22. Mai 2010

Energieverbrauchskennzeichnung: Kompromiss für neues Energielabel

Ende 2009 einigten sich der Europäische Rat und das Europäische Parlament unter Führung der schwedischen Ratspräsidentschaft nach monatelangen Streitigkeiten über die Ausgestaltung der Etikettierung von Haushaltsgeräten auf einen Kompromiss. Dieser beinhaltet die Neufassung der Richtlinie über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen ("Labelling"-Richtlinie). Voraussichtlich im 1. Halbjahr 2010 soll das Gesetzgebungsverfahrung mit der Zustimmung des EU-Parlaments in 2. Lesung abgeschlossen sein.

Grundlage für die Novellierung der Richtlinie war der Legislativvorschlag der Europäischen Kommission vom 13. November 2008. Knackpunkt der Verhandlungen zwischen Rat und Parlament war insbesondere die Frage, ob die derzeitige "geschlossene Skala" (A-G) beibehalten werden soll.

Wesentliche Neuerungen sind u. a.:
  • Ausweitung der Richtlinie auf energierelevante Produkte, die einen sig-nifikanten direkten oder indirekten Einfluss auf den Energieverbrauch haben, z. B. Dämmstoffe, Wasserhähne oder Fenster.
  • Werbung muss künftig auf die Energieeffizienzklasse verweisen.
  • Das geschlossene A-G-Format wird beibehalten.
  • Ggf. Einführung von bis zu drei neuen Energieklassen A+, A++ und A+++, wobei die Anzahl der Klassen auf insgesamt sieben begrenzt bleiben sollen.
  • Überprüfung der Klassifizierung, wenn ein signifikanter Anteil der Produkte die höchsten Energieeffizienzklassen erreicht hat und Einsparungen durch die Differenzierung bewirkt werden können.

Weitere Informationen

Claudia Oberascher
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1372
E-Mail claudia.oberascher@bdew.de
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