31. Januar 2012

KfW veröffentlicht neue Studien zur Gebäudesanierung und zum Neubaubedarf

Die KfW-Bankengruppe hat Ende 2011 zwei Studien vorgelegt, die die Wirkung der aus Mitteln des Bauministeriums vergünstigte KfW-Förderung von Energieeinsparmaßnahmen im Gebäudebestand evaluieren. Seit 2006 werden die Fördereffekte jährlich untersucht, im Jahr 2010 durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) und das Bremer Energieinstitut (BEI). Eine weitere, ebenfalls Ende 2011 veröffentlichte Studie untersuchte den energetischen Sanierungsbedarf und den Neubaubedarf von Gebäuden der kommunalen und "sozialen Infrastruktur". Gebäude der "sozialen Infrastruktur" sind nach diesem Sprachverständnis z.B. Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser.

Ergebnisse der zwei Evaluierungsstudien: Die von der KfW geförderten energieeffizienten Neubauten und energetischen Sanierungen führten laut Aussage der KfW 2010 zu einer Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes um rund eine Million (Mio.) Tonnen. Soll das Ziel der Bundesregierung einer Treibhausgasreduzierung von 40 Prozent bei den privaten Haushalten erreicht werden, so müssten diese bis 2020 pro Jahr eine Minderung von 2,2 Mio. Tonnen erbringen. Durch die von der KfW geförderten energieeffizienten Neu- und Umbauten wurden 2010 damit mehr als 40 Prozent dieser Anforderung erreicht. Von 2006 bis heute konnte der Treibhausgasausstoß durch die Programme dauerhaft um jährlich 5,2 Mio. Tonnen gesenkt werden.

Mit den 2010 geförderten Energiesparmaßnahmen können Heizkostenersparnisse in Höhe von 6,4 Mrd. Euro erzielt werden. Insgesamt wurden 2010 laut Studie durch die Programme Investitionen von mehr als 21,5 Mrd. Euro angestoßen. Diese positiven Effekte kommen vor allem der lokalen mittelständischen Bauwirtschaft und dem Handwerk zugute.

Hoher Investitionsbedarf für energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur
Im Zeitraum von 2012 bis 2020 besteht in den Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur ein Investitionsbedarf von mindestens 75 Mrd. EUR, um alle modernisierungsbedürftigen Gebäude auf das energetische Niveau eines Neubaus nach der Energieeinsparverordnung 2009 zu sanieren. Mit 27 Mrd. Euro besteht der mit Abstand größte energetische Sanierungsbedarf in Schulen. In Sporthallen müssten sieben Mrd. Euro investiert werden und in Pflegeeinrichtungen 6,1 Mrd. Euro. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die das Bremer Energieinstitut im Auftrag der KfW erstellt hat. Ein erheblicher Investitionsbedarf besteht zudem in Neubauten: Bis 2020 müssen in der kommunalen und sozialen Infrastruktur rund 22.600 Gebäude neu errichtet werden, was insgesamt rund 50 Mrd. EUR kosten wird. Der größte Neubaubedarf in Höhe von 14 Mrd. Euro besteht bei Sporthallen, da es v.a. in den neuen Bundesländern zu wenig Hallen gibt. Der Investitionsbedarf für neue Pflegeeinrichtungen wird mit 9,7 Mrd. Euro angegeben.

Die Ergebnisse der Studie "Der energetische Sanierungsbedarf und der Neubaubedarf von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur" basieren auf umfangreichen Recherchen, Analysen bestehender Gutachten, Experteninterviews sowie eigenen Vorläuferprojekten und Berechnungen des Bremer Energieinstituts.


Weitere Informationen

Michael Conradi
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 030 / 300 199-1374
E-Mail michael.conradi@bdew.de

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