Gas, Wasserstoff und Biogas sollen im deutschen Energiesystem einen zentralen Beitrag zur Transformation hin zum politischen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 leisten. Erdgas bleibt in der Übergangsphase ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung, soll langfristig jedoch weitgehend durch Wasserstoff, dessen Derivate und Biomethan ersetzt werden. Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase sind insbesondere für schwer elektrifizierbare Bereiche der Industrie, des Verkehrs sowie zur Absicherung der Strom- und Wärmeversorgung vorgesehen.
Das geplante Wasserstoff-Kernnetz soll bis 2032 eine zentrale Infrastruktur für den Markthochlauf schaffen. Der BDEW fordert dafür verlässliche und investitionsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen, den Ausbau grenzüberschreitender Infrastrukturen sowie geeignete Speicher, damit erneuerbare und kohlenstoffarme Gase Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz unterstützen können.
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Für die Transformation Deutschlands hin zum politischen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 braucht es erneuerbare und kohlenstoffarme Gase. In der Übergangsphase bleibt jedoch auch Erdgas ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung. Um die Energiewende erfolgreich zu gestalten, müssen daher schon heute die richtigen Weichen gestellt werden.
Gase leisten einen zentralen Beitrag zur sicheren Energieversorgung, stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland und sind unverzichtbar für eine erfolgreiche Transformation. Erdgas bleibt absehbar ein wichtiger Pfeiler der Energieversorgung. Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase wie Wasserstoff und seine Derivate sowie Biogas übernehmen zunehmend eine Schlüsselrolle als Energieträger, Speicher und für den Energietransport.
Die Nutzung fossilen Erdgases wird bis 2045 weitgehend entfallen. An seine Stelle treten Wasserstoff, seine Derivate sowie Biomethan, die das Energiesystem künftig prägen werden. Dieses System basiert auf einem Zusammenspiel von strom- und gasbasierten Technologien. Damit die Transformation bis 2045 gelingt, muss sie deutlich beschleunigt werden.
Im Zuge der Transformation werden sich die Verwendungsbereiche von Gasen bzw. Molekülen ändern. Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase werden vor allem in den schwer elektrifizierbaren Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise in Teilen von Industrie und Gewerbe (zum Beispiel Ammoniak, Stahl), Verkehr (zum Beispiel Flug-, Schiffs- und Schwerlastverkehr) sowie zur Absicherung der Strom- und Wärmeversorgung.
Woher kommt unser Erdgas?
Im Jahr 2025 stammte knapp die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus Norwegen - und das mit großer Zuverlässigkeit. Das Land wird auch künftig der wichtigste und größte Lieferant bleiben.
Darüber hinaus wurde rund ein Drittel des verbrauchten Gases über folgende Grenzübergangspunkte importiert:
- Niederlande
- Belgien
- Frankreich
- Dänemark
Dabei handelt es sich größtenteils um LNG (Liquefied Natural Gas, verflüssigtes Erdgas), das über Terminals in den Nachbarländern angelandet und nach Deutschland weitergeleitet wird. Nach Angaben der EU-Kommission kamen im Jahr 2024 rund 45 Prozent der europäischen LNG-Importe aus den USA. Afrika und der Mittlere Osten haben ebenfalls einen hohen Anteil an den LNG-Importen.
Fest steht: Sowohl die Gasmärkte in Deutschland und Europa als auch der globale LNG-Markt sind von hohem Wettbewerb geprägt. Seit der Abkopplung der europäischen Gasversorgung von russischem Pipelinegas bezieht Deutschland mehr LNG über den Weltmarkt. Das führt allerdings auch zu mehr Wettbewerb, beispielsweise mit Ländern in Asien, die ebenfalls LNG einkaufen. Zudem bestehen Unsicherheiten aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten oder hinsichtlich der US-amerikanischen LNG-Mengen und der Entwicklungen in der Handelspolitik.
Marktmechanismen sichern die Energieversorgung
Der europäische Energiebinnenmarkt spielt eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Die Marktmechanismen des freien Handels sind Garanten für eine bezahlbare und sichere Energieversorgung. Diese gilt es auch in Krisenzeiten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Hoheitliche staatliche oder supranationale Eingriffe dürfen nur als Ultima Ratio eingesetzt werden, andernfalls wirken sie kontraproduktiv.
Gleichzeitig sollte verstärkt auf den Ausbau grenzüberschreitender Infrastrukturen gesetzt werden, um die Vorteile des gemeinsamen EU-Energiebinnenmarkts in Zukunft noch besser nutzen zu können. Für eine resiliente Gasversorgung in Europa und Deutschland braucht es:
- verbesserte Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für die Beschaffung an internationalen Märkten und
- einen besseren Umgang mit den beispiellosen Unwägbarkeiten und geopolitischen Krisen.
Aufgabe des Staates ist es, verlässliche Rahmen- und Ausgangsbedingungen zu schaffen, die einen funktionierenden Gasmarkt und Wettbewerb erlauben. Dazu gehören realistische Szenarien zur Gasnachfrage sowie ein klares Bekenntnis zu Erdgas und LNG. Nur so können europäische Importeure langfristig als verlässliche Partner gegenüber Lieferländern auftreten und sich im globalen Wettbewerb behaupten.

