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Smart-Meter-Rollout: Fortschritte sichtbar

BDEW-Faktenpapier und Mitgliederumfrage ordnen Auswertungen der BNetzA ein. Rahmenbedingungen sind entscheidend.

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© Quality Stock Arts / Shutterstock

 

Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland nimmt Fahrt auf. Die gesetzliche Rollout-Quote für 2025 wird mit 23,3 % im Durchschnitt über alle Messstellenbetreiber hinweg erreicht – wenn auch nicht von jedem einzelnen Unternehmen.

Quote erfüllt, differenzierte Betrachtung notwendig

Fast die Hälfte aller Messlokationen in Deutschland konzentriert sich auf wenige große Messtellenbetreiber. Diese haben die Rollout-Quote im Durchschnitt erfüllt. Die flächendeckende Verfügbarkeit wird damit bereits heute gewährleistet.

Bei den 77 Unternehmen, die noch nicht mit dem Pflicht-Rollout begonnen haben, handelt es sich wiederum um kleinere Unternehmen, die nur für etwa 1 % des Pflichtrollouts stehen. Die Auswirkung auf die Gesamtquote ist entsprechend gering. Die BNetzA hat angekündigt, gegen diese Unternehmen Verfahren einzuleiten.

Die Branche ist damit insgesamt auf Kurs. Gleichzeitig bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen, die den weiteren Ausbau bremsen.

BDEW-Umfrage: Rollout läuft, aber mit Herausforderungen

Im Rahmen einer BDEW-Umfrage unter grundzuständigen Messstellenbetreibern im März 2026 zeigt sich ein klares Bild: 57 % der Unternehmen haben die Pflichtquote bereits erreicht, weitere planen, im Laufe des Jahres 2026 nachzuziehen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass der Rollout ein komplexes, IT-getriebenes Transformationsprojekt ist. Verzögerungen entstehen insbesondere durch Integration in Backend-/Abrechnungssysteme, begrenzte Kapazitäten bei IT-Dienstleistern und hohe administrative Anforderungen.

Die Ergebnisse belegen, dass die Entwicklung des Smart-Meter-Rollouts in den vergangenen Jahren auch maßgeblich durch externe Faktoren geprägt war, die außerhalb des direkten Einflussbereichs der Unternehmen lagen.

Praktische Umsetzbarkeit Schlüssel für mehr Tempo

Die Ergebnisse bestätigen, dass die regulatorische Ausgestaltung ein wesentlicher Faktor für die Geschwindigkeit des Rollouts ist. Vereinfachte Prozesse und Marktkommunikation, eine Entkopplung von iMSys- und Steuerungsrollout sowie eine Verbesserung bei gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen insgesamt könnten den Ausbau deutlich beschleunigen.

Fazit

Der Rollout ist auf dem richtigen Weg und gewinnt an Dynamik. Für den weiteren Fortschritt kommt es nun entscheidend darauf an, die Rahmenbedingungen stärker an der praktischen Umsetzbarkeit auszurichten. Der BDEW wird sich hier weiterhin engagiert einbringen.

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