07. Februar 2012, Essen

BDEW zur Eröffnung der Fachmesse E-world 2012 in Essen:

BDEW fordert Einigung zur Gebäudesanierung

Müller appelliert an Bund und Länder: Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe / 87 Prozent der Energieversorger bieten kostenlose Energieberatung

"Ich appelliere an Bund und Länder, morgen in der dritten Sitzung des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag endlich eine Einigung zum energetischen Gebäudesanierungsprogramm zu erzielen. Die Energiewende und die damit verbundenen Herausforderungen sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Daher müssen die Energieeffizienz, das Einsparen von Energie und der Umgang mit CO2-Emissionen ganz oben auf der politischen Prioritätenliste stehen, damit die Energiewende gelingen kann." Das erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), während der Eröffnungspressekonferenz der Fachmesse E-world 2012 in Essen. Die Unternehmen der Energiewirtschaft unterstützen laut Müller die Energiewende und nehmen die damit verbundenen Herausforderungen an.

"Die Energiebranche hat in diesem Bereich schon viel erreicht. Nach einer aktuellen BDEW-Analyse bieten inzwischen 87 Prozent der Energielieferanten in Deutschland kostenlose Beratungen zum Thema Energieeffizienz und Energiesparen an", erläuterte Hildegard Müller. Die große Mehrheit der Anbieter von Energieeffizienz-Dienstleistungen will die Angebotspalette in Zukunft weiter ausbauen. Dies sagten 68 Prozent der Befragten für den Privatkundenbereich und sogar 78 Prozent für den Gewerbekundenbereich. Zunehmend würden laut BDEW auch interaktive Onlineangebote von den Unternehmen zur Energieberatung eingesetzt (42 Prozent der Befragten). Auch der BDEW unterstütze diese Angebote unter anderem in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen auf der Homepage www.ganz-einfach-energiesparen.de.

Eine weitere, aktuelle Untersuchung des BDEW hat die Fördermaßnahmen der Energieversorger im Bereich Bauen, Modernisieren und Energiesparen quantitativ beleuchtet. Das Ergebnis: Es gibt bundesweit rund 5.700 Förderprogramme. Die Energieversorger sind mit einem Anteil von 28 Prozent nach den Städten und Gemeinden (62 Prozent), diejenigen, die die meisten Fördermaßnahmen in diesem Bereich anbieten. Dies geschieht in Form von zinsgünstigen Darlehen, Zuschüssen, Gutschriften oder kostenoptimierten Dienstleistungen, so der BDEW. Erst danach folgen bei der Anzahl dieser Förderangebote die Bundesländer (sechs Prozent), die Kreise (drei Prozent) und der Bund (ein Prozent). Bei den Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagentechnik wurden nach BDEW-Angaben vor allem Erdgasheizungen, Solarthermie-Anlagen, Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Kopplung und Blockheizkraftwerke gefördert. Bei den Baumaßnahmen wurden vor allem energetische Sanierungen, CO2-reduzierende Maßnahmen und Wärmedämmung gefördert.

"Der Wärmemarkt hat mit rund 40 Prozent den größten Anteil am Energieverbrauch und damit auch an den CO2-Emissionen. Aus diesem Grund bieten Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ein erhebliches Potential, damit die Energiewende gelingen kann", betonte Hildegard Müller. Es sei mehr als ärgerlich, dass sich Bund und Länder bislang nicht auf die Finanzierung des dringend erforderlichen CO2-Gebäudesanierungs-programms einigen konnten. Steuerliche Anreize gehörten zu den entscheidenden Bausteinen, um das erhebliche Potenzial zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Wärmemarkt und die Energiesparmöglichkeiten bei Gebäuden zu heben.

"Die Unternehmen der Energiewirtschaft unterstützen die Energiewende und nehmen die damit verbundenen Herausforderungen an. Sie passen sich den neuen Rahmenbedingungen an, suchen nach neuen Lösungen, Geschäftsfeldern und Dienstleistungen für die Kunden", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Dies zeige sich deutlich an den Umfrageergebnissen des BDEW und den Angeboten der Energieversorger auf der Fachmesse E-world. Müller: "Die Energiewende ist kein Selbstläufer. Viele Fragen sind noch ungelöst. Die Energiebranche braucht hier bald Antworten. Eine Einigung im Vermittlungsausschuss zum energetischen Gebäudesanierungsprogramm wäre morgen daher nicht nur ein wünschenswertes, sondern ein dringend erforderliches Signal."

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