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Corona-Virus: Aktuelle Fragen und Antworten

FAQ zum Thema Corona-Virus und Versorgungssicherheit in der Energie- und Wasserwirtschaft. Stand vom 19.3.2020 

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Hinweis: Dieser FAQ basiert auf den Lageeinschätzungen und Erkenntnissen mit Stand 19. März 2020. Er wird regelmäßig aktualisiert.   

Aktuelle Fragen und Antworten

Gerne können Unternehmen die folgenden Antworten auch in ihrer Kommunikation gegenüber Medien und interessierter Öffentlichkeit verwenden.

Wie bewertet die Energie- und Wasserwirtschaft aktuell die Situation? Ist die Versorgung mit Energie und Trinkwasser gesichert?
Der BDEW steht in engem Austausch mit den Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft zu den fortlaufenden Entwicklungen und den von den Unternehmen getroffenen Maßnahmen sowie mit Ministerien, Behörden und Institutionen.

Derzeit sehen die Unternehmen kein Risiko für die Versorgungssicherheit. Sie führen regelmäßig Risikobewertungen durch, da sich die Lage national und international als sehr dynamisch abzeichnet. Die Situation muss vor dem Hintergrund der zunehmenden Krankenfälle sowie der Dauer der Pandemie immer wieder neu bewertet werden. Die Branche hat im Rahmen ihres Krisen- und Notfallmanagements Prozesse aufgesetzt, die regelmäßig getestet, geprüft und evaluiert werden. Für Krisenfälle werden die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft bei Bedarf in lokalen und regionalen Krisenstäben in Landkreisen und kreisfreien Städten eingebunden.

Die Energie- und Wasserwirtschaft nutzt in weiten Teilen Fernwirktechnik und verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad. Für den sicheren Betrieb der Energienetze gilt zudem das so genannte N-1 Kriterium: Dieses Kriterium besagt, dass auch bei Ausfall einer wichtigen technischen Komponente die Netzsicherheit gewährleistet bleiben muss. Fällt eine wichtige Komponente aus, übernimmt ein anderes Betriebsmittel dessen Funktion.

Mit Blick auf die Wasserversorgung hat das Umweltbundesamt bestätigt, dass Trinkwasser, das 'unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt' wird, 'sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren geschützt' ist.

Sind die Versorger auf Krisenfälle vorbereitet?
Als Betreiber kritischer Infrastrukturen ist das Krisen- und Notfallmanagement für die Versorger eine Daueraufgabe höchster Priorität. Die Energiewirtschaft hat im Rahmen ihres Krisen- und Notfallmanagements Prozesse aufgesetzt, die regelmäßig getestet, geprüft und evaluiert werden. Neben Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Sicherstellung der Energie- und Wasserversorgung das oberste Ziel. Ver- und Entsorger können auf Pandemie-, Vorsorge- und Notfallpläne zurückgreifen. Zuletzt wurden diese bei der Vogelgrippe erfolgreich eingesetzt.

Welche Maßnahmen treffen die Versorger?
Die Versorger haben präventiv entsprechend der jeweiligen Situation verschiedene Maßnahmen getroffen. Je nach Erfordernis gehört dazu beispielsweise die Einberufung von Präventions- bzw. Krisenteams zur Analyse und Beobachtung der Entwicklungen sowie zur Koordination interner Maßnahmen. Dazu gehört je nach Notwendigkeit vor Ort auch die präventive Ausarbeitung von Notfallschichtplänen.

Vorsorglich werden Dienstreisen eingeschränkt oder gänzlich verboten. Zudem setzen die Unternehmen verstärkt auf Home-Office-Regelungen. Mitarbeiter, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, arbeiten prophylaktisch 14 Tage von zu Hause aus. Als weitere Maßnahme arbeiten Mitarbeiter für den Betrieb sensibler Bereiche nur noch voneinander getrennt.

Wie kann sichergestellt werden, dass in den besonders sensiblen Bereichen der Unternehmen auch bei erheblicher Zunahme an Infektionen immer genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen?
Größtes Augenmerk legen die Unternehmen auf die Sicherstellung von betriebsnotwendigem Personal (sowohl eigenes als auch solches von Dienstleistern). Dies gilt v. a. für die Netzleitstellen und Kraftwerkswarten sowie für die technischen Rufbereitschaften zur Entstörung. Die Energie- und Wasserwirtschaft nutzt in weiten Teilen Fernwirktechnik und verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad. Besondere Beachtung finden Arbeitsbereiche wie Leitstellen, Entstörungsdienste sowie dazugehörige Unterstützungsprozesse. Hier werden zusätzlich vorsorgliche Maßnahmen für den Fall einer Quarantäneanordnung ergriffen.

Die Unternehmen vor Ort bewerten kontinuierlich, welche spezifische Maßnahmen erforderlich sind. Hierzu gehören:

- Zutrittsbeschränkungen für relevante Gebäudebereiche.

- Der Schutz des Schlüsselpersonals zur Sicherstellung der betrieblichen Abläufe innerhalb der Organisation zur Sicherstellung eines Notbetriebs.

- Ggf. die Isolierung von notwendigem Fachpersonal für den Betrieb sensibler Bereiche voneinander.

- Ggf. Vorkehrungen. dass Personal bei Auftreten eines Verdachtsfalls im Team aus getrennten Räumen arbeiten kann.

- Die Planung des Personaleinsatzes nach ausgearbeiteten Notfallschichtplänen.

Angenommen, bestimmte Regionen werden unter Quarantäne gestellt: Wie kann die personelle Besetzung von wichtigen technischen Betriebsteilen sichergestellt werden?
Werden Gebietsquarantänen (sowohl Ausgangs- als auch Zutrittssperren) angeordnet, muss mit der Anordnung sichergestellt werden, dass Ausnahmeregelungen für den Einsatz betriebsnotwendigen Personals der Versorger ausgesprochen werden, wie sie auch für medizinisches Personal gelten. Energie- und Wasserversorger sind hierzu bereits vorsorglich mit den zuständigen Behörden in Kontakt.

Wie steht es um die Belieferung mit wichtigen Vorprodukten wie zum Beispiel Ersatzteilen?
Ein Ausfall der Lieferkette ist aktuell in Hinblick auf die Auswirkungen auf die Absatzmärkte nicht akut, da die notwendigen Anlagen wie die sensiblen Ersatzteile redundant vorhanden sind bzw. vorgehalten werden. Durch den Ausfall von Zulieferern ist jedoch bereits jetzt absehbar, dass es in Einzelfällen zu Verzögerungen bei Bauprojekten/Umrüstungen kommen kann. Auch hier muss eine tagesaktuelle Bewertung erfolgen, wenn es zu einem Ausfall von Wirtschaftszweigen kommt, die für die Zulieferung relevant sein können. Notwendig ist weiterhin die Sicherstellung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs. Im Gasbereich ist die Versorgungslage aufgrund des milden Winters überdurchschnittlich gut, die originäre Bezugssituation ebenfalls. Die Lieferketten werden kontinuierlich überwacht, um frühzeitig Risiken zu identifizieren und Redundanzen zu entwickeln. Zudem werden alternative Lieferanten geprüft, insbesondere von betriebsnotwendigen Verbrauchsstoffen.


SPEZIFISCHE FRAGEN UND ANTWORTEN TRINKWASSERVERSORGUNG

Warum ist das Trinkwasser vor Viren gut geschützt?
Trinkwasser ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel und wird nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und in das Leitungsnetz verteilt. Es ist deshalb sehr gut gegen alle Viren geschützt. Eine Übertragung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 erfolgt nach derzeitigem Wissensstand vor allem über den direkten Kontakt zwischen Personen oder kontaminierte Flächen. Bereits aus diesem Grund ist die Gefahr der Infizierung über das Trinkwasser sehr gering.

In Deutschland stellt das seit Jahrzehnten eingeführte Multibarrieren-System, bestehend aus Ressourcenschutz (u. a. Ausweisung von Wasserschutzgebieten), Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie die fachgerechte Planung, der Bau und der Betrieb einer Trinkwasser-Installation (u. a. korrekte Absicherung) eine sichere Grundlage zur Vermeidung wasserbedingter Epidemien dar. So hat zum Beispiel das Grundwasser, welches für die Trinkwassergewinnung genutzt wird, eine längere Bodenpassage durchlaufen und ist im Untergrund gut gegen alle mikrobiellen Verunreinigungen, einschließlich Viren, geschützt. 

Verfügen die Wasserversorger über Notfallpläne?
Für Krisenfälle sind die Wasserver- und Abwasserentsorger vorbereitet, sie werden bei Bedarf in lokalen und regionalen Krisenstäben in Landkreisen und kreisfreien Städten eingebunden. Ver- und Entsorger können auf Pandemie -, Vorsorge- und Notfallpläne zurückgreifen. Zuletzt wurden diese bei der Vogelgrippe erfolgreich eingesetzt. 

Kann das Corona-Virus über das Trinkwasser aus dem Hahn übertragen werden?
Trinkwasser wird in Deutschland vorwiegend aus Grundwasser gewonnen. Das gewährleistet eine hohe Sicherheit gegenüber mikrobiologischen und chemischen Risiken. Dort, wo Trinkwasser aus Oberflächengewässern gewonnen wird, werden in der Regel aufwändige technische Verfahren eingesetzt, mit denen die Grenzwerte und Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Ist dies der Fall, erscheint eine Infektion des Menschen mit dem Covid-19-Virus über Trinkwasser nach derzeitigem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich. Trinkwasser ist zudem das am besten kontrollierte Lebensmittel. 

Das Umweltbundesamt führt deshalb in der aktuellen Stellungnahme zu SARS-CoV-2 aus, dass „Trinkwässer, die unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werden, sind sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt“ sind. „Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach derzeitigem Kenntnisstand höchst unwahrscheinlich.“


Von Maßnahmen zur Hilfe der Wirtschaft über Datenschutz bis Fragen zur Trinkwasserqualität - in unserer aktuellen Linkliste finden Unternehmen Ansprechpartner und weitere Informationen                

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