasserressourcen schonen wollen. Zieht man die Bilanz des virtuellen Wassers, verbraucht jeder Deutsche pro Tag über 4000 Liter Wasser (Quelle: WWF Deutschland). Im Verhältnis hierzu fällt der direkte Pro-Kopf-Gebrauch von 121 Litern pro Tag kaum ins Gewicht. Das gebrauchte Wasser wird zudem nach entsprechender Reinigung dem Wasserkreislauf wieder zugeführt, es geht also nicht verloren.

"Der Schutz der Wasserressourcen gehört zu den wichtigsten Aufgaben weltweit - allerdings müssen sich konkrete Maßnahmen zum schonenden Umgang mit den Wasservorkommen nach den spezifischen Gegebenheiten der einzelnen Länder richten. Wasser ist eine lokale Ressource. Eine nachhaltige Bewirtschaftung erfordert deshalb Lösungen für die spezifische Situation vor Ort. Konzepte, die völlig unterschiedliche Regionen über einen Kamm scheren, sind ungeeignet", so der BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser abschließend.


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Jan Ulland
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