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Primärenergieverbrauch Deutschlands im 1. Halbjahr 2019 weiterhin rückläufig

Der Primärenergieverbrauch lag im 1. Halbjahr des Jahres mit 6.536 Petajoule 1,7 Prozent unter seinem Vorjahreswert. Vor allem der Verbrauch von Braun- und Steinkohle ging stark zurück. Zuwächse konnten die Erneuerbaren (+4,0 Prozent), Erdgas (+2,9 Prozent) und Mineralöl (+1,3 Prozent) verbuchen. Ohne den verbrauchssteigernden Effekt der Witterung hätte der Rückgang nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ca. 2 Prozent betragen.

Der Erdgasverbrauch nahm in den ersten sechs Monaten 2019 effektiv um 2,9 Prozent auf 356 Mrd. kWh zu. Nachdem die zu milden Monate Februar und März den Erdgasverbrauch zunächst hatten sinken lassen, wurde aufgrund der kühlen Temperaturen im April und auch im Mai mehr Erdgas für Wärmezwecke eingesetzt. Der vor allem im 2. Quartal gestiegene Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung trug ebenfalls zum Verbrauchsanstieg bei. Erdgas deckte den Primärenergieverbrauch in Deutschland im 1. Halbjahr 2019 zu 26,7 Prozent.

Der Stromverbrauch (einschließlich Speicherdifferenz und Netzverluste) betrug im Berichtszeitraum 276 Mrd. kWh und ging damit um 1,6 Prozent zurück. Hauptursache für diese Entwicklung ist die konjunkturelle Abkühlung im 1. Halbjahr 2019.

Die Kernkraftwerke erzeugten von Januar bis Juni 2019 mit 36,6 Mrd. kWh in etwa so viel Strom wie im Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 36,7 Mrd. kWh). Der Anteil der Kernenergie an der Deckung des Primärenergieverbrauchs beträgt für das 1. Halbjahr 6,1 Prozent.

Der Stromaustauschsaldo Deutschlands mit seinen Nachbarländern zeigte sich zum zweiten Mal in Folge in der ersten Jahreshälfte rückläufig. Betrug er im Jahr 2018 noch 23,9 Mrd. kWh, so waren es 2019 nur noch 21,1 Mrd. kWh.

Der Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Deckung des Primärenergieverbrauchs im 1. Halbjahr 2019 betrug 994 PJ. Ihr Anteil stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,0 Prozent auf 15,2 Prozent.

Der Mineralölverbrauch stieg um 1,3 Prozent. Für diese Entwicklung waren in erster Linie die Aufstockung der Heizölvorräte bei den Verbrauchern als auch ein gestiegener Absatz an Flugkraftstoff verantwortlich.

Der Verbrauch von Steinkohle sank im 1. Halbjahr 2019 um 15,1 Prozent. Während der Einsatz in Kraftwerken der öffentlichen Versorgung und der Industrie um 22 Prozent zurückging, gab es bei den Lieferungen an die Stahlindustrie einen Rückgang um 4,4 Prozent.

Der Verbrauch von Braunkohle nahm in den ersten sechs Monaten 2019 um 18,4 Prozent ab. Dieser kräftige Rückgang hat vor allem vier Ursachen: Die gestiegene Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien, die Überführung weiterer Braunkohlenkraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft, eine größere Zahl von Kraftwerksrevisionen sowie die Auswirkungen des Rodungsstopps im Hambacher Forst auf die Braunkohlenförderung.

Detaillierte Angaben zum Primärenergieverbrauch in Deutschland finden sich auf der Website der AG Energiebilanzen.


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