Viele Energieversorgungsunternehmen investieren seit Jahrzehnten in den Ausbau gigabitfähiger Netze. Konnektivität wird dadurch nicht nur zum Geschäftsfeld - die Branche trägt deutschlandweit auch wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit von Regionen bei. Gleichzeitig sind leistungsstarke und sichere Netze eine zentrale Voraussetzung für die Energiewende: Sie ermöglichen die Steuerung dezentraler und volatiler Erzeugungsanlagen.
Zentraler Player beim Glasfaserausbau
Energie- und Wasserversorger aller Größenordnungen - vom Stadtwerk bis zum national agierenden Unternehmen – investieren seit Jahrzehnten intensiv in den Glasfaserausbau. Eigenständig oder über Tochterunternehmen sind sie zu zentralen Akteuren auf dem Telekommunikationsmarkt geworden. Für viele BDEW-Mitgliedsunternehmen ist der Betrieb gigabitfähiger Netze längst ein wichtiger Geschäftszweig.
Durch ihre regionale Verankerung tragen die Mitgliedsunternehmen besonders dazu bei Regionen mit Glasfaser zu versorgen, die lange Zeit für größere Telekommunikationsunternehmen nicht attraktiv waren. Gleichzeitig spielt die Branche auch im städtischen Raum eine entscheidende Rolle: Glasfaseranschlüsse fördern dort die digitale und wirtschaftliche Teilhabe der Bevölkerung.
Ohne digitale Transformation kann die Energiewende nicht erfolgreich sein. Nur durch den Einsatz digitaler Technologien lässt sich die steigende Komplexität eines zunehmend dezentralen und volatilen Energiesystems im Zuge der ambitionierten Klimaziele bewältigen. Hierfür ist eine hochleistungsfähige, zuverlässige und flächendeckende Glasfaserinfrastruktur notwendig.
Synergien beim Glasfaser-Roll out und der Energiewende
Gleichzeitig eröffnet die Energiewende bei passender Koordination Chancen für einen schnelleren Glasfaserausbau. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität stimmen technische, zeitliche und organisatorische Anforderungen häufig überein. Auch die Wärmewende bietet ein echtes “Window of Opportunity” für die Telekommunikationsbranche. Sobald die Gebiete für die Fernwärme ausgewiesen sind, lassen sich Glasfaser- und Fernwärmeleitungen gleichzeitig verlegen. Der große Vorteil: Tiefbauarbeiten an den gleichen Straßen müssen nicht mehrfach separat, sondern nur einmal gemeinsam stattfinden.
Günstiger und nachhaltiger Mobilfunkausbau
Auch der Mobilfunkausbau profitiert von der Energie- und Wasserbranche. Die Bundesnetzagentur hat Mobilfunknetzbetreibern ambitionierte Versorgungsauflagen auferlegt: Bis 2030 sollen weiße und graue Flecken geschlossen werden, um eine flächendeckende Mobilfunkversorgung sicherzustellen.
BDEW-Mitgliedsunternehmen verfügen über hunderttausende technisch geeignete und flächendeckend verfügbare Standorte – Strom- und Funkmasten, Windenergieanlagen, Gebäude und Liegenschaften – die für den Mobilfunkausbau genutzt werden können. Besonders in schwer erreichbaren ländlichen Regionen steht diese Infrastruktur bereits dort, wo neue Mobilfunkstandorte nur kostenintensiv errichtet werden könnten. Hinzu kommen Standorte in städtischen und halbstädtischen Gebieten – hier berichten Mobilfunknetzbetreiber zunehmend von Schwierigkeiten, geeignete Infrastruktur für den Aufbau ihrer Antennen zu finden.
Neben finanziellen Vorteilen stellt eine Mitnutzung auch einen enormen Nachhaltigkeits- und Akzeptanzgewinn dar. Planungsverfahren werden deutlich verkürzt, Belastungen für Umwelt und Kommunen reduziert.
Zudem haben die Energieversorgungsunternehmen mit rund 1.600 errichteten 450-MHz-Masten bereits umfassende Kompetenz in der Errichtung und im Betrieb von Funkstandorten. Eigenständige Turmgesellschaften könnten den weiteren Ausbau im Mobilfunkbereich fördern.
Der BDEW wirbt daher für weitere Partnerschaften zwischen der Energie- und der Mobilfunkbranche, um kooperativ einen schnellen, kosteneffizienten und nachhaltigen Mobilfunkausbau zu ermöglichen.