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Energievertriebe im Wandel - Beispiele aus der Praxis

Im Rahmen des Projektes "Zehn Thesen zum Energievertrieb" zeigen Beispiele wie sich Energievertriebe in einem modernen Endkundenmarkt neu aufstellen - mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen.

Zielgruppe: Privat-/Gewerbekunden

Zielgruppe: Geschäftskunden

Zielgruppe: Marktpartner, Kommunen


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SW München und coneva entwickeln gemeinsam ein integriertes Energiemanagement-System

Im Juli 2018 starteten die Stadtwerke München und die coneva GmbH (eine Tochtergesellschaft der SMA Solar Technology AG) eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung eines integrierten Energiemanagement-Systems. Damit können Haushalte und gewerbliche Kunden ihren Strom selbst erzeugen, speichern und dessen Nutzung optimieren.

Das softwarebasierte und modulare Energiemanagement-System auf Basis der von SMA entwickelten IoT-Plattform für Energiemanagement ennexOS soll dabei in das Smart Meter Gateway integriert werden. Durch diese Verbindung kann das Gateway nicht nur zur Übertragung von Verbrauchsdaten genutzt werden. Auch die Ansteuerung von Erzeugungsanlagen, Energiespeichern und Verbrauchern, beispielsweise aus den Bereichen Photovoltaik, stationäre und mobile Speicher sowie Haushaltsgeräte, kann über die sichere Infrastruktur des Gateways erfolgen.

Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Als grundzuständiger Messstellenbetreiber in München liegt es für uns natürlich nahe, die Nutzung der bereits vorhandenen, digitalen Smart Meter Infrastruktur weiter auszubauen. In engem Schulterschluss mit coneva wollen wir nun die Digitalisierung der Energiewende weiter vorantreiben und um den Funktionsumfang des Energiemanagements erweitern. Dabei sehen wir das gemeinsame Pilotprojekt als nächsten logischen Schritt, die Ausbauoffensive Erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben.“

Somit wird ein Geschäftsmodell auf Basis der intelligenten Messinfrastruktur aufgesetzt, das in Richtung weiterer zukunftsträchtiger Geschäftsfelder ausgeweitet werden soll.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6) und These XI Dezentralisierung und Flexibilitätsmanager (Seite 14).


enviaM: Neue App ermöglicht Stromkunden Transparenz beim Stromverbrauch

Energiedienstleister bietet Hauseigentümern und Mietern zukünftig einfach und bequem die Kontrolle ihres Stromverbrauchs und ihrer Stromkosten an.

enviaM-Stromkunden können ihren Stromverbrauch und ihre Stromkosten künftig sehr viel einfacher und bequemer kontrollieren. Möglich machen soll dies das neue Stromprodukt „MEIN STROM digital“ des Energiedienstleisters. Es beinhaltet neben der Stromlieferung mit Happy Hour und monatlichem Energiebericht auch eine App. Diese ist über eine Empfangsbox mit dem Stromzähler verbunden und sorgt für Transparenz in Echtzeit.

Grundlage für die Nutzung ist eine moderne Messeinrichtung, deren Einbau bei allen Haushaltskunden gesetzlich vorgeschrieben ist. Kunden erhalten den neuen digitalen Zähler kostenfrei inklusive Einbau und Empfangsbox. „MEIN STROM digital“ soll ab Januar 2019 verfügbar sein. Eine Online-Vorab-Registrierung ist unter www.enviaM.de/meinstromdigital bereits möglich.

Für den Stromkunden ist es dank der Empfangsbox und der App problemlos machbar, seinen Zählerstand am Computer, Tablet oder Smart-Phone abzulesen. Neben dem aktuellen Stromverbrauch sind auch tages-, wochen-, monats- oder jahresbezogene Stromverbrauchswerte abrufbar.

Die App zeigt dem Kunden zusätzlich an, wie sich sein Stromverbrauch auf die elektrischen Geräte im Haushalt verteilt. So sind für ihn auffällig hohe Verbräuche in den eigenen vier Wänden sofort erkennbar. Weist der Stromverbrauch ungewöhnliche Schwankungen auf, macht die App den Kunden darauf aufmerksam. Sie teilt ihm auch mit, wie hoch seine aktuellen Stromkosten sind. Damit gehören Überraschungen bei der Jahresrechnung der Vergangenheit an. Zusätzlich soll es einen Happy Hour-Rabatt geben: An einer Stunde am Abend kostet Strom nur die Hälfte.

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Quelle: enviaM

„Mit unserem neuen Angebot ermöglichen wir unseren Stromkunden den Einstieg in die digitale Energiewelt. Sie erhalten einen genauen Überblick über ihren Stromverbrauch und ihre Stromkosten. So helfen wir ihnen, effizienter und intelligenter mit Strom umzugehen“, betont Dr. Andreas Auerbach, enviaM-Vorstand Vertrieb.

Das ist ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten mit Daten aus intelligenten Messgeräten neue Angebote für Privatkunden, beispielsweise zur Kundenbindung, zu entwickeln.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These III Standardprozesse (Seite 8).


E.ON entwickelt Lösung für intelligentes und vernetztes Wohnen

Das Haus der Zukunft wird mitdenken, Stromkosten sparen, die persönliche Klimabilanz verbessern, mehr Freizeit ermöglichen und so das Leben insgesamt verbessern. Möglich machen wollen diese Vision die Unternehmen E.ON und Microsoft. In enger Zusammenarbeit haben sie eine Software-Lösung für das Zuhause entwickelt, die neue Standards setzen soll. E.ON will die erste Version des neuen Produkts Anfang 2019 auf den Markt bringen, meldete das Unternehmen am 25. September 2018.

Diese nächste Stufe des Smart Home schließt insbesondere das Energiemanagement ein. Dieses zielt darauf ab, die Daten aller Anlagen im Haus, wie Heizung, Klimaanlage, Solaranlage, Batteriespeicher oder Ladegerät für das Elektrofahrzeug, auf einer Plattform zusammenzufassen, für die Kunden übersichtlich in einem sogenannten Dashboard darzustellen und einfache Steuerungsmöglichkeiten anzubieten. Bisher gibt es für unterschiedliche Anlagen und Systeme innerhalb des Hauses jeweils individuelle Apps, die untereinander kaum kompatibel sind. Mit der neuen Lösung will E.ON nun erstmals eine zentrale und komfortable Steuerung aller Anlagen mit einer einzigen App möglich.

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge (IoT) lernt die Steuerung stetig dazu und wird so zu einem persönlichen Assistenten. So wird die Haus-Steuerung von E.ON beispielsweise vorhersagen können, wann seine Bewohner nach Hause kommen und im Vorfeld die Wunschtemperatur einstellen. Der Nutzer kann seinen Energieverbrauch auch so steuern, dass er nur seinen selbst erzeugten Strom einsetzt und energieautark wird.

Zudem soll möglich sein, dass das System überschüssigen Strom aus der Batterie des Elektrofahrzeugs oder der Solaranlage auf dem Energiemarkt anbietet, wenn die Preise dort hoch sind und ein Verkauf sich für den Hausbesitzer lohnt. Genauso erkennt die Anlage, wenn im umgekehrten Fall günstiger erneuerbarer Strom aus dem Energienetz geladen werden kann, falls der selbst produzierte Strom aus der Solaranlage mal nicht ausreicht. E.ON wird nach eigener Aussage das erste Energieunternehmen sein, das diese Lösung in Europa anbietet.

„Digitalisierung, das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz schaffen neue Möglichkeiten, um den Kunden neuen Komfort zu bieten. Durch die Zusammenarbeit mit Microsoft werden wir das Segment intelligentes Haus spürbar vorwärtsbringen“, betont E.ON-Vorstandsmitglied Karsten Wildberger und ergänzt: „Wir präsentieren eine Lösung, die alle Aspekte des Energiemanagements zu Hause auf eine neue Ebene hebt. Unsere Lösung basiert auf dem neuesten Stand der Technik und wird ständig weiterentwickelt.“

Da in der Energy Management Box jedes Hauses riesige Mengen an Informationen gespeichert und verschlüsselt werden, soll die Datensicherheit im Mittelpunkt stehen. Die Geräte werden geschützt durch Microsoft Azure Sphere, einer Lösung für den Schutz aller mit dem Internet verbundenen Geräte. Azure Sphere beinhaltet drei Komponenten: Azure Sphere zertifizierte Mikrocontroller, das speziell für sichere IoT-Anwendungen entwickelte Betriebssystem Azure Sphere OS sowie den schlüsselfertigen Cloud-Dienst Azure Sphere Security Service für den Schutz der verbundenen Geräte.

E.ON trifft mit seinem Produkt auf einen Markt, dem ein starkes Wachstum vorausgesagt wird. Aktuell werden in Europa jährlich 40.000 Smart Home Systeme verkauft. Nach einer E.ON vorliegenden Studie wird das Marktvolumen binnen drei Jahren auf 200.000 Einheiten ansteigen. Bei einem starken Anstieg der Elektromobilität sind noch höhere Wachstumsraten zu erwarten.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, digitale Services zu einem Dienstleistungsmodell zu verschmelzen unter gegebener Berücksichtigung von Datenschutz und Datensicherheit.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6) und These IV Datenquellen, Datenschutz und Datensicherheit (Seite 9).


innogy bietet App für besseren Überblick: Schon 5.000 Nutzer verwalten ihre Verträge digital

Mehr als 5.000 registrierte Nutzer der vbox in fünf Monaten, vermeldete innogy am 25. Oktober 2018. Mit diesem digitalen Vertragsassistenten von innogy lassen sich sämtliche Verträge verwalten, beispielsweise Mobilfunk, Versicherung, Pay-TV oder sonstige Abos.

Dietrich Gemmel, Leiter des Privatkundengeschäfts von innogy, sagt: „Digitalisierung ist ein Megathema in allen Bereichen. Auch bei innogy setzen wir sehr erfolgreich auf digitale Angebote. Mit der vbox bieten wir unseren Kunden einen hilfreichen Service, den viele zu schätzen wissen. Sie erhalten kostenlos einen leistungsfähigen Online-Vertragsmanager mit vielen erprobten Funktionalitäten und der Sicherheit einer vertrauten Marke.“

Die Bedienung des Vertragsassistenten ist einfach und komfortabel. Nach kurzer Anmeldung gibt der Nutzer seine Vertragsdaten ein und bekommt dann alles übersichtlich dargestellt. So entfällt das Suchen von Verträgen in dicken Aktenordnern. Die Kunden haben ihre Kosten im Blick, besonders hilfreich ist die Erinnerungsfunktion. Die vbox erinnert die Nutzer via Push-Nachricht oder per E-Mail, wenn eine Frist zur Kündigung eines Abos naht.

Auch an das Thema Datenschutz hat innogy gedacht. Alle eingegebenen Daten werden per SSL-Protokoll verschlüsselt. Es werden keine Vertragsdaten an Dritte weitergegeben. Dies wird auch durch die Überprüfung der Sicherheit durch den TÜV Süd sichergestellt.

Seit Mai ist die kostenlose mobile App für Android und iOS erhältlich. Eine Bewertung in den App-Stores mit mehr als vier Sternen zeigt, so das Unternehmen, dass das Angebot bei den Nutzern gut ankommt.

Das ist ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die Digitalisierung für erste niedrigschwellige Angebote im Endkundenmarkt zu nutzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6).


SW Bochum: Solarpaket neu mit Stromflat

Bereits seit 2015 bieten die Stadtwerke Bochum ihren Privat- und Gewerbekunden das Stadtwerke Solar Paket an, ein Pachtmodell für Photovoltaikanlagen. Seit Anfang 2018 können die Kunden ergänzend eine Stadtwerke Stromflat mit 24-monatiger Preisgarantie wählen.

Die Stadtwerke liefern ihren Kunden die Restmenge des Stroms, den sie trotz Solaranlage und ggf. Batteriespeicher benötigen, zum monatlichen Festpreis. Die Preise werden während der Laufzeit nicht angepasst, ausgenommen sind staatliche Abgaben und Steuern. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit von 24 Monaten überprüfen die Stadtwerke gemeinsam mit dem Kunden den Flatrate-Betrag. „Verbraucht der Kunde mindestens 10 Prozent weniger als geplant, erhält er eine zusätzliche Prämie. In Abhängigkeit von der eingesparten Menge liegt die Prämie bei 50 bis 150 Euro“, ergänzt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel. Hat sich das Verbrauchsverhalten geändert, wird der Flatrate-Betrag angepasst.

Beim Solar Paket errichten die Stadtwerke eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihrer Kunden und kümmern sich um deren Betriebsführung und Instandhaltung. „Die Kunden tragen keine Investitionskosten und profitieren von unserem Rundum-Sorglos-Paket“, so Valentin Scheltow, Leiter Energiedienstleistungen. In Kombination mit einem Energiespeicher könne die Eigennutzung des erzeugten Solarstroms im Haushalt auf über 90 Prozent erhöht werden. Der vom Kunden nicht selbst genutzte Solarstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.

Eine immer größere Anzahl von Kunden will zukünftig aktiver am Energiemarkt partizipieren. Komplettlösungen wie das vorgestellte Produkt kommen dem häufigen Wunsch nach Einfachheit entgegen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These II Einfachheit und Geschwindigkeit (Seite 7).


Discounter baut 28 weitere Schnellladestationen in Autobahnnähe – innogy erneut Technologie- und Servicepartner

Bei insgesamt 28 Filialen plant der Discounter ALDI SÜD in Autobahnnähe eine 50 kW-Schnellladestation auf dem Kundenparkplatz. Das „Tanken“ soll für die Nutzer kostenlos sein. Technologie- und Servicepartner für die Ladesäulen ist innogy.

Martin Herrmann, Vertriebsvorstand der innogy SE: „Das Engagement von ALDI SÜD ist richtungsweisend. Was gibt es Besseres, als die Zeit für den Einkauf zu nutzen, während das Auto an der Schnellladesäule steht? Ladeinfrastruktur bei Unternehmen spielt eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Elektromobilität.“

Bis Ende 2018 sollen die 28 neuen Ladesäulen in Betrieb genommen werden. Sie liegen entlang der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 und sind maximal fünf Minuten von einer Ausfahrt entfernt. Die erste dieser neuen Ladesäulen wurde am 8. August 2018 im hessischen Seeheim eröffnet.

Die Ladesäulen verfügen über alle gängigen Anschlüsse: Combined Charging System (CCS), Chademo sowie den Typ-2-Stecker. Je nach Fahrzeugtyp ist damit eine Reichweitenverlängerung von bis zu 200 Kilometern in gut 30 Minuten zu erreichen. Getankt wird zertifizierter Grünstrom, falls der Photovoltaikstrom von den Filialdächern nicht ausreicht.

Seit 2015 bietet ALDI SÜD seinen Kunden während der Ladenöffnungszeiten bereits an rund 50 Filialen ein kostenloses Laden des Elektroautos ohne Registrierung. Auch bei diesen Schnellladesäulen war innogy bereits Kooperationspartner.

Eine Ausweitung des öffentlichen Ladenetzes ist zu begrüßen. Die verkehrsgünstig gelegenen Standorte stellen eine kundenfreundliche Ergänzung der Ladeinfrastruktur dar. Bislang finden laut BDEW mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz statt.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


Stadtwerke Düsseldorf: Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ jetzt auch für Endkunden nutzbar

Mit dem Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ starteten die Stadtwerke Düsseldorf 2017. Seit Februar 2018 können auch Endkunden über das Portal Angebote einholen und Termine mit Innungs-Handwerksbetrieben vereinbaren, auch Contracting ist im Angebot.

Die „Thermobox“ wird seit dem Start 2016 betreut von der Gemeinschaft für Energieeffizienz (GfE). Gesellschafter der GfE sind die Stadtwerke Düsseldorf, der unabhängige Handwerker-Verein „Innovative Haustechnik Düsseldorf" und die GC-Gruppe, ein Großhändler für SHK-Haustechnik. Anfangs wurde das Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ lokal in Düsseldorf von Fachhandwerkern genutzt. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testphase wird es seit Oktober 2017 von SHK-Innungs-Betrieben deutschlandweit eingesetzt. Als weitere Ausbaustufe gibt es seit Februar 2018 auch eine Endkunden-Version der „Thermobox“. Endkunden erhalten in weniger als fünf Minuten eine Produktempfehlung, können dazu Angebote bzw. eine Beratung anfragen. Neben dem Kauf einer Heizungsanlage und deren Installation wird auch eine Contracting-Lösung angeboten. Hierbei rüsten die Stadtwerke Düsseldorf in ihrem Marktgebiet für einen monatlich gleichbleibenden Grundpreis die Immobilie auf eine moderne Heizungsanlage um. Das Produktspektrum ist zunächst auf Gas- und Öl-Brennwertheizungen beschränkt, Wärmepumpen sollen Anfang 2019 dazukommen.

Eine White Label-Version wird von der GfE bundesweit angeboten. Als erster Partner konnten die Stadtwerke Karlsruhe gewonnen werden, die die „Thermobox“ exklusiv für die eigene Region einsetzen werden.

Die Stadtwerke Düsseldorf sehen ihr Engagement für die „Thermobox“ als erfolgreiches Muster für neue Kooperationsmodelle, insbesondere mit dem Handwerk. In Zeiten der Digitalisierung und des Fachhandwerkermangels basieren viele moderne Geschäftsmodelle darauf, dass verschiedene Partner unter der Einbringung ihrer jeweiligen Kompetenzen zusammenarbeiten und gemeinsam eine Wertschöpfung erreichen, die sonst nicht möglich wäre.

Derzeit entwickelt sich der Online-Handel, auch Heizungs-Hersteller selbst sind aktiv. Die Online-Vermarktung stellt eine gute Möglichkeit dar, die bewährte gleichrangige Marktpartnerschaft zwischen EVU, Handwerk und Hersteller in einen neuen Rahmen zu bringen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These II Einfachheit und Geschwindigkeit (Seite 7) und These V Kooperationen (Seite 10).


Nutzen statt Besitzen: Stadtwerke Görlitz teilen Elektroflotte

Die Stadtwerke Görlitz AG verfügen mittlerweile über acht Elektroautos. Zwei davon werden in einem Pilotprojekt für ein Car-Sharing-Projekt genutzt.

Gestartet ist der "Teil-Gedanke" mit einem Pilotprojekt: Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) haben eine Vereinbarung geschlossen, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse ermöglicht, für ihre Kundentermine Elektroautos der Stadtwerke auszuleihen – sofern die Fahrzeuge verfügbar sind. Ende 2017 hatte die Sparkasse sogar beschlossen, sich die Anschaffung eigener Dienstwagen zu sparen, da die Mitarbeiter durch die Kooperation mit der SWG trotzdem mobil sind.

Auch die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) ist seit Mai 2018 dabei und nutzt ein E-Auto aus dem Fahrzeugpool der SWG für Dienstfahrten. Die beiden Sharing-Partner befinden sich in Nachbarschaft zum Stadtwerke-Gebäude, wo die Fahrzeuge ihren festen Standort haben und auch betankt werden.

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Quelle: Stadtwerke Görlitz AG / Foto: Artjom Belan
vlnr: Matthias Block (Vorstandsvorsitzender der SWG AG) mit den Carsharing-Partnern Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien – Enrico Kretschmar (Bereichsleiter Marktbereich Görlitz der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien) – und der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH – Andrea Friederike Behr (GF EGZ)

"Wir freuen uns, dass wir unsere weiterwachsende E-Flotte mit der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH teilen können und die Fahrzeuge damit noch besser auslasten", erklärt Sascha Caron, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken in Görlitz. Der Slogan "Nutzen statt Besitzen" findet offensichtlich immer mehr Liebhaber, beobachtet er. Damit würde man die Entwicklung hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität unterstützen – und das sei ganz im Sinne der SWG AG, die sich anschickt, zu einem "Spezialisten in der E-Mobilität" zu werden, erläutert Caron. Ein weiterer Ausbau ist geplant, Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern finden bereits statt.

Erfolgsversprechende Mobilitätskonzepte von Energievertrieben werden vor allem in Partnerschaft mit Unternehmen mit Fuhrparks, Gewerben etc. entwickelt, wie auch dieses Praxisbeispiel zeigt.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


NEW setzt mit E-Carsharing-Auto SVEN auf integrierte Mobilitätslösungen

Die NEW beteiligt sich an der Entwicklung von SVEN. Es handelt sich dabei um ein Elektroauto, das derzeit in Aachen von der Firma share2drive entwickelt wird. Das Auto ist für das Carsharing konzipiert.

Mit einem E-Auto, das speziell für Carsharing konzipiert wird, will die NEW AG in den nächsten Jahren ihre Angebote im Bereich Elektromobilität für die Region – und später auch bundesweit – ausbauen, meldete das Unternehmen am 2. Oktober 2018. Mit Carsharing-Angeboten, dem kontinuierlichen Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Region und einer neuen Nutzungs- und Abrechnungs-Software setzt die NEW bereits heute auf innovative E-Mobility-Lösungen. Doch mit SVEN („Shared Vehicle Electric Native“) geht die NEW noch einen deutlichen Schritt weiter.

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Quelle: NEW

„Wir wollen ganzheitliche Lösungen im Bereich E-Mobilität anbieten. Dazu hat uns noch das letzte Puzzlestück, das passende Auto, gefehlt. Daher haben wir uns entschlossen, in die Entwicklung eines solchen zu investieren“, sagt NEW-Vorstand Frank Kindervatter. „SVEN ist ein echter Pionier im deutschen Markt für Elektromobilität: Kompakt, agil, einfach zu bedienen und vollständig vernetzt – ein Elektrofahrzeug, das für den Stadtverkehr und Carsharing geradezu ideal ist“, so Kindervatter weiter. „Von der Ladeinfrastruktur über den Strom und das Auto sowie die Sharing-Software und die Abrechnungstechnologie stellen wir dann in rund zwei Jahren alle wesentlichen Bausteine für komfortablen Fahrspaß zur Verfügung. SVEN wird der E-Mobilität einen weiteren Schub geben“, so Kindervatter.

Bei der Entwicklung von SVEN kooperiert die NEW mit dem Fahrzeugentwicklungsdienstleister FEV und dessen Tochterunternehmen Share2Drive, einem Spin-Off der Fachhochschule Aachen. Das Technologieunternehmen hat nun das Design-Modell entwickelt, das erste Einblicke in Konzept, Design und Ausstattung zulässt. Der Prototyp wird beim Genfer Autosalon im März 2019 vorgestellt. Ziel ist es, dass SVEN ab Sommer 2021 bundesweit vertrieben werden kann. Für die Fertigung werden weitere Partner gesucht.

Mit SVEN hat die NEW in naher Zukunft mehr Möglichkeiten, bedarfsgerechte Angebote für den Stadtverkehr am Niederrhein zu entwickeln. Diese können dann mit Hilfe von Big-Data-Analysen effizient mit dem Öffentlichen Personennahverkehr verzahnt werden. Das kann dabei helfen, Individualverkehr und damit einhergehende Emissionen zu reduzieren.

Das ist eine von vielen Möglichkeiten, das zukunftsträchtige Geschäftsfeld „Mobilität“ proaktiv zu besetzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“ These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


Open District Hub: Thüga AG arbeitet an der Zukunft Smarter Quartiere

Smart-Quartier-Projekte bieten interessante Ansätze, die sichere Versorgung ihrer Bewohner mit Energie, Wärme und Mobilität nachhaltig zu gestalten – mit dem Nachteil, dass es sich heute um reine Insellösungen handelt. Gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft und zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft hat die Thüga AG am 09. April 2018 den Verein „Open District Hub e.V.“ gegründet, um diese zu einer skalierbaren Systemlösung zu verknüpfen.

Reduktion von CO2-Emissionen, intelligente Sektorenkopplung, konsequente Digitalisierung – Smarte Quartiere bieten als Element der Smart Cities für viele deutsche Stadtwerke ein Zukunftsmodell ihrer Geschäftsfelder. Bisher handelt es sich bei den Smart-Quartier-Ansätzen allerdings noch um Insellösungen, die bis jetzt nicht an anderen Standorten replizierbar waren.

Sektorenkopplung für Smarte Quartiere

„Open District Hub e.V.“, eine gemeinsame Initiative der Fraunhofer Gesellschaft und der Wirtschaft, hat es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mit vollintegrierter und -automatisierter Sektorenkopplung bestehende Insellösungen wirtschaftlich sinnvoll zu einer offenen, sicheren und skalierbaren Systemlösung zu verknüpfen. Durch die Mitgründung des „Open District Hub e.V.“ (ODH) hat die Thüga AG einen Rahmen geschaffen, um aktiv und in enger Zusammenarbeit mit den derzeit 13 anderen Mitgliedern innovative Entwicklungen für smarte, sichere und nachhaltige Quartiere mitzugestalten. Mittlerweile ist der Verein in die Arbeit gestartet. Die Fraunhofer Gesellschaft bringt ihr Know-How als einer der Partner ein, ODH-Geschäftsstellenleiter Gerrit Ellerwald koordiniert die Arbeit.

„Unsere Beteiligung am ODH bietet den großen Vorteil, dass wir auf das Know-how des kontinuierlich wachsenden Netzwerks aus Industrie und Wissenschaft zurückgreifen können und gleichzeitig eine gestaltende Funktion für die Zukunft der kommunalen Energiewirtschaft wahrnehmen können“, erklärt Dr. Matthias Cord, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga AG.

Investition in die Zukunft

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern aktuelle und künftige Entwicklungen frühzeitig erkennen und diesen Wissensvorsprung nutzen, um strategisch neue Geschäftsfelder für unsere Partnerunternehmen auszubauen und einen skalierbaren Standard für Smarte Quartiere mit zu entwickeln“, so Cord weiter.

Dazu startete im September 2018 die konkrete Umsetzung: In einzelnen Arbeitsgruppen treffen sich die Mitglieder des Vereins, um Lösungen zu finden und zur Testreife zu entwickeln. Thüga-Prokurist Dr. Winfried Rasbach, Leiter des Kompetenzcenters Recht, leitet die Arbeitsgruppe „Rechtliche & politische Rahmenbedingungen“ im ODH.

Innerhalb der kommenden vier Jahre soll ein praxistauglicher Standard entwickelt und in Pilotquartieren erprobt werden. Momentan werden in der Thüga Gruppe bereits erste Konzepte für die Umsetzung intelligenter Quartiere erarbeitet. Eines der Pilotprojekte ist das Neubaugebiet „Sandäcker“ in Veitshöchheim, in dem die Energieversorgung Lohr-Karlstadt und Umge-bung die Erschließung mit Blick auf die Entwicklung smarter Systemlösungen für Quartiere begleitet.

Community-Lösungen, beispielsweise in Quartieren, werden sehr schnell einen ausgereiften Zustand erreicht haben. Skalierbare Systemlösungen bieten einen Ansatz zur Verbreitung.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“ These VII. Community-Lösungen (Seite 12).


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