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Stromverbrauch vergleichen und Sparpotenzial nutzen

Stromspiegel schafft Transparenz: Privathaushalte können mehrere hundert Euro sparen 

In Deutschland gibt es erhebliche Unterschiede beim Stromverbrauch der Privathaushalte. Je nach Geräteausstattung und Nutzung schlummert hier zum Teil enormes Einsparpotenzial: So kann der Unterschied im Stromverbrauch durchschnittlicher 3-Personenhaushalte durchaus 900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr und mehr ausmachen. Je nach Tarif entspricht das rund 260 Euro. Das zeigt der neue Stromspiegel für Deutschland, den das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und weiteren Partnern, veröffentlicht hat. Dazu wurden rund 161.000 Verbrauchsdaten deutscher Haushalte ausgewertet. Privatkunden können die eigene Stromrechnung mit den bundesweiten Werten des Stromspiegels vergleichen und so ihren eigenen Verbrauch in sieben Klassen, von gering bis sehr hoch, einordnen. Dabei berücksichtigt der Stromspiegel die Wohnsituation der Nutzer – Faktoren wie Haushaltsgröße, Gebäudetyp oder die Art der Warmwasserbereitung fließen in das Ergebnis ein und ermöglichen eine differenzierte Bewertung.

Zentrale Ergebnisse des Stromspiegels: Ein durchschnittlicher Drei-Personenhaushalt in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus verbraucht  rund 2.600 kWh Strom im Jahr. Ein Haushalt gleicher Größe in der effizientesten Stromspiegel-Kategorie kommt hingegen mit 1.700 kWh oder weniger aus. Jeder Deutsche verbraucht jährlich im Schnitt 1.400 kWh Strom. Wird das warme Wasser in Bad und Küche elektrisch erhitzt, erhöht sich der Verbrauch um rund 27 Prozent oder 400 kWh. Das trifft auf knapp ein Drittel aller Haushalte in Deutschland zu. 

Download der Stromspiegel-Broschüre unter:

www.stromspiegel.de 


10 Stromspar-Tipps


Neue Heizungspumpe

Bei einer Zentralheizung ist die Pumpe dafür zuständig, dass jeder Heizkörper im Haus mit warmem Wasser versorgt wird. Dass diese einer der größten Energieverschwender sein kann, ist vielen Eigenheimbesitzern nicht klar: Eine alte, ungeregelte Heizungspumpe verbraucht 170 bis 230 Euro Strom pro Jahr, während eine Hocheffizienz-Pumpe nur 3 bis 10 Euro Strom pro Jahr benötigt! (Berechnungsgrundlage: Strompreis 0,27 Euro/kWh, Betrieb 6.500 Stunden pro Jahr)

Warmes Wasser nicht verschwenden

Duschen statt Baden spart eine Menge Energie. Aber auch beim Duschen gibt es noch ein hohes Sparpotential: Duscht man nur eine Minute weniger und bei einem Grad niedriger, spart das bares Geld. Meist reicht eine Temperatur von 37 Grad. Generell sollte das warme Wasser beim Händewaschen und Zähneputzen nicht unnötig laufen.

Energiesparlampe und LED: sparsam und langlebig

Es lohnt sich, auch die allerletzten Glühlampen aus dem Haushalt zu verbannen, denn Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom bei einer mit rund 10.000 Stunden zehnmal längeren Lebensdauer. Noch sparsamer und langlebiger sind LED-Lampen, sie benötigen bis zu 90 Prozent weniger Strom bei einer Lebensdauer von 15.000 bis 25.000 Stunden. Da machen sich die höheren Kosten schnell bezahlt.

Wäsche waschen: One Klick down

Drei Viertel des Stroms benötigt die Waschmaschine zum Erwärmen des Wassers, die Mechanik (Schleudern und Drehen der Trommel) hat wenig Einfluss. Mit einer Verringerung der Waschtemperaturen lässt sich daher besonders viel Strom sparen. Normal bis leicht verschmutzte Wäsche wird auch schon bei niedrigen Temperaturen sauber: 60 statt 90/95 °C, 40 statt 60 °C, 30 statt 40 °C und zum Auffrischen reichen sogar 20 °C.

Bettwäsche und Handtücher müssen heutzutage nicht mehr gekocht werden – gut für die Haushaltskasse, denn der Waschgang bei 90 Grad benötigt fast 50 Prozent mehr Energie als eine 60 °C -Wäsche. Hohe Temperaturen sind nur noch in Ausnahmefällen nötig, wenn besondere Hygiene wichtig ist. Wichtig: Das Waschmittel sollte entsprechend der Bedienungsanleitung dosiert werden. Je Kalkhaltiger das Wasser, desto mehr Waschmittel ist nötig. Auskunft über die Wasserhärte erteilt der Wasserversorger.

Besser den Wäschetrockner verwenden

Der Wärmepumpen-Wäschetrockner sagt dem vormals schlechten Ruf des maschinellen Trocknens den Kampf an. Für Haushalte ohne Trockenplatz im Freien bietet er die wirtschaftlichste Trockenmethode, zudem arbeitet er schnell und schont Allergiker. Wärmepumpentrockner nutzen die Wärme aus der Abluft und werden dafür mit den besten Energieeffizienzklassen A bis A+++ belohnt. Die sparsamsten konventionellen Kondensationstrockner erreichen dagegen maximal Energieeffizienzklassen B und verbrauchen mehr als doppelt so viel Strom wie Wärmepumpentrockner. So machen sich die Mehrkosten bei der Anschaffung bald bezahlt.

Gewusst wie: Stromverbrauch halbieren in der Küche

Wer in der Küche einige einfache Regeln berücksichtigt kann ohne größere Anschaffungen den Stromverbrauch beim Kochen halbieren:

  • Wasser immer im elektrischen Wasserkocher erhitzen.

  • Kochtopf immer mit Deckel benutzen und nach dem Ankochen die Leistung der Kochstelle rechtzeitig reduzieren.

  • Spezialgeräte wie Eierkocher und Kaffeemaschine nutzen sowie das Mikrowellengerät für kleine Mengen und kurze Garzeiten.

  • Kaffeemaschine und Thermoskanne nutzen. Ideal ist eine Kaffeemaschine, die direkt in die Thermoskanne brüht.

  • Im Verhältnis spart die Zubereitung größerer Mengen Energie (nur sinnvoll, wenn die gesamte Speisenmenge verwendet wird).

Stand-by-Verluste vermeiden

Typische Stand-by-Verluste im Haushalt können sich leicht auf über 100 Euro pro Jahr addieren, denn Geräte wie Fernseher, PC mit Monitor, DSL-Router, Laserdrucker, schnurloses Telefon, Kaffeemaschine, Mikrowelle, Elektroherd, DVD-Spieler, Hifi-Anlage und Spielkonsole stehen in den meisten Haushalten. Oft werden sie aus Bequemlichkeit nicht bzw. nicht ganz ausgeschaltet, manche Geräte haben aber auch keinen Aus-Schalter mehr. Hilfe kommt von der europäischen Öko-Design-Verordnung zur Vermeidung von Leerlauf- und Schein-aus- Verlusten (Stand-by): Seit Anfang 2013 darf die Leistungsaufnahme im Aus-Zustand sowie im Standby-Betrieb 0,5 Watt nicht überschreiten. Werden im Standby-Betrieb bestimmte Anzeigefunktionen bereitgestellt, darf die Leistungsaufnahme 1 Watt nicht überschreiten. Aber Achtung: Bereits im Handel befindliche Geräte dürfen unbegrenzt weiterverkauft werden. Vor allem bei älteren Geräten gilt daher: Durch Ausschalten bzw. durch Nutzung einer schaltbaren Steckerleiste Leerlauf- und Schein-aus-Verluste vermeiden.

Kältegeräte: Richtige Aufstellung spart Energie

Grundsätzlich gilt: Je kühler der Standort, desto geringer der Stromverbrauch – eine Verringerung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt den Stromverbrauch bei Kühlgeräten um etwa sechs Prozent, bei Gefriergeräten um drei Prozent. Als Faustregel gilt also: Kühlgeräte immer an einem möglichst kühlen Ort aufstellen. Außerdem sollten sie nicht neben einer direkten Wärmequelle stehen, sei es der Heizkörper oder auch die direkte Sonneneinstrahlung.

Alte und ineffiziente Kühl- und Gefriergeräte austauschen

Auch wenn das Altgerät noch funktioniert, lohnt es sich, über eine Neuanschaffung nachzudenken. Ein Beispiel: Wird eine Kühl-Gefrierkombination aus dem Jahr 2000 gegen ein modernes A+++ Gerät ausgetauscht, lassen sich pro Jahr rund 70 Prozent der Betriebskosten sparen, das gut 80 Euro. Bei einer Lebenszeit von durchschnittlich 14 Jahren addiert sich die Einsparung auf rund 1.200 Euro. (Berechnungsgrundlage: Strompreis 0,27 Euro/kWh)

Energielabel: „A+“ ist oft die schlechteste Klasse

Das Energielabel ist eine europaweit vorgeschriebene Verbraucherinformation, die Geräte nach ihrem Energieverbrauch in Klassen einteilt, um sie einfach vergleichbar zu machen. Anfangs reichte die Skala von A bis G, aufgrund des technischen Fortschritts wurden darüber drei „Plus“-Klassen eingeführt. Seither tragen die sparsamsten Geräte „A+++“. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen und Geschirrspülern dürfen sogar nur noch Geräte mit den Labelklassen A+ bis A+++ neu in den Handel gebracht werden, A+ ist somit die schlechteste Klasse. Staubsauger starteten im September 2014 mit den Labelklassen A bis G, ab September 2017 werden neue Geräte in die Klassen A+++ bis D eingeteilt, dann wird auch die maximale Leistungsaufnahme von aktuell 1600 Watt auf 900 Watt heruntergesetzt. Elekto- und Gas-Backöfen werden seit Januar 2015 mit den Klassen A+++ bis D gelabelt. Waschtrockner dagegen behalten bis auf weiteres die Klassen A bis G.
Besonders unübersichtlich ist die Regelung für Fernseher und Dunstabzugshauben:  Aktuell müssen neue Fernseher mit einem Energielabel mit den Energieeffizienzklassen von A++ bis E gekennzeichnet werden. Auf freiwilliger Basis darf aber bereits das Label mit A+++ bis D verwendet werden. Für Dunstabzugshauben sind die Labelklassen A+ bis F Pflicht. A++ bis E darf ebenfalls schon verwendet werden, Pflicht wird dies ab 2018. Seit dem 26. September 2015 fallen auch Heizungen und Warmwasserbereiter unter die Labelpflicht, seit April 2017 zudem Festbrennstoffkessel.

Beratungsangebote der Energieversorger, Angebote des BDEW und seiner Marktpartnerorganisation HEA:

www.ganz-einfach-energiesparen.de   

www.hausgeraete-plus.de

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