31. August 2011

Statement für die Presse

BDEW zur heutigen Pressekonferenz der Bundesnetzagentur zum Thema Reservekapazitäten:

"Entsprechend ihrem Auftrag hat die Bundesnetzagentur in Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft ein Maßnahmenpaket für den Fall kritischer Situationen im Stromnetz erarbeitet. Die Bundesnetzagentur hat heute zudem noch einmal richtigerweise auf den dringend erforderlichen Netzausbau und den notwendigen Zubau an konventionellen Kraftwerkskapazitäten für eine stabile Stromversorgung hingewiesen. Dies ist von zentraler Bedeutung, denn die Entscheidungen der Politik nach Fukushima und der Ausbau der erneuerbaren Energien führen zu gravierenden Änderungen der regionalen Erzeugungsstruktur und der Lastflüsse. Die Situation in den Netzen ist schon heute eng und erfordert bereits erhebliche Eingriffe in die Fahrweise von Erzeugungsanlagen.

Die aktuell angespannte Situation in den Netzen zeigt noch einmal überdeutlich, wie dringend der Ausbau der Stromleitungen in Deutschland und die Verkürzung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sind. Das gilt nicht nur für Übertragungsleitungen, sondern auch für das Verteilnetz: Die Einspeisung erneuerbarer Energien erfolgt auf Grund des starken Wachstums im Bereich der Photovoltaik-Anlagen zunehmend auch über die Verteilnetze. Die BDEW-Verteilnetz-Studie hat einen Ausbaubedarf von bis zu 380.000 Kilometern im Verteilnetz ermittelt. Damit dieser Ausbau stattfinden kann, müssen die Investitionsbedingungen für Gas- und Stromnetze attraktiver werden. Nur wenn hinreichende Anreize vorliegen,
Eigenkapital für den Netzbetrieb zur Verfügung zu stellen, werden die notwendigen Investitionen in die Leitungsnetze vorgenommen. Das sollte bei der Überarbeitung der Anreizregulierungsverordnung, die im Herbst erfolgen soll, berücksichtigt werden. Hier ist auch die Bundesnetzagentur in der Pflicht.

Deutschland wird auf lange Sicht noch auf konventionelle Kapazitäten, also hocheffiziente Erdgas- und Kohlekraftwerke als 'Back-up-Kraftwerke' angewiesen sein. Es wird außerdem massiv in Strom-Speicher investiert werden müssen, um die zeitweise stark schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen zu können."

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Ansprechpartner

Jan Ulland
Pressesprecher / Press Spokesman
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