Infrastruktur und Großprojekte - Weitere Informationen

Die Erdgasinfrastruktur ist eine wesentliche Säule für die Gewährleistung von Versorgungssicherheit und Systemstabilität.

Die tragende Rolle der Erdgasleitungsnetze für die sichere Erdgasversorgung in Deutschland ist hervorzuheben: Über 510.000 km Ferngasleitungen und Gasleitungen im Verteilernetz bilden eine komplexe Netzinfrastruktur, die den Transport und die Verteilung von Erdgas in Deutschland sicherstellt. Die Mitarbeiter in den Netzleitstellen der Unternehmen – sogenannten Dispatching-Zentralen – kontrollieren und steuern den Fluss des Energieträgers durch die Leitungen und damit die Erdgasversorgung in Deutschland.

Der Erdgasverbrauch unterliegt großen saisonalen, aber auch tageszeitlichen Veränderungen. Speicher spielen daher eine wichtige Rolle für eine stets sichere Versorgung mit Erdgas. Die rund 50 Untertage-Gasspeicher an 40 Standorten in Deutschland können ca. 24 Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas aufnehmen. Das entspricht mehr als einem Viertel der in Deutschland im Jahr 2015 verbrauchten Erdgasmenge. Die in Deutschland existierenden Untertage-Gasspeicher sind etwa zur Hälfte Kavernen, zur Hälfte Porenspeicher. Ihre räumliche Verteilung erstreckt sich nahezu über gesamt Deutschland, wobei aufgrund der geologischen Gegebenheiten regionale Schwerpunkte im Nordwesten bestehen. Die deutsche Gaswirtschaft verfügt über das größte Speichervolumen in der Europäischen Union.

Die L-H-Gas Marktraumumstellung ist derzeit das umfassendste Projekt in der deutschen Gas-Infrastruktur.

Erdgas wird aufgrund seiner Qualität („Beschaffenheit“) und, damit einhergehend, seiner Verbrennungseigenschaften in L-Gas (low calorific gas) und H-Gas (high calorific gas) unterschieden. H-Gas hat einen höheren Anteil an brennbaren Kohlenwasserstoffen und damit auch einen höheren Energiegehalt als L-Gas. Die beiden Erdgasqualitäten werden in Deutschland unabhängig voneinander in getrennten Netzen transportiert und verbraucht. Rund ein Viertel des deutschen Erdgasbedarfs wird durch L-Gas abgedeckt. Neben der nordwestdeutschen Eigenproduktion wird Erdgas in dieser Form aus den Niederlanden importiert. Dabei handelt es sich überwiegend um L-Gas aus dem Groningenfeld.

Da die Förderung in den deutschen und niederländischen L-Gasfeldern kontinuierlich zurückgeht, ist die Umstellung der deutschen L-Gas-Verbrauchsgebiete auf H-Gas erforderlich. Ab ca. 2030 werden keine L-Gasmengen aus den Niederlanden mehr für den deutschen Markt zur Verfügung stehen. Um die L-Gas-Rückgänge auszugleichen und die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten, stellen die Netzbetreiber alle L-Gas-Gebiete Schritt für Schritt auf H-Gas um. Die Energiewirtschaft spricht hierbei allgemein von der „Marktraumumstellung“.

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