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2030-Klimaziele im Gebäudesektor mit ambitioniertem Zubau Erneuerbarer Energien und Technologiemix erreichbar

Die Klimaziele im Gebäudesektor sind mit einer realitätsnahen Sanierungsrate von 1,4 Prozent erreichbar, wenn alle Optionen der Wärmeversorgung genutzt werden. Das zeigt ein aktuelles Gutachten im Auftrag des BDEW.

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© jocker-petra-steuer / picture-alliance

Die Emission von Treibhausgasen (THG) im Gebäudesektor soll bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts gegenüber 1990 um 68 Prozent sinken. Das kann gelingen, wenn die heute vorhandenen Wärmeversorgungslösungen und deren Infrastrukturen berücksichtigt und immer stärker für den Einsatz Erneuerbarer Energien genutzt werden. Das ist das Fazit des aktuellen Gutachtens, das erstmals Berechnungsergebnisse bezüglich des Koalitionsvertragsziels von 50 Prozent klimaneutraler Wärme bis zum Jahr 2030 vorstellt.

Gutachten

Für eine Auswahl unterschiedlicher Heizenergieträger, -systeme und Infrastrukturen wurde das Treibhausgas-Minderungspotenzial bis zum Jahr 2030 im deutschen Gebäudesektor untersucht. Dabei wurde die Heterogenität hinsichtlich Gebäude- und Siedlungstypen, unterschiedlicher Effizienzstandards, die erwartbare Verfügbarkeit von Fachkräften sowie die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.

Im Rahmen der bis 2030 erwarteten Ersatz- und Neubauzyklen wird die jeweils technisch für das Gebäude am besten geeignete Versorgungsoptionen eingesetzt: Wärmepumpen in Gebäuden mit ausreichend hohem Effizienzstandard und erschließbaren Wärmequellen. Bei höheren Heizlasten können sie als Hybridsystem mit ergänzendem Gaskessel zum Einsatz kommen. Zunehmend grüne Fernwärme bietet sich zur Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden und zur Quartiersversorgung in urbanen Ballungsgebieten ebenso an, Gas-Brennwertheizungen können mit erneuerbaren und dekarbonisierten Gasen betrieben werden, sodass eine direkte Substitution von fossilen Energieträgern im Bestand erfolgen kann.

Das Gutachten zeigt, dass der gebäudeorientierte Einsatz der beschriebenen Wärmeversorgungsoptionen mit dem einhergehenden, wachsenden Einsatz Erneuerbarer Energien zu einer breiten Substitution fossiler Energieträger im Gebäudesektor führt. Gegenüber dem Referenzszenario, das die aktuellen wärmetechnischen Sanierungszyklen und Energieträger-Substitutionen fortschreibt, können so zusätzlich THG-Emissionen in Höhe von 33 Mio. t CO2 vermieden werden. Dafür gibt das Gutachten differenzierte Handlungsempfehlungen. Zudem wird die Berechnungsmethodik des Gutachtens genutzt, um eine Einordnung des Koalitionsvertragsziels einer zu 50 Prozent klimaneutralen Wärmeerzeugung bis zum Jahr 2030 aufzuzeigen.

BDEW-Podcast: Bausteine für eine klimaneutrale Wärmeversorgung

Welche das sind, darüber haben sich Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in vier BDEW-Audiogesprächen ausgetauscht.

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