07. Dezember 2011

Novellierung der Energieeinsparverordnung verzögert sich

Nach dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP), das 2007 von der damaligen Bundesregierung beschlossen wurde, sollte die Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2012 um weitere 30 Prozent verschärft werden. Hierzu wird es nun vermutlich nicht kommen. Auch der ursprünglich vorgesehene Zeitplan kann wahrscheinlich nicht eingehalten werden.

Laut der europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden müssten durch die nächste EnEV-Novelle einige Punkte bis zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden; ein Inkrafttreten bis zu diesem Termin ist mittlerweile aber eher unwahrscheinlich. Wie aus dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung zu erfahren war, ist ein Referentenentwurf erst für das erste Quartal 2012 geplant. Da parallel zur EnEV auch das entsprechende Ermächtigungsgesetz, das Energieeinspargesetz (EnEG), geändert werden muss, wird sich auch der Bundestag damit befassen und kann so indirekt auf die EnEV-Novelle Einfluss nehmen.

Große Änderungen sind andererseits nicht zu erwarten, da durch solche die Gefahr einer Unruhe bei den Anwendern gesehen wird. Politische Vorgaben zu grundsätzlichen Verschärfungen lassen sich momentan wirtschaftlich noch nicht rechtfertigen. Die aktuelle EnEV, die gegenüber der vorherigen zu einer durchschnittlichen Verschärfung um 30 Prozent geführt hatte, ist erst seit gut zwei Jahren in Kraft. Hauptsächlich wird die Einarbeitung der neuen Normenlage vorgenommen werden, da auch die den EnEV-Berechnungen zugrunde liegende DIN V 18599 komplett überarbeitet wurde und im Dezember neu erscheint. Neben dieser Norm soll für Wohngebäude auch weiterhin die Berechnung nach DIN V 4701-10 möglich sein. Das vereinfachte Verfahren zur DIN V 18599, das seit längerem schon erarbeitet wird, soll voraussichtlich nicht für die neue EnEV herangezogen werden, da noch keine Dokumentation und keine Vergleichsrechnungen vorliegen.


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Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
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