31. Januar 2012

Internationale Entwicklungen in Benchmarking

Eine Konferenz am 3. November 2011 im Rahmen der Amsterdamer Messe Aquatech gab einen aktuellen Einblick in die internationalen Entwicklungen im Benchmarking.

Das Themenspektrum der Konferenz, die mit ca. 50 Teilnehmern eher Workshopcharakter hatte, war vielfältig. Während Forscher Ideen präsentierten, wie die Mechanismen der Versicherungswirtschaft auf Benchmarking angewandt werden könnten (David Zetland, EU-Forschungsprojekt "Evaluating Economic Policy Instruments for Sustainable Water Management in Europe"), wurde über die Weiterentwicklung des Benchmarkingtools der Weltbank (IBNET) ebenso wie seine konkrete Anwendung berichtet. Nach Aussage des Weltbankreferenten Alexander Danilenko basiert IBNET inzwischen auch auf dem Kennzahlensystem der International Water Association (IWA).

Neben der Vorstellung deutscher Projekte durch IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung und aquabench konnte man erfahren, dass das niederländische verpflichtende Benchmarking sich jetzt in Richtung qualitativer Kennzahlen entwickeln möchte. Interessant der Blick nach Osteuropa: Nachdem in Albanien der Wassersektor dezentralisiert wurde und die Verantwortung nun auf der kommunalen Ebene liegt, wurde eine nationale Studie angefertigt, die den Kundenservice der 56 Wasserversorger untersucht.

Deutsche Städte bei "Wasser" Spitzenreiter im European Green City Index
Für den internationalen Blickwinkel ist der European Green City Index interessant. Er wurde von The Economist Intelligence Unit im Auftrag von Siemens entwickelt und liegt inzwischen - modifiziert - auch für andere Weltregionen vor. Für Deutschland ist eine eigene Studie verfügbar ("German Green City Index. Analyse der Leistungen zwölf deutscher Großstädte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz"). Im Index Wasser liegen alle untersuchten deutschen Städte im Bereich "über Durchschnitt". Entscheidend für die "hervorragenden Ergebnisse" - so die Studie - sind der geringe Wassergebrauch pro Kopf und die sehr niedrige Verlustrate im Wassernetz in Deutschland. Weitere Kennzahlen sind an die Kanalisation angeschlossene Wohnungen sowie Pläne zur effizienten Wassernutzung und Abwasserbehandlung.

Einige Teilnehmer der Konferenz werteten den Green City Index als Beleg dafür, dass man sich international - auch auf kommunaler Ebene - mehr für Berichterstattung und Vergleiche mittels Kennzahlen interessiere und sahen Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen diesen Kennzahlensystemen und Benchmarking.

Die Vorträge sind bei Interesse beim BDEW erhältlich.


Weitere Informationen

Vera Szymansky
Geschäftsbereich Wasser und Abwasser
Telefon 0 30 / 300 199-1212
E-Mail vera.szymansky@bdew.de

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