01. September 2011

HEA-Umfrage 2011: E-Gemeinschaften/Marktpartnerschaften genießen Vertrauen und schaffen Zufriedenheit bei den Marktpartnern

E-Gemeinschaften/Marktpartnerschaften werden seit langem als strategische Partnerschaften im Energiemarkt genutzt. Mit ihnen lassen sich energievertriebliche Aktivitäten im Markt bündeln. Diese Aktivitäten haben sich in den letzten Jahren der Liberalisierung der Energiemärkte jedoch verändert. In einer Umfrage im Frühjahr 2011 hat die BDEW-Marktpartnerorganisation "Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung" (HEA) den aktuellen Stand ermittelt. Eines der Ergebnisse: Immerhin sind 55 Prozent der Befragten mit ihrer E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft zufrieden.

Sind die Mitglieder dieser Marktpartnerschaften weiterhin zufrieden mit den Angeboten ihrer E-Gemeinschaft? Wie reagieren sie auf Veränderungen? Was erwarten sie von Ihren E-Gemeinschaften? Die "Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V.  - HEA" hat solche Fragestellungen aufgegriffen und zusammen mit dem renommierten Institut Meinecke & Rosengarten aus Hamburg im Zeitraum vom 1. Februar bis 28. März 2011 alle etwa 120 E-Gemeinschaften in Deutschland eingeladen, sich an einer Marktpartnerbefragung zu beteiligen. Befragt werden sollten die Mitglieder der regionalen E-Gemeinschaften/Marktpartnerschaften.

Hierzu wurde ein Fragebogen mit 23 Fragen entwickelt, mit dem im Wesentlichen Informationen zu folgenden Punkten erfasst werden sollten:

  • Angaben zum befragten Unternehmen als Mitglied in einer E-Gemein­schaft/Marktpartnerschaft,
  • Entscheidungsgründe für die Mitgliedschaft in einer E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft,
  • Bewertung der eigenen E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft in Bezug auf ange­botene Leistungen und durchgeführte Aktivitäten,
  • Bewertung des Angebots der E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft für die eigene Markttätigkeit,
  • Zufriedenheit mit dem Angebot der E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft.

Insgesamt 52 E-Gemeinschaften erklärten sich bereit, die Marktpartnerbefragung zu unterstützen und die Fragebögen an ihre Mitglieder abzugeben. So konnten dann 9.162 Mitglieder von E-Gemeinschaften befragt werden. Mit 2.269 ausgefüllten und zurückgesandten Fragebögen wurde eine Rücklaufquote von 25 Prozent erreicht. Das Ergebnis der Befragung steht somit auf einer validen Basis.

Etwa 96 Prozent der befragten Mitglieder von E-Gemeinschaften gehören dem Fachhandwerk an, meistens dem Elektrohandwerk (56 Prozent) oder dem SHK-Handwerk (44 Prozent).

Drei Gründe für die Mitgliedschaft in einer E-Gemeinschaft wurden hauptsächlich genannt:

  • Informationsgewinn (77 Prozent),
  • enge Zusammenarbeit mit dem EVU (71 Prozent) und
  • Nutzung von Synergien aus der Partnerschaft mit dem EVU (54 Prozent).

Wettbewerbs- oder Marktvorteile oder gar ein finanzieller Gewinn spielen eher eine untergeordnete Rolle.

In hohem Maße, nämlich mit Bewertungen von 1,9 und 2,0 (Schulnotenskala) wird das Image der E-Gemeinschaften mit seriös, zukunftsorientiert, zuverlässig, kompetent und vertrauenswürdig beschrieben. Mit Mittelwerten von 2,3 und 2,5 stimmen die Befragten den Eigenschaften "ist gut erreichbar", "reagiert schnell auf Anfragen" und "ist flexibel" weniger zu.

Die Mitglieder der E-Gemeinschaften wurden gefragt, welche Themen und Inhalte ihr Interesse finden würden, wenn sie von ihrer E-Gemeinschaft angeboten werden würden. Im Vordergrund stehen hier ganz klar technische Themen. Das Interesse an Themen zu den Vorschriften und Regelwerken (z.B. DIN VDE, DVGW) ist naturgemäß bei den technisch orientierten Handwerkern sehr groß (bewertet mit 1,5). Aber auch das Thema Gerätetechnik wurde noch mit 1,9 bewertet. Kaufmännische Themen sowie solche aus dem Bereich Vertrieb und Marketing fanden dagegen deutlich geringeres Interesse. An Fahrten und Studienreisen besteht vermutlich aufgrund des damit verbundenen Zeitaufwandes wenig Interesse. Dennoch haben zwei Drittel der Befragten angegeben, dass sie mit den angebotenen Fahrten und Studienreisen voll und ganz zufrieden waren. Sie gehören gemäß Nennungen zu den stark frequentierten Veranstaltungen und zu den Angeboten, die man kennt und die deutlich besser sind als das vordergründig geringe Interesse eigentlich nahelegt.

Insgesamt erreicht die Zufriedenheit mit den Angeboten der E-Gemeinschaft auf der Schulnotenskala den zufriedenstellenden Mittelwert von 2,6.

Die Marktpartner wurden auch dazu befragt, ob sie bereit wären, für ihr EVU, quasi den Träger der Marktpartnerschaft, Leistungen bei Energiekunden anzubieten. Gefragt war nach dem Angebot von Energielieferverträgen und dem Angebot von Contractingmaßnahmen. Immerhin 57 Prozent der Befragten wären bereit, für ihr örtliches EVU Energielieferverträge anzubieten. Vermutet werden muss, dass diese Tätigkeit eine wie auch immer geartete Vergütung seitens des EVU voraussetzt. Das Interesse am Vertrieb von Contractingmaßnahmen ist deutlich geringer. Nur 43 Prozent der Befragten würden sich dafür interessieren. Gründe für ablehnende Haltungen sind die befürchtete fehlende Kompetenz für das Anbieten solcher Dienst­leistungen, der Neutralitätswunsch gegenüber Energiekunden und das „sich nicht einmischen wollen“ in das Tätigkeitsfeld der EVU.

Immerhin sind 55 Prozent der Befragten mit Ihrer E-Gemeinschaft/Marktpartnerschaft zufrieden. Als häufigster Grund für die Zufriedenheit mit der Marktpartnerschaft wird das Vorhandensein derselben genannt. Weniger zufrieden macht nichtpartnerschaftliches Verhalten des EVU, seine Preispolitik oder auch bürokratisches Agieren.

Das ausführliche Ergebnis der Marktpartnerbefragung kann über die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. zum Preis von 100 Euro bezogen werden (info@hea.de).


Weitere Informationen

Hartmut Zander
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1375
E-Mail hartmut.zander@bdew.de

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