01. Juni 2012

Wärmepumpe beliebtestes Heizsystem im hochenergieeffizienten Neubau, Erdgas bei der Sanierung vorn

Der Ende 2011 vorgelegte Monitoringbericht zu den Förderprogrammen der KfW-Bankengruppe zum energieeffizienten Bauen und Sanieren weist die Einsparungen an Energie und Treibhausgasemissionen aus und zeigt über die Struktur der Wärmeversorgung deutlich die wachsende Beliebtheit elektrischer Wärmepumpen für die Beheizung hoch energieeffizienter Neubauten. Die Erdgas-Brennwertheizung ist bei der energetischen Modernisierung das beliebteste System.

Im Auftrag der KfW-Bankengruppe (KfW) hat das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) zusammen mit dem Bremer Energie Institut (BEI) eine Untersuchung zu den von der KfW geförderten Modernisierungs- und Neubauvorhaben in den Programmen "Energieeffizient Sanieren" und "Energieeffizient Bauen" bzw. "Ökologisch Bauen" durchgeführt. Analysiert wurden die Art und der Umfang der durchgeführten Energiesparmaßnahmen hinsichtlich Wärmeschutz und Wärmeversorgung, die Endenergieeinsparung, die Minderung der Treibhausgasemissionen, die Heizkosteneinsparung und die Beschäftigungseffekte.

Für das Programm "Energieeffizient Sanieren" wurden nur die Förderzusagen des Jahres 2010 betrachtet, da die Förderjahre 2005 bis 2009 schon in früheren Monitoringberichten untersucht worden waren. Für die Neubauförderung durch die Programme "Ökologisch Bauen" beziehungsweise "Energieeffizient Bauen" wurde erstmals eine Untersuchung durchgeführt.

Energieeffizient Sanieren 2010
Im Förderprogramm "Energieeffizient Sanieren" werden sowohl Einzelmaßnahmen, zum Beispiel der Austausch der Fenster oder der Einbau einer Lüftungsanlage, als auch die Erreichung eines der unterschiedlichen Effizienzhausstandards, also eine Gesamtsanierung gefördert. Bei der Sanierung zum Effizienzhaus fand fast in allen Fällen eine Verbesserung des Wärmeschutzes und in 75 Prozent der Fälle ein Austausch der Heizung statt. Dabei ist Erdgas mit fast 56 Prozent der mit Abstand beliebteste Energieträger. Bei 19 Prozent der geförderten Effizienzhäuser wurde auch eine Lüftungsanlage installiert. Insgesamt resultiert aus dem Förderprogramm eine Endenergieeinsparung von 2.450 Gigawattstunden pro Jahr und eine Verminderung der Treibhausgasemissionen von etwa 847.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr.

"Energieeffizient Bauen" bzw. "Ökologisch Bauen" 2006 bis 2010
Im Neubau werden ausschließlich zukunftsweisende Standards für das Gesamtgebäude - zwischen 2006 und 2010 insgesamt 159.000 Bauvorhaben -  gefördert. Das erreichte Wärmeschutzniveau liegt deutlich über den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die geförderten energieeffizienten Neubauten werden zum Großteil, nämlich zu etwa 57 Prozent, mit elektrischen Wärmepumpen beheizt, Biomasseheizungen werden in etwa 20 und Erdgaslösungen in 13 Prozent der Fälle gewählt. 42 Prozent der Gebäude besitzen thermische Solaranlagen und über die Hälfte eine Lüftungsanlage, meistens mit Wärmerückgewinnung. Die Einsparungen durch die Neubauförderung der Jahre 2006 bis 2010 betragen 1.340 Gigawattstunden Endenergie und 406.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Gerade bei den effizientesten Gebäuden wird überwiegend zu elektrischen Wärmepumpen gegriffen (siehe Tabelle 1 unter "Anlagen und Materialien"). Schon bei den älteren Förderprogrammen (Energiesparhäuser 60 und 40) lag deren Anteil bei über 50 Prozent. Bei den 44 Stichproben für die effizientesten Standards Effizienzhaus 55 und 40 ist die Wärmepumpe mit 83 Prozent eindeutig das bevorzugte Heizsystem. Auch die effiziente Erdgas-Brennwerttechnik ist hier - besonders in Kombination mit Solar- und Lüftungsanlagen - eine mögliche Option, beim Effizienzhaus 70 stehen Gaslösungen (hauptsächlich Erdgas) schon an zweiter Stelle.

Der komplette Monitoringbericht kann auf der Internetseite des IWU heruntergeladen werden.


Weitere Informationen

Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail alexander.sperr@bdew.de

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Anlagen und Materialien

Tabelle 1 Übersicht (PDF)