31. Januar 2012

Neue Ausgabe der DIN V 18599 erschienen

Die Vornormenreihe DIN V 1859 "Energetische Bewertung von Gebäuden - Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung" wurde überarbeitet und ist im Dezember 2011 neu in elf Teilen erschienen. Erstmals gibt es mit dem Teil 11 auch eine Bewertungsgrundlage für die Gebäudeautomation.

Die Vornomenreihe DIN V 18599 beschreibt ein Verfahren zur Bewertung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Durch die Berechnungen können alle Energiemengen bestimmt werden, die zu Heizung, Trinkwassererwärmung, Konditionierung der Raumluft und zur Beleuchtung von Gebäuden notwendig sind. Es können mit den beschriebenen Verfahren Wohn- und Nichtwohngebäude sowie Neu- und Bestandsbauten bilanziert werden. Die enthaltene Energiebedarfsbilanzierung mit teilweise festgelegten Randbedingungen ist geeignet für den Nachweis nach Energieeinsparverordnung. Darüber hinaus kann auch mit frei wählbaren Randbedingungen eine allgemeine beziehungsweise ingenieurmäßige Energiebedarfsbilanzierung z.B. zur Energieberatung vorgenommen werden. Die neue Vornormenreihe ersetzt nun die Ausgabe vom Dezember 2007 und das Änderungsbeiblatt aus dem Jahr 2009.

Die überarbeitete Fassung wurde bereits im Februar 2011 vom zuständigen Normenausschuss des Deutschen Instituts für Normung (DIN) verabschiedet. Vor der Veröffentlichung wurde die neue Vornorm in einer Evaluierungsphase einem Anwendungstest unterzogen, dessen Ergebnisse im Juni 2011 vorlagen. Das Bundesministerium für Verkehr- Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat zugesagt, in der anstehenden Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) Bezug auf die neue Norm zu nehmen. Derzeit arbeitet der Normenausschuss an einem ergänzenden vereinfachten Verfahren zum Nachweis nach EnEV auf Basis der DIN V 18599 für ausgewählte Gebäude- und Anlagenkonfigurationen.

Neue Primärenergiefaktoren für Strom
Neben dem neuen Teil 11 zur Gebäudeautomation und etlichen Fehlerbehebungen der Vorgängerversion gibt es natürlich zahlreiche weitere Änderungen. Im Teil 1 wurde beispielsweise der Primärenergiefaktor für den Strommix aufgrund der gestiegenen Effizienz bei der Stromerzeugung und dem zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energien angepasst. Der Primärenergiefaktor beträgt nun insgesamt 2,8, der für den nichterneuerbaren Anteil, der für die EnEV-Berechnungen verwendet wird, nur noch 2,4. In der primärenergetischen Bewertung profitieren hiervon künftig vor allem elektrisch betriebene Systeme, beispielsweise Wärmepumpenheizungen.

Eine weitere Stromkennzahl, der so genannte Verdrängungsmix, wurde neu aufgenommen. Dieser stellt die Anteile des Strommixes dar, die durch Stromerzeugung zum Beispiel im Rahmen von Kraftwärmekopplung ersetzt werden und beträgt insgesamt und für den nichterneuerbaren Anteil 2,8. Eine kleine Änderung erfuhr das Verfahren zur Berechnung von Primärenergiefaktoren von Wärme- und Kältenetzen außerhalb des Gebäudes. Die Primärenergiefaktoren können nun nicht nur für die klassischen Fernwärmenetze mit Blockheizkraftwerk und Spitzenkessel berechnet werden, sondern auch für Wärmenetze mit Abwärmenutzung, Solarthermie und Wärmepumpenbetrieb. Der Ansatz ist auch auf Fernkälte übertragbar.


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Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
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