31. Januar 2012

BMU-Forschungsvorhaben: Ist ein verpflichtendes Benchmarking sinnvoll?

Fritz Holzwarth (BMU), Quelle: BDEW/Christian Kruppa

Das Bundesumweltamt (UBA) hat als nachgeordnete Behörde des Bundesumweltministeriums (BMU) im Herbst 2011 ein Forschungsvorhaben zum Benchmarking in der Wasserwirtschaft vergeben. Auftragnehmer ist die Firma ecologic mit der Unternehmensberatung Rödl & Partner als Subunternehmer. Der BDEW steht in engem Kontakt mit den Bearbeitern des Forschungsvorhabens, das 2012 abgeschlossen werden soll.

Die Fragestellungen, die die Studie beantworten soll, hatte Fritz Holzwarth vom BMU auf der 10. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung des BDEW am 7. und 8. November 2011 in Berlin umrissen:

  • Können Leistungen und Kosten im Umwelt- und Gesundheitsschutz durch Benchmarking offengelegt und kommuniziert werden?
  • Genügen diese Ergebnisse der Darlegungspflicht, die aus der enwag-Entscheidung des Bundesgerichtshofes resultiert, auch hinsichtlich der Vorsorgeaufwendungen?
  • Bestehen Anknüpfungspunkte für die Darstellung von Umwelt- und Ressourcenkosten gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie?
  • Wie müssten Kennzahlensysteme ergänzt werden, um diese Anforderungen zu erfüllen?
  • Wie können erweiterte Benchmarkingansätze in der gesamten Branche etabliert werden?
    - freiwilliges versus obligatorisches Benchmarking
    - Etablierung eines bundeseinheitlichen Verfahrens (einheitliche Rahmenbedingungen)
  • Systemvergleich "Benchmarking" - zentrale staatliche Regulierung am Beispiel der englischen Regulierungsbehörde OFWAT.

Erste Gespräche mit Bearbeitern
Die Wasserwirtschaft im BDEW hat bereits mit den Bearbeitern des Forschungsvorhabens ausführlich gesprochen und wertvolle Hinweise zum angewandten Benchmarking gegeben. Innerhalb der oben skizzierten Fragestellungen werden die Umwelt- und Ressourcenkosten gemäß Wasserrahmenrichtlinie wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen, da diese Kosten nur geschätzt werden können. Zudem gibt es methodische Schwierigkeiten. Eine zentrale Frage ist für die Bearbeiter, welche Kernkennzahlen es bereits in der Branche gibt und ob es empfehlenswert ist, diese verpflichtend vorzugeben. Dies mündet in die Fragestellung, ob ein verpflichtendes Benchmarking Sinn macht. Generell steht im Fokus, wie die Transparenz erhöht werden kann. Das BMU wünscht mehr Transparenz in der Wasserwirtschaft, dies hatte Fritz Holzwarth bereits in einem Interview mit dem BDEW-Magazin "Streitfragen" zum Jahresende 2011 deutlich gemacht.

Die Wasserwirtschaft im BDEW sieht den Vergleich mit der englischen Regulierungsbehörde OFWAT kritisch, da in England die Umweltvorgaben durch eine andere Regulierungsbehörde vorgegeben und kontrolliert werden. Der BDEW bleibt in engem Kontakt mit den Bearbeitern des Forschungsvorhabens, dass in 2012 abgeschlossen werden soll. Klar ist: Eine Verpflichtung zum Benchmarking ist und bleibt im Fokus des BMU.


Weitere Informationen

Vera Szymansky
Geschäftsbereich Wasser und Abwasser
Telefon 0 30 / 300 199-1212
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