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Erneute Überzeichnung der Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen

Einem Ausschreibungsvolumen von 2.295 Megawatt (MW) standen 532 eingereichte Gebote mit einem Volumen von 4.622 MW gegenüber.

Photovoltaikanlage mit Windräder

© elxeneize / shutterstock

 

Am 12. Mai hat die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde des Jahres 2026 für PV-Freiflächenanlagen (erstes Segment) veröffentlicht. Wie die vorangegangenen Runden ist auch diese Ausschreibung wieder deutlich überzeichnet: Es wurden Gebote mit der doppelten Leistung des ausgeschriebenen Volumens eingereicht. Die Ergebnisse zeigen die Attraktivität von PV-Freiflächenprojekten für die Branche und bestätigen den Bedarf für höhere Ausschreibungsvolumina in diesem Segment, wie sie im Gesetzesentwurf zum EEG 2027 vorgesehen sind.

Ausschreibungsergebnisse der BNetzA

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hatte 2.295 Megawatt (MW) für PV-Freiflächenanlagen und Solaranlagen auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind, ausgeschrieben. Eingereicht wurden 532 Gebote mit einer Gesamtleistung von 4.622 MW. Einen Zuschlag erhielten 268 Gebote mit einem Umfang von 2.299 MW. 39 Gebote wurden ausgeschlossen. Mit 4,94 ct/kWh liegt der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert leicht unter dem Wert der Vorrunde in Höhe von 5 ct/kWh. Wie in den vorherigen Gebotsrunden auch, entfiel mit über 1.000 MW das größte Zuschlagsvolumen auf Projekte auf Randstreifen an Autobahnen oder Schienenwegen, gefolgt von Acker- und Grünlandflächen mit noch 760 MW. Die höchste Zuschlagsmenge erhielten Gebote für Standorte in Bayern (693 MW), mit deutlichem Abstand folgen Standorte in Niedersachsen (340 MW) und Baden-Württemberg (333 MW).

Ausbaudynamik weiter erhalten

PV-Freiflächenanlagen haben sehr niedrige Stromgestehungskosten, wie die konstant niedrigen Zuschlagswerte erkennen lassen. Die eindeutige Überzeichnung in dieser ersten Gebotsrunde 2026 verdeutlicht, dass die Solarbranche bereit für Investitionen in die Energiewende ist. Dieses Engagement gilt es nun gezielt zu unterstützen. Insofern unterstreichen die vorliegenden Ergebnisse zudem die Relevanz der im Gesetzesentwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Anhebung der Ausschreibungsmengen für Freiflächen-PV. Erwartet wird eine Anhebung des Ausschreibungsvolumen für Solaranlagen des ersten Segments auf 14.000 MW für die Jahre 2027 bis 2032 anstelle der laut EEG 2023 bisher geplanten jährlichen 9.900 MW bis 2029. Die Überzeichnung der März-Ausschreibungsrunde deutet darauf hin, dass die erhöhten Mengen auch künftig vollständig ausgeschöpft werden dürften.

Der BDEW begrüßt diese voraussichtliche Anhebung, die der notwendigen Stärkung der kostengünstigen PV-Freiflächenanlagen Rechnung trägt. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass Gebote in Auktionen aufgrund der vorgesehenen Umstellung auf den zweiseitigen CfD wieder steigen werden. Um den Zubau nicht zu gefährden, sollte eine Anhebung des Höchstwertes für das erste Segment in Betracht gezogen werden.

Auch der Netzausbau muss berücksichtigt werden

Damit der PV-Zubau stark vorangeht und in das Gesamtsystem integriert wird, ist parallel zu den erhöhten Ausschreibungsmengen auch ein ambitionierter Netzausbau und Zubau von netzdienlichen Batteriespeichern zentral. Entscheidend ist daher, dass die Ausschreibungsvolumina auch im Netzpaket berücksichtigt werden und eine kluge Reform des Netzanschlussregimes eine wirtschaftliche Integration der PV-Leistung und -Strommengen in das Energiesystem ermöglicht.

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