01. Juni 2011

Ökodesign-Richtlinie: Studie sucht neue Produktgruppen

Das Verkaufsverbot von Glühlampen hat die Ökodesign-Richtlinie ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Dabei sind bereits zwölf produktbezogene Durchführungsmaßnahmen in Kraft, eine Vielzahl weiterer in Vorbereitung. Die EU-Kommission hat aktuell eine Studie beauftragt, um geeignete Produktgruppen für das Arbeitsprogramm ab 2012 zu identifizieren. Der BDEW bringt die Belange der Energiewirtschaft bei der Vorbereitung des Arbeitsprogramms ein und trägt dazu bei, mögliche Überschneidungen mit anderen Richtlinien zu vermeiden.

Als Ökodesign-Richtlinie wird die am 21. Oktober 2009 verabschiedete Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte bezeichnet. Produktspezifische Durchführungsmaßnahmen für einzelne Produktgruppen definieren insbesondere Energieeffizienzgrenzen, die beim Inverkehrbringen eingehalten werden müssen.

Anhand von in der Richtlinie genannten Kriterien wählt die EU-Kommission Produktgruppen aus, für die Durchführungsmaßnahmen entwickelt werden. Das aktuell gültige Arbeitsprogramm 2009 bis 2011 enthält zehn Produktgruppen. In Vorbereitung für die Festlegung des Arbeitsprogramms ab 2012 hat die EU-Kommission das niederländische Institut Van Holsteijn en Kemna BV mit der Projektleitung für eine Vorbereitungsstudie beauftragt, die im Oktober 2011 abgeschlossen sein soll. Die ersten beiden Kapitel (1: Study definition, und 2: List of product groups) sind bereits veröffentlicht. Kapitel 2 listet alle in Frage kommenden Produktgruppen auf und informiert darüber, inwiefern diese bereits in früheren Arbeitsprogrammen abgedeckt sind. Kapitel 3 (Preliminary analysis) untersucht Marktrelevanz, Energieverbrauch sowie Verbesserungspotenzial. Die vielversprechendsten ca. 25 Produktgruppen werden in Kapitel 4 (Elaborated analysis) auf ihren Umwelteinfluss untersucht und in der endgültigen Liste entsprechend dem Verbesserungspotenzial eingestuft.

Beim neuen Arbeitsplan werden zum ersten Mal energieverbrauchsrelevante Produkte betrachtet, nicht wie bisher energieverbrauchende Produkte - die Erweiterung des Bezugsrahmens der Ökodesign-Richtlinie erfolgte 2009. Häufig genannte Beispiele sind Duschköpfe, (Auto-)Reifen, Dämmmaterial, Fenster. Durch die bisherigen Arbeitspläne sind bereits rund 40 Produktgruppen abgedeckt, so dass verstärkt Randbereiche bzw. komplexere Produktgruppen betrachtet werden, u.a. Maschinen/Produktionssysteme in der Industrie Die Ausweitung des Bezugsrahmens machtÜberschneidungen möglich z.B. mit der Bauprodukte-Richtlinie oder der Gebäudeeffizienz-Richtlinie. Bei Produkten, die verarbeitet werden, können Bestimmungszweck und Nutzung sehr unterschiedlich sein.


Weitere Informationen

Claudia Oberascher
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1372
E-Mail claudia.oberascher@bdew.de

Viola Rocher
BDEW-Vertretung bei der EU
Telefon 00 32 2/771 96 42
E-Mail viola.rocher@bdew.de

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