20. September 2011, Berlin

BDEW zur Roadmap Ressourceneffizienz der EU-Kommission:

Beim Ressourcenschutz regionale Unterschiede beachten

EU sollte differenzierte Kriterien zum Umgang mit Wasser einführen / Begrenzung der Wasserentnahme in Deutschland nicht sinnvoll

"Völlig zu Recht fordert die Europäische Kommission beim Schutz der natürlichen Ressourcen einen Transformationsprozess, der einen hohen Lebensstandard bei gleichzeitiger Verringerung der industriellen Umwelteinflüsse garantiert. Schlüsselressourcen wie Wasser müssen nachhaltig geschützt werden. Allerdings müssen dort, wo ausreichende Wasserressourcen zur Verfügung stehen und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser gesichert ist, differenzierte Kriterien zum Thema Wassergebrauch gelten", sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nach der heutigen Veröffentlichung der Roadmap Ressourceneffizienz.

So führe eine generelle Begrenzung der Wasserentnahme unter 20 Prozent der verfügbaren sich ständig erneuerbaren Wasserressourcen in Deutschland nicht zu einem verstärkten Schutz der Ressource Wasser. Grundwasserleiter und Oberflächengewässer sind keine unendlich großen Speicher, in denen Wasservorräte unbegrenzt angespart werden können. In regenreichen Jahren ist das Erneuerungsvolumen größer und die Wasserstände steigen. Mit der vorgesehenen Regelung könnte sich das Problem hoher Grundwasserstände wie in Berlin verschärfen. Auch Wasser in Talsperren könne nicht unbegrenzt aufgestaut werden. Regelungen dieser Art müssten schon aus logischen Gründen überdacht und mit größerer Flexibilität ausgestaltet werden.

Gemäß der Wasserrahmenrichtlinie soll ein guter Zustand des Wassers innerhalb der EU bis zum Jahr 2015 erreicht werden. "Dies erfordert konsequentes nachhaltiges Wirtschaften in der Wasserversorgung Europas", sagte Weyand. Wasserknappheit oder Dürre in einzelnen Regionen der EU müssten mit ganz gezielten Maßnahmen begegnet werden. Die Probleme durch knappe Wasservorräte insbesondere im Süden Europas würden teilweise durch intensive Wassernutzung in der Landwirtschaft oder im Tourismus noch verschärft“, so der Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW. Hingegen mache es für Deutschland als wasserreiches Land keinen Sinn, weiter Wasser zu sparen. Schon heute gehöre Deutschland zu den Industrieländern mit dem niedrigsten Wassergebrauch. Eine weitere Verminderung des Wassergebrauchs hierzulande werde nicht zu einer Verbesserung der Trinkwasserressourcen in Ländern mit Wassermangel-Situationen führen, so Weyand.

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