Drucken

Energievertriebe im Wandel - Beispiele aus der Praxis

Im Rahmen des Projektes "Zehn Thesen zum Energievertrieb" zeigen die Beispiele, wie sich Energievertriebe in einem modernen Endkundenmarkt neu aufstellen - mit innovativen Technologien und neuen Geschäftsmodellen.

Zielgruppe: Privat-/Gewerbekunden

Zielgruppe: Geschäftskunden

Zielgruppe: Marktpartner, Kommunen


Ihr Projekt fehlt? Sprechen Sie uns an!


SW München und coneva entwickeln gemeinsam ein integriertes Energiemanagement-System

Im Juli 2018 starteten die Stadtwerke München und die coneva GmbH (eine Tochtergesellschaft der SMA Solar Technology AG) eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung eines integrierten Energiemanagement-Systems. Damit können Haushalte und gewerbliche Kunden ihren Strom selbst erzeugen, speichern und dessen Nutzung optimieren.

Das softwarebasierte und modulare Energiemanagement-System auf Basis der von SMA entwickelten IoT-Plattform für Energiemanagement ennexOS soll dabei in das Smart Meter Gateway integriert werden. Durch diese Verbindung kann das Gateway nicht nur zur Übertragung von Verbrauchsdaten genutzt werden. Auch die Ansteuerung von Erzeugungsanlagen, Energiespeichern und Verbrauchern, beispielsweise aus den Bereichen Photovoltaik, stationäre und mobile Speicher sowie Haushaltsgeräte, kann über die sichere Infrastruktur des Gateways erfolgen.

Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Als grundzuständiger Messstellenbetreiber in München liegt es für uns natürlich nahe, die Nutzung der bereits vorhandenen, digitalen Smart Meter Infrastruktur weiter auszubauen. In engem Schulterschluss mit coneva wollen wir nun die Digitalisierung der Energiewende weiter vorantreiben und um den Funktionsumfang des Energiemanagements erweitern. Dabei sehen wir das gemeinsame Pilotprojekt als nächsten logischen Schritt, die Ausbauoffensive Erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben.“

Somit wird ein Geschäftsmodell auf Basis der intelligenten Messinfrastruktur aufgesetzt, das in Richtung weiterer zukunftsträchtiger Geschäftsfelder ausgeweitet werden soll.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6) und These XI Dezentralisierung und Flexibilitätsmanager (Seite 14).


enviaM: Neue App ermöglicht Stromkunden Transparenz beim Stromverbrauch

Energiedienstleister bietet Hauseigentümern und Mietern einfach und bequem die Kontrolle ihres Stromverbrauchs und ihrer Stromkosten an.

enviaM-Stromkunden können ihren Stromverbrauch und ihre Stromkosten sehr viel einfacher und bequemer kontrollieren. Möglich macht dies das neue Stromprodukt „MEIN STROM digital“ des Energiedienstleisters. Es beinhaltet neben der Stromlieferung mit Happy Hour und monatlichem Energiebericht auch eine App. Diese ist über eine Empfangsbox mit dem Stromzähler verbunden und sorgt für Transparenz in Echtzeit.

Grundlage für die Nutzung ist eine moderne Messeinrichtung, deren Einbau bei allen Haushaltskunden gesetzlich vorgeschrieben ist. Kunden erhalten den neuen digitalen Zähler kostenfrei inklusive Einbau und Empfangsbox. „MEIN STROM digital“ ist seit März 2019 verfügbar unter www.enviaM.de/meinstromdigital.

Für den Stromkunden ist es dank der Empfangsbox und der App problemlos machbar, seinen Zählerstand am Computer, Tablet oder Smart-Phone abzulesen. Neben dem aktuellen Stromverbrauch sind auch tages-, wochen-, monats- oder jahresbezogene Stromverbrauchswerte abrufbar.

Die App zeigt dem Kunden zusätzlich an, wie sich sein Stromverbrauch auf die elektrischen Geräte im Haushalt verteilt. So sind für ihn auffällig hohe Verbräuche in den eigenen vier Wänden sofort erkennbar. Weist der Stromverbrauch ungewöhnliche Schwankungen auf, macht die App den Kunden darauf aufmerksam. Sie teilt ihm auch mit, wie hoch seine aktuellen Stromkosten sind. Damit gehören Überraschungen bei der Jahresrechnung der Vergangenheit an. Zusätzlich soll es einen Happy Hour-Rabatt geben: An einer Stunde am Abend kostet Strom nur die Hälfte.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-enviaM
Quelle: enviaM

„Mit unserem neuen Angebot ermöglichen wir unseren Stromkunden den Einstieg in die digitale Energiewelt. Sie erhalten einen genauen Überblick über ihren Stromverbrauch und ihre Stromkosten. So helfen wir ihnen, effizienter und intelligenter mit Strom umzugehen“, betont Dr. Andreas Auerbach, enviaM-Vorstand Vertrieb.

Das ist ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten mit Daten aus intelligenten Messgeräten neue Angebote für Privatkunden, beispielsweise zur Kundenbindung, zu entwickeln.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These III Standardprozesse (Seite 8).


E.ON entwickelt Lösung für intelligentes und vernetztes Wohnen

Das Haus der Zukunft wird mitdenken, Stromkosten sparen, die persönliche Klimabilanz verbessern, mehr Freizeit ermöglichen und so das Leben insgesamt verbessern. Möglich machen wollen diese Vision die Unternehmen E.ON und Microsoft. In enger Zusammenarbeit haben sie eine Software-Lösung für das Zuhause entwickelt, die neue Standards setzen soll. E.ON will die erste Version des neuen Produkts Anfang 2019 auf den Markt bringen, meldete das Unternehmen am 25. September 2018.

Diese nächste Stufe des Smart Home schließt insbesondere das Energiemanagement ein. Dieses zielt darauf ab, die Daten aller Anlagen im Haus, wie Heizung, Klimaanlage, Solaranlage, Batteriespeicher oder Ladegerät für das Elektrofahrzeug, auf einer Plattform zusammenzufassen, für die Kunden übersichtlich in einem sogenannten Dashboard darzustellen und einfache Steuerungsmöglichkeiten anzubieten. Bisher gibt es für unterschiedliche Anlagen und Systeme innerhalb des Hauses jeweils individuelle Apps, die untereinander kaum kompatibel sind. Mit der neuen Lösung will E.ON nun erstmals eine zentrale und komfortable Steuerung aller Anlagen mit einer einzigen App möglich.

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge (IoT) lernt die Steuerung stetig dazu und wird so zu einem persönlichen Assistenten. So wird die Haus-Steuerung von E.ON beispielsweise vorhersagen können, wann seine Bewohner nach Hause kommen und im Vorfeld die Wunschtemperatur einstellen. Der Nutzer kann seinen Energieverbrauch auch so steuern, dass er nur seinen selbst erzeugten Strom einsetzt und energieautark wird.

Zudem soll möglich sein, dass das System überschüssigen Strom aus der Batterie des Elektrofahrzeugs oder der Solaranlage auf dem Energiemarkt anbietet, wenn die Preise dort hoch sind und ein Verkauf sich für den Hausbesitzer lohnt. Genauso erkennt die Anlage, wenn im umgekehrten Fall günstiger erneuerbarer Strom aus dem Energienetz geladen werden kann, falls der selbst produzierte Strom aus der Solaranlage mal nicht ausreicht. E.ON wird nach eigener Aussage das erste Energieunternehmen sein, das diese Lösung in Europa anbietet.

„Digitalisierung, das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz schaffen neue Möglichkeiten, um den Kunden neuen Komfort zu bieten. Durch die Zusammenarbeit mit Microsoft werden wir das Segment intelligentes Haus spürbar vorwärtsbringen“, betont E.ON-Vorstandsmitglied Karsten Wildberger und ergänzt: „Wir präsentieren eine Lösung, die alle Aspekte des Energiemanagements zu Hause auf eine neue Ebene hebt. Unsere Lösung basiert auf dem neuesten Stand der Technik und wird ständig weiterentwickelt.“

Da in der Energy Management Box jedes Hauses riesige Mengen an Informationen gespeichert und verschlüsselt werden, soll die Datensicherheit im Mittelpunkt stehen. Die Geräte werden geschützt durch Microsoft Azure Sphere, einer Lösung für den Schutz aller mit dem Internet verbundenen Geräte. Azure Sphere beinhaltet drei Komponenten: Azure Sphere zertifizierte Mikrocontroller, das speziell für sichere IoT-Anwendungen entwickelte Betriebssystem Azure Sphere OS sowie den schlüsselfertigen Cloud-Dienst Azure Sphere Security Service für den Schutz der verbundenen Geräte.

E.ON trifft mit seinem Produkt auf einen Markt, dem ein starkes Wachstum vorausgesagt wird. Aktuell werden in Europa jährlich 40.000 Smart Home Systeme verkauft. Nach einer E.ON vorliegenden Studie wird das Marktvolumen binnen drei Jahren auf 200.000 Einheiten ansteigen. Bei einem starken Anstieg der Elektromobilität sind noch höhere Wachstumsraten zu erwarten.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, digitale Services zu einem Dienstleistungsmodell zu verschmelzen unter gegebener Berücksichtigung von Datenschutz und Datensicherheit.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6) und These IV Datenquellen, Datenschutz und Datensicherheit (Seite 9).


innogy bietet App für besseren Überblick: Schon 5.000 Nutzer verwalten ihre Verträge digital

Mehr als 5.000 registrierte Nutzer der vbox in fünf Monaten, vermeldete innogy am 25. Oktober 2018. Mit diesem digitalen Vertragsassistenten von innogy lassen sich sämtliche Verträge verwalten, beispielsweise Mobilfunk, Versicherung, Pay-TV oder sonstige Abos.

Dietrich Gemmel, Leiter des Privatkundengeschäfts von innogy, sagt: „Digitalisierung ist ein Megathema in allen Bereichen. Auch bei innogy setzen wir sehr erfolgreich auf digitale Angebote. Mit der vbox bieten wir unseren Kunden einen hilfreichen Service, den viele zu schätzen wissen. Sie erhalten kostenlos einen leistungsfähigen Online-Vertragsmanager mit vielen erprobten Funktionalitäten und der Sicherheit einer vertrauten Marke.“

Die Bedienung des Vertragsassistenten ist einfach und komfortabel. Nach kurzer Anmeldung gibt der Nutzer seine Vertragsdaten ein und bekommt dann alles übersichtlich dargestellt. So entfällt das Suchen von Verträgen in dicken Aktenordnern. Die Kunden haben ihre Kosten im Blick, besonders hilfreich ist die Erinnerungsfunktion. Die vbox erinnert die Nutzer via Push-Nachricht oder per E-Mail, wenn eine Frist zur Kündigung eines Abos naht.

Auch an das Thema Datenschutz hat innogy gedacht. Alle eingegebenen Daten werden per SSL-Protokoll verschlüsselt. Es werden keine Vertragsdaten an Dritte weitergegeben. Dies wird auch durch die Überprüfung der Sicherheit durch den TÜV Süd sichergestellt.

Seit Mai ist die kostenlose mobile App für Android und iOS erhältlich. Eine Bewertung in den App-Stores mit mehr als vier Sternen zeigt, so das Unternehmen, dass das Angebot bei den Nutzern gut ankommt.

Das ist ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die Digitalisierung für erste niedrigschwellige Angebote im Endkundenmarkt zu nutzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These I Lösungen für den modernen Endkundenmarkt (Seite 6).


SW Bochum: Solarpaket neu mit Stromflat

Bereits seit 2015 bieten die Stadtwerke Bochum ihren Privat- und Gewerbekunden das Stadtwerke Solar Paket an, ein Pachtmodell für Photovoltaikanlagen. Seit Anfang 2018 können die Kunden ergänzend eine Stadtwerke Stromflat mit 24-monatiger Preisgarantie wählen.

Die Stadtwerke liefern ihren Kunden die Restmenge des Stroms, den sie trotz Solaranlage und ggf. Batteriespeicher benötigen, zum monatlichen Festpreis. Die Preise werden während der Laufzeit nicht angepasst, ausgenommen sind staatliche Abgaben und Steuern. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit von 24 Monaten überprüfen die Stadtwerke gemeinsam mit dem Kunden den Flatrate-Betrag. „Verbraucht der Kunde mindestens 10 Prozent weniger als geplant, erhält er eine zusätzliche Prämie. In Abhängigkeit von der eingesparten Menge liegt die Prämie bei 50 bis 150 Euro“, ergänzt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel. Hat sich das Verbrauchsverhalten geändert, wird der Flatrate-Betrag angepasst.

Beim Solar Paket errichten die Stadtwerke eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihrer Kunden und kümmern sich um deren Betriebsführung und Instandhaltung. „Die Kunden tragen keine Investitionskosten und profitieren von unserem Rundum-Sorglos-Paket“, so Valentin Scheltow, Leiter Energiedienstleistungen. In Kombination mit einem Energiespeicher könne die Eigennutzung des erzeugten Solarstroms im Haushalt auf über 90 Prozent erhöht werden. Der vom Kunden nicht selbst genutzte Solarstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.

Eine immer größere Anzahl von Kunden will zukünftig aktiver am Energiemarkt partizipieren. Komplettlösungen wie das vorgestellte Produkt kommen dem häufigen Wunsch nach Einfachheit entgegen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These II Einfachheit und Geschwindigkeit (Seite 7).


Discounter baut 28 weitere Schnellladestationen in Autobahnnähe – innogy erneut Technologie- und Servicepartner

Bei insgesamt 28 Filialen plant der Discounter ALDI SÜD in Autobahnnähe eine 50 kW-Schnellladestation auf dem Kundenparkplatz. Das „Tanken“ soll für die Nutzer kostenlos sein. Technologie- und Servicepartner für die Ladesäulen ist innogy.

Martin Herrmann, Vertriebsvorstand der innogy SE: „Das Engagement von ALDI SÜD ist richtungsweisend. Was gibt es Besseres, als die Zeit für den Einkauf zu nutzen, während das Auto an der Schnellladesäule steht? Ladeinfrastruktur bei Unternehmen spielt eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Elektromobilität.“

Bis Ende 2018 sollen die 28 neuen Ladesäulen in Betrieb genommen werden. Sie liegen entlang der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 und sind maximal fünf Minuten von einer Ausfahrt entfernt. Die erste dieser neuen Ladesäulen wurde am 8. August 2018 im hessischen Seeheim eröffnet.

Die Ladesäulen verfügen über alle gängigen Anschlüsse: Combined Charging System (CCS), Chademo sowie den Typ-2-Stecker. Je nach Fahrzeugtyp ist damit eine Reichweitenverlängerung von bis zu 200 Kilometern in gut 30 Minuten zu erreichen. Getankt wird zertifizierter Grünstrom, falls der Photovoltaikstrom von den Filialdächern nicht ausreicht.

Seit 2015 bietet ALDI SÜD seinen Kunden während der Ladenöffnungszeiten bereits an rund 50 Filialen ein kostenloses Laden des Elektroautos ohne Registrierung. Auch bei diesen Schnellladesäulen war innogy bereits Kooperationspartner.

Eine Ausweitung des öffentlichen Ladenetzes ist zu begrüßen. Die verkehrsgünstig gelegenen Standorte stellen eine kundenfreundliche Ergänzung der Ladeinfrastruktur dar. Bislang finden laut BDEW mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz statt.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


Stadtwerke Düsseldorf: Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ jetzt auch für Endkunden nutzbar

Mit dem Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ starteten die Stadtwerke Düsseldorf 2017. Seit Februar 2018 können auch Endkunden über das Portal Angebote einholen und Termine mit Innungs-Handwerksbetrieben vereinbaren, auch Contracting ist im Angebot.

Die „Thermobox“ wird seit dem Start 2016 betreut von der Gemeinschaft für Energieeffizienz (GfE). Gesellschafter der GfE sind die Stadtwerke Düsseldorf, der unabhängige Handwerker-Verein „Innovative Haustechnik Düsseldorf" und die GC-Gruppe, ein Großhändler für SHK-Haustechnik. Anfangs wurde das Online-Heizungs-Tool „Thermobox“ lokal in Düsseldorf von Fachhandwerkern genutzt. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testphase wird es seit Oktober 2017 von SHK-Innungs-Betrieben deutschlandweit eingesetzt. Als weitere Ausbaustufe gibt es seit Februar 2018 auch eine Endkunden-Version der „Thermobox“. Endkunden erhalten in weniger als fünf Minuten eine Produktempfehlung, können dazu Angebote bzw. eine Beratung anfragen. Neben dem Kauf einer Heizungsanlage und deren Installation wird auch eine Contracting-Lösung angeboten. Hierbei rüsten die Stadtwerke Düsseldorf in ihrem Marktgebiet für einen monatlich gleichbleibenden Grundpreis die Immobilie auf eine moderne Heizungsanlage um. Das Produktspektrum ist zunächst auf Gas- und Öl-Brennwertheizungen beschränkt, Wärmepumpen sollen Anfang 2019 dazukommen.

Eine White Label-Version wird von der GfE bundesweit angeboten. Als erster Partner konnten die Stadtwerke Karlsruhe gewonnen werden, die die „Thermobox“ exklusiv für die eigene Region einsetzen werden.

Die Stadtwerke Düsseldorf sehen ihr Engagement für die „Thermobox“ als erfolgreiches Muster für neue Kooperationsmodelle, insbesondere mit dem Handwerk. In Zeiten der Digitalisierung und des Fachhandwerkermangels basieren viele moderne Geschäftsmodelle darauf, dass verschiedene Partner unter der Einbringung ihrer jeweiligen Kompetenzen zusammenarbeiten und gemeinsam eine Wertschöpfung erreichen, die sonst nicht möglich wäre.

Derzeit entwickelt sich der Online-Handel, auch Heizungs-Hersteller selbst sind aktiv. Die Online-Vermarktung stellt eine gute Möglichkeit dar, die bewährte gleichrangige Marktpartnerschaft zwischen EVU, Handwerk und Hersteller in einen neuen Rahmen zu bringen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These II Einfachheit und Geschwindigkeit (Seite 7) und These V Kooperationen (Seite 10).


Vattenfall und EnBW: White-Label-Lösungen für die smarte Energiewende

Das vom EnBW-Startup energybase entwickelte Energiemanagementsystem ergänzt das Portfolio der White-Label-Plattform VLINK. Stadtwerke profitieren von neuen Full-Service-Angeboten.

Die zu Vattenfall gehörende End-to-End-Service-Plattform für Energiedienstleistungen VLINK und das EnBW-Startup energybase arbeiten ab sofort Hand in Hand. Das gemeinsame Ziel: Energieversorger und Stadtwerke noch besser bei der Umsetzung eigener Energielösungsprodukte zu unterstützen. Dafür wird das White-Label-Portfolio von VLINK um das intelligente Energiemanagementsystem von energybase erweitert. Es vernetzt Photovoltaikanlagen, Energiespeicher sowie Wärmeerzeugung und Ladelösungen für Elektroautos im Haus des Kunden clever miteinander und hilft so dabei, den Eigenverbrauch auf bis zu 80 Prozent zu steigern.

„Damit die einzelnen Energielösungen perfekt ineinandergreifen, braucht es ein intelligentes Energiemanagementsystem. Deshalb freuen wir uns, mit energybase einen Partner gefunden zu haben, der dieses komplexe Zusammenspiel sowohl technisch als auch aus Kundensicht perfekt beherrscht“, erklärt Markus Reinhardt, Geschäftsführer der Vattenfall Smarter Living GmbH.

„Durch die Zusammenarbeit mit VLINK erweitern wir unser Portfolio und können Stadtwerken künftig ein umfassendes Full-Service-Angebot bieten – von einzelnen Produktbausteinen bis hin zur kompletten Abwicklung ihres neuen Produkts inklusive Hardwarepaketen, zertifizierten Handwerkspartnern und Kundenbetreuung“, erklärt Dominik Gluba, Head of energybase. Der Name für das neue Produkt steht bereits fest: energybase.premium wird ab sofort für Stadtwerke deutschlandweit verfügbar sein.

Das ist ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, Dezentralisierung und Flexibilisierung für Geschäftsmodelle im Endkundenmarkt zu nutzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These V Kooperationen, These VIII Plattformen und These IX Dezentralisierung.


Mark-E: E-Mobility – Start eines Komplettangebotes für Installation von „Wallboxen“

Der regionale Energiedienstleister Mark-E baut sein Angebot zur Elektromobilität in Hagen und der Region weiter aus: Ab sofort können Privat- und Geschäftskunden, die Elektroautos fahren oder kaufen wollen, von einem Komplettangebot zur Installation von eigenen Ladestationen („Wallboxen“) profitieren.

Ein wesentlicher Faktor zum Ausbau der Elektromobilität ist eine möglichst einfache, sichere und schnelle Möglichkeit zur Aufladung. Neben öffentlichen Ladestationen bieten sich Wallboxen für den privaten oder gewerblichen Gebrauch an. Dass es sich hierbei um einen Zukunftsmarkt mit großem Potenzial handelt, zeigt unter anderem eine aktuelle Studie des BDEW: Demnach würden 72 Prozent der Deutschen ihr E-Auto am liebsten zu Hause oder bei ihrem Arbeitgeber laden.

Mark-E bietet ab sofort zwei Komplettpakete an: „Komfort-Paket“ mit 11-kW-Wallbox oder „Smart-Paket“ mit leistungsstarker 22-kW-Wallbox u.a. mit integriertem Zähler mit genauer Messung sowie mobiler Datenkommunikation. Jeweils enthalten sind zudem Planung und Koordination (incl. Vor-Ort-Termin, Prüfung der technischen Anschlussbedingungen), Montagematerial sowie Installation und Inbetriebnahme. Als Kooperationspartner dafür konnten qualifizierte Elektroinstallations-Unternehmen aus der Region gewonnen worden.

Potenzielle Käufer einer Wallbox haben zudem zwei Möglichkeiten, von Fördermaßnahmen zu profitieren und somit die Investitionskosten zu senken: Bei Wahl des Mark-E „KlimaFair-Tarif“ erhält der Nutzer von Mark-E einen Bonus in Höhe von 250 Euro. Zudem kann er beim Land NRW Fördermittel beantragen und somit den Kaufpreis je nach Paket um bis zu 50 Prozent (max. 1.000 Euro) reduzieren.

Weitere Informationen rund um das Thema E-Mobility für Hagen und die Märkische Region unter https://www.mark-e.de/wallbox.

Das Komplettangebot stellt eine gute Möglichkeit dar, die bewährte gleichrangige Marktpartnerschaft zwischen EVU und Handwerk zur Weiterentwicklung der E-Mobilität zu nutzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These X Mobilitätskonzepte.


badenova und Thüga: Smart Home Online-Portal homeandsmart übernommen

Das Web-Portal homeandsmart.de hat sich innerhalb von zwei Jahren zu einer führenden Adresse für Endkunden bei Smart Home und Sprachassistenten entwickelt. Aufgebaut wurde das Start-up unter Federführung von InnoEnergy in Zusammenarbeit mit badenova und Thüga. Nun haben die beiden Energieversorger das erfolgreiche Start-up zu gleichen Anteilen übernommen. Das Online-Portal und weitere Services werden auch als White Label-Produkte für Stadtwerke angeboten.

Das Thema Smart Home ist populär: Alexa zieht in immer mehr Haushalte ein, Saugroboter übernehmen die Hausarbeit und Thermostate regeln die Heizung von selbst. Das belegen auch die stetig steigenden Nutzerzahlen, die das Internetportal homeandsmart.de aufweisen kann. „Smart Home und Internet of Things sind wichtige Bereiche in der künftigen digitalen Energiewelt. Und Stadtwerke und Energieversorger müssen sich diesen neuen Entwicklungen stellen“, begründet Dr. Thorsten Radensleben, Vorstandsvorsitzender der badenova das Engagement bei homeandsmart.de. 

Seit Januar 2017 berichtet die homeandsmart-Redaktion über das aktuelle Marktgeschehen. Der Aufbau des jungen Unternehmens ist das Ergebnis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem europäischen Innovationsmotor InnoEnergy und seinen beiden Partnern badenova und Thüga. „Wir haben mit homeandsmart eine digitale Plattform für die Thüga-Gruppe etabliert, die unseren rund 100 Partnerunternehmen in Deutschland die Möglichkeit für einen schnellen und erfolgreichen Einstieg in das aussichtsreiche Geschäft mit Smart Home-Produkten und Dienstleistungen bietet“, erklärt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga.

Heute hat das Portal für die Themen Smart Home und Sprachassistenten in Deutschland durchschnittlich über 1,2 Millionen Seitenaufrufe im Monat. Das multimediale Informationsangebot besteht aus Produkttests und Vergleichen inklusive Einschätzungen und Analysen, die dem Endkunden Orientierung und Beratung in diesem Marktsegment bieten. Das Unternehmen homeandsmart will auch mit den neuen Eigentümern seine Rolle weiter ausbauen. „Zukünftig wird sich homeandsmart noch stärker als Informations-Plattform im Internet für das moderne vernetzte Wohnen und Leben positionieren. Wir wollen unsere führende Marktposition weiter ausbauen“, sagt David Wulf, Geschäftsführer von homeandsmart.

Das Online-Portal mit seinem Content sowie weitere Online-Services werden darüber hinaus als White Label-Produkte für Stadtwerke angeboten, die diese in ihren eigenen Online-Auftritt integrieren können. Damit können sich die Stadtwerke frühzeitig umfassend zu neuen digitalen Themen positionieren und ihren eigenen Kunden umfangreiche Informationen anbieten. Auch der umgekehrte Weg ist möglich – so können Stadtwerke ihre Angebote direkt auf dem homeandsmart-Portal platzieren und damit einer breiten Kundengruppe präsentieren. „Für Stadtwerke und Energieversorger kann homeandsmart so der erste Baustein für ein digitales Geschäftsmodell sein und als Plattform für smarte Produkte die Transformation des Energiesektors vorantreiben“, so Dr. Christian Müller, CEO von InnoEnergy Germany in Karlsruhe. “Wir sind stolz darauf, mit unseren Partnern eine Idee in so kurzer Zeit in eine erfolgreiche Marke umgesetzt zu haben – eine Zusammenarbeit, die echte Früchte trägt.”

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, über Kooperationen und die Nutzung von White-Label-Produkten ein vielversprechendes Geschäftsmodell zu entwickeln.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These V Kooperationen und Paket-Angebote.


badenova startet Speicherprojekt mit privaten Energiepionieren

Batteriespeicher nehmen aufgrund ihrer Flexibilität für ein zukünftiges Energiesystem eine immer wichtigere Schlüsselrolle ein: Durch sie kann die unstete Erzeugung aus Solar- und Windstrom ausgeglichen werden. badenova testet derzeit mit privaten „Energiepionieren“ die Vernetzung von PV-Batteriespeichern zu einem so genannten „Schwarmspeicher“. Das Unternehmen ist damit Teil eines internationalen EU-Forschungsprojekts namens „INVADE“. Ziel ist es, die Energiewende in der Region weiter voranzutreiben.

„Wir müssen überschüssigen Strom zwischenspeichern können, damit wir bei der Energiewende einen Schritt weiter kommen“, so Dr. Thorsten Radensleben, der Vorstandsvorsitzende von badenova. Private Haushalte werden im heutigen Energiesystem verstärkt zu Erzeugern, etwa in dem sie auf dem eigenen Hausdach Solarstrom produzieren. Und immer mehr Verbraucher entscheiden sich zusätzlich für einen privaten Heimspeicher. Das Projekt der badenova sieht vor, die einzelnen Batteriespeicher kommunikationstechnisch zu vernetzen. Dadurch entsteht ein virtueller „Großspeicher“ – auch „Schwarmspeicher“ genannt. Vorteile sind u.a. eine Entlastung des Stromnetzes und damit mehr freie Kapazitäten für neue regenerative Erzeugungsanlagen (Solar-, Wind-, Wasserkraftanlagen etc.). „Über das Thema Netzausbau wird in Deutschland viel diskutiert. Je mehr Speichermöglichkeiten wir aber haben, die intelligent miteinander kommunizieren, desto weniger neue Stromautobahnen müssen gebaut werden“, so fasst Dr. Thorsten Radensleben den Zweck des badenova-Projekts zusammen.

Während der Projektlaufzeit werden die Batteriespeicher der privaten Energiepioniere durch die zentrale „INVADE“-Plattform geregelt. An Hand von Wetter-, Last-, Strompreis- und Netzzustandsprognosen wird ein optimierter Fahrplan für den Speichereinsatz erstellt und ins System des Energiepioniers zurückgespielt. „Alle Daten stehen dem Energiepionier in einem eigenen Portal zur Verfügung“, berichtet Malte Thoma, der seitens badenova das Projekt verantwortet. Durch die Steuerung können die Batteriespeicher mehr Nutzen generieren und schneller wirtschaftlich werden. Die „Energiepioniere“ profitieren von der Teilnahme am Projekt, da ein Teil ihrer Stromkosten von badenova übernommen wird.

Frank Zimmermann aus Freiburg ist einer der Energiepioniere: „Die Energiewende betrifft uns alle. Für mich ist dies daher eine Selbstverständlichkeit, der badenova Zugriff auf meine PV-Anlage und Batteriespeicher zu gewähren. Ich bin überzeugt, dass die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem Pilotprojekt Grundlage sind, dass zukünftig noch mehr Solaranlagen in die bestehenden Stromnetze integriert werden können“, begründet er seine Teilnahme. Neben der bereits stattfindenden Selbstoptimierung für den Stromverbrauch im Haushalt können die Batteriespeichersysteme durch die „INVADE“-Steuerung zusätzlich netzdienlich eingesetzt werden und damit das Stromnetz an sich entlasten.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-badenova
badenova-Vorstand Dr. Thorsten Radensleben (links) mit Familie Zimmermann, Quelle: badenova

„Perspektivisch ist außerdem die Vermarktung der Speicherkapazität an der Strombörse möglich“, sagte Dr. Thorsten Radensleben. Ziel des Pilotprojekts ist es jedoch primär, einen neuen Anwendungsfall zu untersuchen, bei dem die Vernetzung und externe Steuerung von Batteriespeichersystemen in Privathaushalten zu einer Verringerung von Leistungsspitzen in den Stromverteilnetzen führen soll. Fakt ist nämlich: Stromnetze werden entsprechend den zu erwartenden Spitzenlasten dimensioniert. Um den Spitzenlasten gerecht zu werden, müssen Netzbetreiber wie die badenova Tochter bnNETZE Kapazitäten in den Stromnetzen weit über die durchschnittlich benötigte Leistung hinaus bereithalten. Das bedeutet einen hohen Invest, denn das Netz muss entsprechend stark dimensioniert werden. Die dadurch entstehenden Kosten werden über die Netznutzungsentgelte abgedeckt. Der Einsatz von Speichern kann in Zukunft zur Reduzierung der Netznutzungsentgelte führen.

badenova arbeitet bei der technischen Umsetzung mit der Coneva GmbH zusammen. Coneva ist eine Tochtergesellschaft der SMA Solar Technology AG. Als global führender Spezialist für Photovoltaik-Systemtechnik hat SMA über 3.000 Mitarbeiter und ist in 18 Ländern aktiv. Coneva bietet Lösungen zum Monitoring, der Steuerung und dem Management von Energie an, damit Energieversorger, Wohnungsbaugesellschaften, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen ihre Energiekosten deutlich reduzieren können. badenova nutzt das Batteriespeicherprojekt mit den „Energiepionieren“ zudem für das Testen weiterer Energieprodukte: Sie wurden u.a. mit den ersten am Markt verfügbaren intelligenten Stromzählern, so genannten „Smart Metern“, ausgestattet; sowie im Fall eines vorhandenen Elektrofahrzeugs mit einer fernsteuerbaren Ladevorrichtung. Damit testet badenova die neuesten Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt.

Eine immer größere Anzahl von Kunden will zukünftig aktiver am Energiemarkt partizipieren. Geschäftsmodelle auf Basis der intelligenten Messinfrastruktur werden getestet und weiterentwickelt.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These IX Dezentralisierung und Flexibilitätsmanager (Seite 14).


Thüga und Johanniter unterzeichnen Kooperationsvertrag für Hausnotruf

Im Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wunsch vieler Menschen. Dank eines Kooperationsprojekts zwischen Thüga und der Johanniter-Unfall-Hilfe können Thüga-Partnerunternehmen ihren Kunden das nun ermöglichen: Mithilfe des Johanniter-Hausnotrufs stärken die Kooperationspartner ihre Position als Umsorger vor Ort und erschließen neue Geschäftsfelder.

Zum 1. Juni 2019 haben die Thüga und die Johanniter-Unfall-Hilfe einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Ziel ist es, als verlässliche Anbieter die Kunden der Stadtwerke zu Hause zu unterstützen und zu umsorgen. „Hier haben sich zwei starke Partner mit bundesweiter Marktabdeckung gefunden, deren gemeinsame Schnittstelle die Versorgung zu Hause ist,“ so Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe profitiert von der breiten Kundenbasis der Thüga-Gruppe. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Johanniter verstärkt das bereits positive Image der Stadtwerke. Zudem bindet die Kooperation Bestandskunden und erschließt neue Zielgruppen. Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe ergänzt: „Dank des Rahmenvertrags haben die Stadtwerke die Möglichkeit ihr Standing als Umsorger weiter auszubauen. Neben Gas, Wasser und Strom können sie ihren Kunden nun auch den Johanniter-Hausnotruf anbieten – und das zu ganz besonderen Konditionen.“ So fällt nicht nur die Anschlussgebühr weg, die Kunden bekommen zudem den ersten Nutzungsmonat geschenkt.

Hausnotruf als White-Label-Baukasten für die Thüga-Gruppe

Zwischen Johanniter-Unfall-Hilfe und Thüga wurde in einem Pilotprojekt bereits eine Kooperation zur Vermarktung des Hausnotrufsystems über die Kanäle der Thüga-Beteiligungsunternehmen entwickelt. „Wir haben bei unserem Partnerunternehmen Harz Energie einen White-Label-Baukasten aufgebaut, der nun in die Thüga-Gruppe weitergegeben werden kann,“ erklärt Cord. „Die technische Umsetzung sowie Schulungen der Mitarbeiter und Werbematerial kommen von Johanniter-Seite. Thüga unterstützt ihre Partner mit Umsetzungskonzepten und Musterunterlagen.“ Der Prozess ist schlank gehalten, sodass interessierte Partnerunternehmen den Johanniter-Hausnotruf mit geringem Aufwand anbieten und umsetzen können. „Durch unsere Erfahrung mit rund 180.000 Hausnotruf-Anschlüssen in ganz Deutschland haben wir einen für den Endkunden angenehmen und unbürokratischen Prozess für die Abwicklung entwickelt,“ so Mähnert. „Gemeinsam mit den Thüga-Partnerunternehmen können wir besonders einer älteren Zielgruppe eine sichere Versorgung und einen zuverlässigen Service bieten, damit sie so lange wie möglich zu Hause wohnen können.“

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, mit Kooperationen vielversprechende Geschäftsmodelle aufzubauen.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-Thuega-Johanniter.jpg
Der Johanniter-Hausnotruf verhilft zu mehr Sicherheit im Alltag. Quelle: Michael Bellaire / Johanniter

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These V Kooperationen und Paket-Angebote (Seite 10).


Nutzen statt Besitzen: Stadtwerke Görlitz teilen Elektroflotte

Die Stadtwerke Görlitz AG verfügen mittlerweile über acht Elektroautos. Zwei davon werden in einem Pilotprojekt für ein Car-Sharing-Projekt genutzt.

Gestartet ist der "Teil-Gedanke" mit einem Pilotprojekt: Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) haben eine Vereinbarung geschlossen, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse ermöglicht, für ihre Kundentermine Elektroautos der Stadtwerke auszuleihen – sofern die Fahrzeuge verfügbar sind. Ende 2017 hatte die Sparkasse sogar beschlossen, sich die Anschaffung eigener Dienstwagen zu sparen, da die Mitarbeiter durch die Kooperation mit der SWG trotzdem mobil sind.

Auch die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) ist seit Mai 2018 dabei und nutzt ein E-Auto aus dem Fahrzeugpool der SWG für Dienstfahrten. Die beiden Sharing-Partner befinden sich in Nachbarschaft zum Stadtwerke-Gebäude, wo die Fahrzeuge ihren festen Standort haben und auch betankt werden.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-SW-Görlitz
vlnr: Matthias Block (Vorstandsvorsitzender der SWG AG) mit den Carsharing-Partnern Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien – Enrico Kretschmar (Bereichsleiter Marktbereich Görlitz der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien) – und der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH – Andrea Friederike Behr (GF EGZ), Quelle: Stadtwerke Görlitz AG / Foto: Artjom Belan

"Wir freuen uns, dass wir unsere weiterwachsende E-Flotte mit der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH teilen können und die Fahrzeuge damit noch besser auslasten", erklärt Sascha Caron, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken in Görlitz. Der Slogan "Nutzen statt Besitzen" findet offensichtlich immer mehr Liebhaber, beobachtet er. Damit würde man die Entwicklung hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität unterstützen – und das sei ganz im Sinne der SWG AG, die sich anschickt, zu einem "Spezialisten in der E-Mobilität" zu werden, erläutert Caron. Ein weiterer Ausbau ist geplant, Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern finden bereits statt.

Erfolgsversprechende Mobilitätskonzepte von Energievertrieben werden vor allem in Partnerschaft mit Unternehmen mit Fuhrparks, Gewerben etc. entwickelt, wie auch dieses Praxisbeispiel zeigt.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


smartOPTIMO: Projekt „Plattform Wohnungswirtschaft“ will Orientierung im Submetering-Dschungel bieten

Mit der Auswahl von Partnern und Lösungen startet beim Projekt „Plattform Wohnungswirtschaft“ der smartOPTIMO GmbH & Co. KG die zweite und heiße Phase. Bis Ende 2019 soll die Selektion abgeschlossen, Prozesse definiert und eine operativ nutzbare Systemlandschaft ausgewählt sein.

Submetering, spartenübergreifende Auslesung, Multi-Metering – diese Schlagwörter sind aktuell in aller Munde. Diverse Anbieter positionieren sich, darunter private Messdienstleister mit White-Label-Lösungen, Stadtwerke-Kooperationen sowie Hard- und Softwareanbieter.

Die Marktlage ist unübersichtlich und bei vielen Stadtwerken, die sich mit dem Thema befassen, überwiegt Unsicherheit. Welche Lösung eignet sich für unser Stadtwerk am besten? Welche Vorteile bietet ein kommunaler Messdienstleister gegenüber einem aus der Privatwirtschaft? Oder ist es besser, einzelne Partner entlang der Wertschöpfungskette auszusuchen und selbst eine Best-of-Breed-Lösung zu konfigurieren? Auf welche Datenübertragungstechnik sollte man setzen? Und welche Bedürfnisse haben die verschiedenen Kundensegmente der Wohnungswirtschaft?

smartOPTIMO bietet mit der Plattform Wohnungswirtschaft Orientierung im Submetering-Dschungel. Nachdem in der Phase 1 mit über 25 Stadtwerken Transparenz über die Rahmenbedingungen und Kosten im Submetering und der Bündel- bzw. Mehrspartenauslesung geschaffen wurde, starten die Stadtwerke nun in eine gemeinsame Produktentwicklung. Ziel ist es, ein geeignetes Produkt mit Mehrwert für die Wohnungswirtschaft zu entwickeln und im Anschluss die passenden Dienstleister und Hersteller auszuwählen. Dabei wird die Wohnungswirtschaft in die Produktentwicklung mit einbezogen, um passgenaue Lösungen zu erarbeiten.

Das Produkt muss dem Kunden schmecken

„Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir unsere Produktentwicklung direkt mit der Wohnungswirtschaft validieren können“, sagt Maximilian Joßbächer, Projektleiter beim Stadtwerke-Netzwerk smartOPTIMO. „Somit verhindern wir, dass wir an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei entwickeln. Zudem analysieren wir Cross-Selling-Potentiale mit Produkten wie Mieterstrom und Energielieferung. Unsere Erfahrungen im Netzwerk zeigen, dass eine Produktentwicklung im Kooperationsmodell zielsicherer, ressourcenschonender und günstiger ist.“

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, wie Plattformen zukünftig für die vertriebliche Wertschöpfung genutzt werden können.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These VIII Plattformen.


EnBW: „Plug & Play"-Lösung für die Direktvermarktung

Die Portal-Lösung des Virtuellen Kraftwerks der EnBW wird Teil des Portfolios der Solare Datensysteme GmbH: Mit der Solar-Log Gerätefamilie erhalten Anlagenbesitzer künftig eine einfache und kostengünstige „Plug & Play“-Komplettlösung für den Einstieg in die Direktvermarktung.

Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der Hersteller von Energiemanagement-Systemen Solare Datensysteme GmbH (SDS) vereinfachen für Photovoltaik-Anlagenbesitzer den Weg in die Direktvermarktung. Das neue Komplettangebot, bestehend aus der Vermarktungs-Plattform des Virtuellen Kraftwerks und der Solar-Log Gerätefamilie, machen die Börsenvermarktung von Solarstrom einfacher, digitaler und damit lukrativer.

Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW ist Experte für die Vermarktung kleiner Solaranlagen. Über die digitale Plattform und das angebundene Service-Portal können Anlagenbesitzer und Installateure alle Vorgänge rund um die Direktvermarktung einfach und übersichtlich handhaben. Dafür hat das Team des Virtuellen Kraftwerks die komplexen Anmelde- und Anbindungsprozesse automatisiert und standardisiert. Die Anbindung an die Plattform erfolgt mit dem neuen Datenlogger Solar-Log Base auf Wunsch automatisch. Per integriertem VPN-Tunnel werden alle relevanten Daten über eine gesicherte Verbindung übertragen. Der bis dato benötigte zusätzliche Router entfällt mit Solar-Log Base. Für Anlagenbesitzer und Installateure bedeutet das: eine deutlich schnellere Installation und reduzierte Hardwarekosten. Die neuen Solar-Log Datenlogger sind ab dem dritten Quartal 2019 für Neu-, aber auch Bestandsanlagen verfügbar.

Plus-Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-EnBW
Quelle: Solar-Log

„Nächstes Jahr entfällt für rund 16.000 Anlagenbesitzer in Deutschland zum ersten Mal die seit 2000 garantierte Einspeisevergütung durch das EEG. Der Wechsel in die Direktvermarktung kann diese Erlöslücke zum Teil ausgleichen“, sagt Florian Vetter, Head of Sales des Virtuellen Kraftwerks der EnBW. „Mit unserer Hilfe können auch Besitzer von Neu- und Bestandsanlagen, die weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 100 Kilowatt Peak Leistung haben, ohne Aufwand in die Direktvermarktung wechseln und so aktuell 0,4 ct/kWh Mehrerlöse erzielen. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass die Anlagen jetzt schon auf die Post-EEG Zeit vorbereitet sind.“

„Direktvermarktung ist ein Thema das wächst und vor allem mit Blick auf die Zeit nach dem EEG an Relevanz gewinnen wird. Als Marktführer wollen wir unseren Kunden natürlich auch hierfür Lösungen bieten“, bestätigt Dr. Frank Schlichting, CEO der Solare Datensysteme GmbH. „Deshalb freuen wir uns, mit dem Virtuellen Kraftwerk der EnBW einen kompetenten und erfahrenen Partner zu haben, der die Abwicklung des gesamten Prozesses enorm erleichtert und unseren Kunden eine einfache Selbstverwaltung bietet“, sagt Dr. Frank Schlichting.

Weitere Informationen: www.interconnector.de/virtuelles-kraftwerk

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar für einen Einstieg in Digitale Plattformen als Geschäftsfeld.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These VIII Digitale Plattformen und These IX Dezentralisierung und Flexibilitätsmanager.



NEW setzt mit E-Carsharing-Auto SVEN auf integrierte Mobilitätslösungen

Die NEW beteiligt sich an der Entwicklung von SVEN. Es handelt sich dabei um ein Elektroauto, das derzeit in Aachen von der Firma share2drive entwickelt wird. Das Auto ist für das Carsharing konzipiert.

Mit einem E-Auto, das speziell für Carsharing konzipiert wird, will die NEW AG in den nächsten Jahren ihre Angebote im Bereich Elektromobilität für die Region – und später auch bundesweit – ausbauen, meldete das Unternehmen am 2. Oktober 2018. Mit Carsharing-Angeboten, dem kontinuierlichen Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Region und einer neuen Nutzungs- und Abrechnungs-Software setzt die NEW bereits heute auf innovative E-Mobility-Lösungen. Doch mit SVEN („Shared Vehicle Electric Native“) geht die NEW noch einen deutlichen Schritt weiter.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-NEW
Quelle: NEW

„Wir wollen ganzheitliche Lösungen im Bereich E-Mobilität anbieten. Dazu hat uns noch das letzte Puzzlestück, das passende Auto, gefehlt. Daher haben wir uns entschlossen, in die Entwicklung eines solchen zu investieren“, sagt NEW-Vorstand Frank Kindervatter. „SVEN ist ein echter Pionier im deutschen Markt für Elektromobilität: Kompakt, agil, einfach zu bedienen und vollständig vernetzt – ein Elektrofahrzeug, das für den Stadtverkehr und Carsharing geradezu ideal ist“, so Kindervatter weiter. „Von der Ladeinfrastruktur über den Strom und das Auto sowie die Sharing-Software und die Abrechnungstechnologie stellen wir dann in rund zwei Jahren alle wesentlichen Bausteine für komfortablen Fahrspaß zur Verfügung. SVEN wird der E-Mobilität einen weiteren Schub geben“, so Kindervatter.

Bei der Entwicklung von SVEN kooperiert die NEW mit dem Fahrzeugentwicklungsdienstleister FEV und dessen Tochterunternehmen Share2Drive, einem Spin-Off der Fachhochschule Aachen. Das Technologieunternehmen hat nun das Design-Modell entwickelt, das erste Einblicke in Konzept, Design und Ausstattung zulässt. Der Prototyp wird beim Genfer Autosalon im März 2019 vorgestellt. Ziel ist es, dass SVEN ab Sommer 2021 bundesweit vertrieben werden kann. Für die Fertigung werden weitere Partner gesucht.

Mit SVEN hat die NEW in naher Zukunft mehr Möglichkeiten, bedarfsgerechte Angebote für den Stadtverkehr am Niederrhein zu entwickeln. Diese können dann mit Hilfe von Big-Data-Analysen effizient mit dem Öffentlichen Personennahverkehr verzahnt werden. Das kann dabei helfen, Individualverkehr und damit einhergehende Emissionen zu reduzieren.

Das ist eine von vielen Möglichkeiten, das zukunftsträchtige Geschäftsfeld „Mobilität“ proaktiv zu besetzen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“ These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


Open District Hub: Thüga AG arbeitet an der Zukunft Smarter Quartiere

Smart-Quartier-Projekte bieten interessante Ansätze, die sichere Versorgung ihrer Bewohner mit Energie, Wärme und Mobilität nachhaltig zu gestalten – mit dem Nachteil, dass es sich heute um reine Insellösungen handelt. Gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft und zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft hat die Thüga AG am 09. April 2018 den Verein „Open District Hub e.V.“ gegründet, um diese zu einer skalierbaren Systemlösung zu verknüpfen.

Reduktion von CO2-Emissionen, intelligente Sektorenkopplung, konsequente Digitalisierung – Smarte Quartiere bieten als Element der Smart Cities für viele deutsche Stadtwerke ein Zukunftsmodell ihrer Geschäftsfelder. Bisher handelt es sich bei den Smart-Quartier-Ansätzen allerdings noch um Insellösungen, die bis jetzt nicht an anderen Standorten replizierbar waren.

Sektorenkopplung für Smarte Quartiere

„Open District Hub e.V.“, eine gemeinsame Initiative der Fraunhofer Gesellschaft und der Wirtschaft, hat es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mit vollintegrierter und -automatisierter Sektorenkopplung bestehende Insellösungen wirtschaftlich sinnvoll zu einer offenen, sicheren und skalierbaren Systemlösung zu verknüpfen. Durch die Mitgründung des „Open District Hub e.V.“ (ODH) hat die Thüga AG einen Rahmen geschaffen, um aktiv und in enger Zusammenarbeit mit den derzeit 13 anderen Mitgliedern innovative Entwicklungen für smarte, sichere und nachhaltige Quartiere mitzugestalten. Mittlerweile ist der Verein in die Arbeit gestartet. Die Fraunhofer Gesellschaft bringt ihr Know-How als einer der Partner ein, ODH-Geschäftsstellenleiter Gerrit Ellerwald koordiniert die Arbeit.

„Unsere Beteiligung am ODH bietet den großen Vorteil, dass wir auf das Know-how des kontinuierlich wachsenden Netzwerks aus Industrie und Wissenschaft zurückgreifen können und gleichzeitig eine gestaltende Funktion für die Zukunft der kommunalen Energiewirtschaft wahrnehmen können“, erklärt Dr. Matthias Cord, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga AG.

Investition in die Zukunft

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern aktuelle und künftige Entwicklungen frühzeitig erkennen und diesen Wissensvorsprung nutzen, um strategisch neue Geschäftsfelder für unsere Partnerunternehmen auszubauen und einen skalierbaren Standard für Smarte Quartiere mit zu entwickeln“, so Cord weiter.

Dazu startete im September 2018 die konkrete Umsetzung: In einzelnen Arbeitsgruppen treffen sich die Mitglieder des Vereins, um Lösungen zu finden und zur Testreife zu entwickeln. Thüga-Prokurist Dr. Winfried Rasbach, Leiter des Kompetenzcenters Recht, leitet die Arbeitsgruppe „Rechtliche & politische Rahmenbedingungen“ im ODH.

Innerhalb der kommenden vier Jahre soll ein praxistauglicher Standard entwickelt und in Pilotquartieren erprobt werden. Momentan werden in der Thüga Gruppe bereits erste Konzepte für die Umsetzung intelligenter Quartiere erarbeitet. Eines der Pilotprojekte ist das Neubaugebiet „Sandäcker“ in Veitshöchheim, in dem die Energieversorgung Lohr-Karlstadt und Umge-bung die Erschließung mit Blick auf die Entwicklung smarter Systemlösungen für Quartiere begleitet.

Community-Lösungen, beispielsweise in Quartieren, werden sehr schnell einen ausgereiften Zustand erreicht haben. Skalierbare Systemlösungen bieten einen Ansatz zur Verbreitung.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“ These VII. Community-Lösungen (Seite 12).


SW Rostock: Kooperation für modernes Wohnen

Die Stadtwerke Rostock AG und die Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock eG bauen ihre Zusammenarbeit aus.

„Rostock wächst“, meint Stadtwerke-Vorstand Oliver Brünnich, „und dieses Wachstum erfor-dert eine zukunftsorientierte energetische Gestaltung. In der Wärmeversorgung genauso wie bei der sicheren und effizienten Versorgung mit Gas und Strom.“ Nicht nur bei Neubauprojek-ten wollen die Stadtwerke mitwirken, sondern auch helfen, Bestandsobjekte zum Beispiel durch modernes Energiemanagement zu optimieren. „Vieles ist denkbar ‒ von Abrechnungs-dienstleistungen oder Smart Home bis hin zu Mieterstromlösungen. Am besten geht so etwas gemeinsam“, ergänzt Ute Römer, Vorstand der Stadtwerke Rostock, und betont, dass auch andere Unternehmen eingeladen seien, sich daran zu beteiligen. Wünschenswert sei ein inno-vatives Netzwerk zur Daseinsvorsorge für die Hansestadt und für die Menschen in der Regi-on.

„Uns ist wichtig, dass wir mit den Stadtwerken Rostock einen regionalen Partner haben, der unsere Zukunftsvisionen mitträgt. Wir möchten gemeinsam für Rostock und insbesondere für unsere Mitglieder neue Wege beschreiten“, äußert sich Roland Blank von der Wohnungsge-nossenschaft.

Ebenfalls Inhalt des Papiers ist eine Zusammenarbeit beider Unternehmen bei Projekten zu Erneuerbaren Energien, zu Wärmecontracting, Störungsmanagement sowie zu Infrastruktur-lösungen bei der E-Mobilität.
Dies stellt ein Beispiel dafür dar, über Kooperationen in einer Community zukünftig neue Wertschöpfung generieren zu können.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, These VII Community-Lösungen.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiele-SW-Rostock
Die Kooperationsvereinbarung unterzeichneten am 04.12.2018 (von rechts) die Vorstände der Stadtwerke Rostock, Oliver Brünnich und Ute Römer, sowie Roland Blank und Andreas Lübcke, Vorstände der Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock. Quelle: Margit Wild


SW Bad Nauheim: Kalte Nahwärme für Neubaugebiet

Die Stadtwerke Bad Nauheim errichten in einem Neubaugebiet ein kaltes Nahwärmenetz, das neben Wärme auch Kälte liefern soll. Für die Bauherren wurde ein modulares Rundum-Sorglos-Paket geschnürt.

Im örtlichen Neubaugebiet für bis zu 1.000 Einwohner realisieren die Stadtwerke Bad Nauheim ein Leuchtturmprojekt für das Wohnen der Zukunft: Über ein Kollektorfeld in der Größe von zwei Fußballfeldern und ein ausgeklügeltes Rohrsystem wird Erdwärme für Heizung und Warmwasser in den Gebäuden genutzt. „In jedem Haus erhöht eine spezielle Wärmepumpe, die von uns gestellt wird, die Erdwärme auf Wohlfühltemperatur. Das ist sparsam, dezentral und klimaneutral, wenn die Pumpe mit Ökostrom betrieben wird“, fasst Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Drausnigg das Grundprinzip zusammen. Das Wohnquartier erfüllt bereits heute die Vorgaben der Energieeinsparverordnung für Neubauten ab 2020. „Das steigert den Wert der Immobilie und ist ein Beitrag zum Umweltschutz für nachfolgende Generationen“.

Modulares Konzept

Für die Bauherren in Bad Nauheim Süd haben die Stadtwerke ein modulares Versorgungskonzept ausgearbeitet, bestehend aus Hausanschlüssen für Strom, Wasser und Wärme, Wärmepumpe mit Speicher und einem kostenlosen Glasfaseranschluss. Weitere Service-Module sind u.a. eine Solaranlage oder eine Wallbox für das Elektrofahrzeug. Optional können Gebäude mit der Kalten Nahwärme im Sommer auch auf natürliche Weise gekühlt werden – ohne zusätzliche Betriebskosten. Auch die örtlichen Banken sind mit im Boot, sie bieten maßgeschneiderte Finanzierungsangebote für die Bauherren von Bad Nauheim Süd. „Wir verstehen uns als übergreifender Lösungsanbieter für alle Belange rund um die Infrastruktur im Neubaugebiet – deswegen holen wir alle Beteiligten an einen Tisch“, stellte Peter Draunigg fest. Für die Leitungsarbeiten und die Hausanschlüsse für Strom und Wasser seien die Stadtwerke sowieso zuständig, „wieso dann nicht gleich das Rundum-Sorglos-Paket?“

Über das Projekt

Die Stadtwerke Bad Nauheim errichten im Neubaugebiet Bad Nauheim Süd eine innovative Wärmeversorgung: Bei der Kalten Nahwärme wird dem Erdreich über spezielle Kollektoren in einer Tiefe von 1,5 bis 3 Metern Wärme entzogen. Mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen der Stadtwerke, die an jedem Gebäude installiert werden, erhöhen die Vorlauftemperatur des Wassers von etwa 10 Grad auf 55 Grad. Die Kalte Nahwärme kann im Sommer auch „umgekehrt“ funktionieren. Statt zu heizen, können Gebäude damit auch auf natürliche Weise gekühlt werden, so dass die Raumwärme bis zu 7 Grad unter der jeweiligen Außentemperatur liegen kann. Im Vergleich zu klassischen Wärmeversorgungen entstehen keine Wärmeverluste. Weil die Quartierslösung der Stadtwerke im Rahmen eines Wärme-Contractings angelegt ist, gibt es weder zusätzliche Wartungs- noch Unterhaltskosten während der gesamten Vertragslaufzeit. Hinzu kommt eine Preisgarantie bis 2026 für die abgenommene Wärme.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, in einem Quartier vielversprechende Geschäftsmodelle aufzubauen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These VII Community-Lösungen.


Entega: Intelligente Heizkörperthermostate senken Energiekosten

Die Gemeinde Fischbachtal hat ihr Rathaus mit intelligenten, selbstlernenden Heizkörperthermostaten ausgestattet, die zu dauerhaften Energieeinsparungen führen sollen. Das neue System zur Steuerung der Heizkörper sorgt dafür, dass die Räume nur dann beheizt werden, wenn Mitarbeiter sie nutzen. Das Pilotprojekt wird von Entega gemeinsam mit dem Start-up vilisto umgesetzt, das Ende des vergangenen Jahres den Entega-Wettbewerb „Best-of-X“ für junge Gründer gewonnen hatte.

In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit Entega und vilisto wurden Ende März 2019 im Rahmen der Initiative „Smart Region Rhein-Main-Neckar“ die Heizkörperthermostate im Rathaus in Fischbachtal ausgetauscht. „Ich freue mich, dass wir in Zusammenarbeit mit Entega als erste Pilotkommune in der Region die Möglichkeit bekommen, die neuen intelligenten Thermostate an unserer Heizungsanlage im Rathaus zu erproben. Wir erhoffen uns damit nachhaltige Energieeinspareffekte im Wärmebereich und wollen damit auch Vorbild für weitere Kommunen in der Region sein“, sagt Fischbachtals Bürgermeister Philipp Thoma.

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-Entega.JPG
(v.l.:) Christian Brase (vilisto), Philipp Thoma (Bürgermeister Fischbachtal), Stefanie Horchler (Entega AG), Birgit Röder (Gemeinde Fischbachtal) haben allen Grund zur Freude: Die Heizungsanlage im Rathaus spart dank smarter Thermostate Energie. Quelle: Entega

Die neuen Thermostate verfügen über integrierte Anwesenheitssensoren, die erkennen, ob ein Raum zum aktuellen Zeitpunkt genutzt wird. Ist das nicht der Fall, wird die Temperatur automatisch abgesenkt. So wird ohne großen Aufwand Energie gespart. Mit Hilfe selbstlernender Algorithmen und lokaler Wetterdaten werden die Heizkörper zudem vorausschauend gesteuert, so dass die Räume rechtzeitig zu Arbeitsbeginn auf die erforderliche Temperatur beheizt sind. „Das Heizen von Bürogebäuden und Bildungseinrichtungen geschieht aktuell wahnsinnig ineffizient. Wir heben diese Einsparpotenziale mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und freuen uns, gemeinsam mit Entega und der Gemeinde Fischbachtal einen wirkungsvollen Beitrag zum lokalen Klimaschutz zu leisten“, sagt Christian Brase, Mitgründer von vilisto. Das Unternehmen aus Hamburg wurde 2016 gegründet und beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, mit Kooperationen innovative Angebote und Dienstleistungen anbieten zu können. 

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These V Kooperationen und Paket-Angebote.


enviaM: Energiemanagement-System für Kommunen

enviaM will Kommunen in Ostdeutschland mit einem neuen Energiemanagement-System unterstützen. Energieverbrauch, -kosten und -emissionen werden genau erfasst, so dass die Energieversorgung sehr viel effizienter und effektiver betrieben werden kann.

Das online gestützte Energiemanagement-System wurde vom INM Institut für Nachhaltigkeitsanalytik und -management entwickelt und ist auf die Digitalisierung im Messwesen zugeschnitten. Die Zählerstände kommunaler Liegenschaften können von den intelligenten Messsystemen, die künftig in allen Städten und Gemeinden Standard sein werden, direkt in das Energiemanagement-System für die Ermittlung des Stromverbrauchs übertragen werden. Das aufwendige monatliche Ablesen der Zählerstände entfällt damit.

„Mit unserem Energiemanagement-System erhalten Städte und Gemeinden alle wichtigen Energie-Informationen auf einen Blick. Es gibt zudem Handlungsempfehlungen, mit denen sie Verbrauch, Kosten und Emissionen sofort senken können. So einfach geht kommunaler Klimaschutz heute“, verdeutlicht Dr. Andreas Auerbach, enviaM-Vorstand Vertrieb, die Vorteile.

Das neue Angebot ist für alle Kommunen geeignet. Es bildet die ideale Grundlage für die Einführung eines kommunalen Energiemanagement-Systems nach ISO EN 50.001. Für die Einrichtung des Energiemanagement-Systems können Städte und Gemeinden eine finanzielle Förderung beim Bundesumweltministerium im Rahmen der sogenannten „Kommunalrichtlinie“ beantragen. enviaM bietet Städten und Gemeinden an, das Produkt 90 Tage lang kostenlos zu testen.

„Unser Energiemanagement-System wird bereits erfolgreich von Kommunen eingesetzt, mit denen wir gemeinsam Energieeffizienznetzwerke gegründet haben. Sie machen damit sehr gute Erfahrungen und möchten es in ihrem Energiealltag nicht mehr missen“, betont Auerbach.

Nähere Informationen sind auf der Internetseite https://enviam.klimastrategie.de abrufbar.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten für digitale Services dar. 

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These III Digitalisierte und automatisierte Standardprozesse.


innogy zeigt Möglichkeiten smarter Straßenlaternen in Essen

Die Infrastruktur für die Stadt der Zukunft. Multifunktionsleuchten unterstützen die Digitalisierung in den Kommunen und bieten Bürgern vielfältige Angebote

In unmittelbarer Nähe des Essener Hauptbahnhofs zeigt innogy die Straßenbeleuchtung der Zukunft. Auf dem Vorplatz der Kruppstraße 5 hat der Energieversorger drei neue Multifunktionsleuchten, sogenannte Smart Poles, errichtet. Sie können mehr als nur Licht in der Dunkelheit stiften. Sie dienen zukünftig als WLAN-Router und Ladesäule für Elektroautos und sie erheben Bewegungsströme, Umweltdaten sowie die Auslastung von Parkflächen. Möglich macht das das Zusammenspiel aus innovativer Technik und Sensorik. Die neuen Beleuchtungsmasten nahmen Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Hildegard Müller, Vorstand für Netz & Infrastruktur bei der innogy SE, am 27. Februar 2019 in Betrieb.

Thomas Kufen zeigte sich begeistert von der Technik: „Ich freue mich, dass innogy diese innovative Technik hier in Essen einsetzt. An dieser Testphase sind wir als Stadt sehr interessiert. Die Smart Poles sind ein Beitrag zur Digitalisierung der Stadt und der bestehenden Infrastruktur. Damit wird Essen also ‚smarter‘. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Standortfaktor für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Wirtschaft. Wir wollen die Stadt Essen als Innovationsstandort langfristig stärken, die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle.“

Plus_Energievertrieb-10-Thesen-Praxisbeispiel-innogy-strassenlaternen.jpg
Hildegard Müller, Vorstand für Netz & Infrastruktur der innogy SE, und Oberbürgermeister von Essen Thomas Kufen

Hildegard Müller sagte: „Mit den Smart Poles zeigen wir die Infrastruktur für die Stadt der Zukunft. Hier in Essen testen wir den Einsatz der intelligenten Straßenbeleuchtung und wollen das Konzept auf dieser Grundlage weiterentwickeln. innogy bietet die Smart Poles als modulares System an. Je nach Standort und Vorgaben können die intelligenten Lichtmasten einiges, was für die Digitalisierung des öffentlichen Raumes als Grundfunktion erforderlich ist: Ladestrom für Autos liefern, ein WLAN-Netz spannen oder per Bildschirm Informationen liefern. So wollen wir den Bürgern ermöglichen, die Digitalisierung zu nutzen. Wir wollen ihr Leben erleichtern und ihnen einen Mehrwert stiften.“

innogy ist Betreiber von mehr als einer Million Leuchtpunkten in Europa und verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Straßenbeleuchtung in städtischen und ländlichen Gebieten. Diese Kompetenz nutzt innogy, um die intelligente Straßenbeleuchtung voran zu treiben. Erste Pilotprojekte wurden bereits in Bochum, Traben-Trabach und Erndtebrück gestartet.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, in vielversprechende Geschäftsmodelle für die Zukunft zu testen und aufzubauen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These IV Datenquellen, Datenschutz und Datensicherheit (Seite 9) und These X Mobilitätskonzepte (Seite 15).


EWE investiert in digitale Messdienste

Die Zukunft gehört automatisierten und digitalen Angeboten, die Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten und ohne großen Aufwand umzusetzen sind. Ein großes Geschäftsfeld für die Digitalisierung stellen Verbrauchsdaten in Wohnungen und Einfamilienhäusern dar. So gewinnt das sogenannte Submetering immer mehr an Bedeutung für Stadtwerke und Energieversorger. In diesem Bereich ist das Cleantech-Start up Comgy tätig und bietet konsequent an Kundenbedürfnissen ausgerichtete individualisierte Produkte und Services.

Die EWE AG aus Oldenburg beteiligt sich nun an Comgy, um dieses Geschäftsfeld gezielt weiter auszubauen und vorhandene Kompetenzen zu erweitern. Insbesondere im Zusammenhang mit dem bereits durch EWE gestarteten Smart Meter-Rollout ergeben sich neue Geschäftsmodelle und Möglichkeiten, zusätzliche Erträge zu erwirtschaften.

Durch die Bündelung von Kompetenzen kann EWE in diesem Bereich kompakte und maßgeschneiderte Lösungen anbieten. So kann eine smarte und automatisierte Übernahme der Heizkostenabrechnung neue Ertragsmöglichkeiten generieren und direkte Mehrwerte schaffen. Ziel ist es, dass Wohnungswirtschaften gemeinsam mit Energie- und Telekommunikationsanbieter den Markt der Messdienstleister mit innovativen und effizienten Methoden in neuer Weise bedienen.

Dr. Urban Keussen, Vorstand Technik der EWE AG, begründet das Engagement der EWE AG: „Energie, Telekommunikation und Wohnungswirtschaft rücken zunehmend enger zusammen, um die Kundenbedürfnisse in einer digitalisierten Welt bestmöglich zu befriedigen. EWE sieht das Engagement bei Comgy als einen wichtigen Schritt für ein partnerschaftliches Zusammenarbeiten."

Comgy ist für EWE die optimale Chance, um neben Ablesen und Abrechnen über das Smart Meter-Gateway das Submetering als zusätzliche Leistung zu erbringen und somit neue Geschäftsfelder zu erobern. Neben EWE ist auch die Deutschen Wohnen und SIGNA Innovations an Comgy beteiligt.

Dies stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, neue vielversprechende Geschäftsmodelle aufzubauen.

Siehe auch „10 Thesen zum Energievertrieb – Perspektiven und Handlungsfelder“, insbesondere These III Digitalisierte und automatisierte Standardprozesse (Seite 8) und These IV Datenquellen, Datenschutz und Datensicherheit (Seite 9).



Suche

Anmelden für BDEW plus