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Wärmewende wird vor Ort gemacht

Auch im Gebäudesektor müssen die Emissionen reduziert werden. Das Lösungsspektrum für die Wärmewende ist sehr vielfältig. Der BDEW zeigt in seinen Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode, wie der Gebäudesektor klimaneutral werden kann.

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© BDEW

Wärme ist unverzichtbarer, selbstverständlicher Bestandteil des Wohlfühlens im eigenen oder gemieteten Zuhause. Die Wärmewende betrifft daher jeden Menschen direkt und ist damit ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Klimaneutralität. Bis 2030 müssen die Emissionen von heute 118 Millionen Tonnen auf 67 Millionen Tonnen sinken.

Das Lösungsspektrum für eine erfolgreiche Wärmewende reicht von wachsender Effizienz über die Ertüchtigung von Heizkesseln für klimaneutrale Gase bis hin zur immer grüner werdenden Fernwärme. Gleichzeitig macht genau diese Vielfalt an Akteuren, Energieträgern und Möglichkeiten eine wirksame, sozialverträgliche Wärmewendepolitik zu einer besonderen Herausforderung.

Bereits 31 Prozent der Fernwärme werden klimaneutral mit Erneuerbaren Energien, Abwärme oder Abfallverwertung erzeugt. Der BDEW appelliert in seinen Handlungsempfehlungen, diesen Anteil beständig wachsen zu lassen und eine größere Vielfalt CO₂-neutraler Energiequellen einzuschließen: Klimaneutrale Gase, Öko-Strom (Power-to-Heat), vielfältige Abwärmequellen, Solar- und Geothermie sowie Umweltwärme aus Groß-Wärmepumpen werden auf unterschiedliche Arten kombiniert, je nach örtlichen Potenzialen und Gegebenheiten.

Zusätzlich sollte die Überprüfung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Jahr 2023 genutzt werden, um der Nutzung und Erzeugung Erneuerbarer Energien im Gebäudebereich einen zusätzlichen Schub zu verleihen. Wichtigstes Instrument für die Transformation der Wärmenetze ist eine langfristig ausreichende Finanzierung für die Bundesförderung Effiziente Wärmenetze (BEW) sowie die umfassende Berücksichtigung klimaneutraler Brennstoffe in der Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG).

„Klimaschutz im Gebäudebestand wird durch einen Mix aus Erneuerbaren, innovativer Systemtechnik, Nutzung vorhandener Infrastrukturen und Effizienz bezahlbar gemacht.“
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung

Wärmewende in der Praxis

Die Stadtwerke Heidelberg zeigen mit Ihrem Projekt der „Thermoskanne“, dass regenerative Wärme schon heute funktionieren kann. Der 20.000-Liter-Großwärmespeicher erleichtert die Integration von Erneuerbaren Energien und funktioniert wie eine überdimensionale Thermoskanne: Wasser aus dem Fernwärmenetz wird dort eingelagert und bei Bedarf wieder eingespeist.

Doch auch auf dem 20 Hektar großen Lagarde-Quartier im Bamberger Osten entsteht ein zukunftsweisendes Energiekonzept: Inmitten der Stadt werden 70 Prozent der benötigten Wärme für 1.200 Familien, Kultureinrichtungen und Gewerbeflächen für rund 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regenerativen Quellen erzeugt, die direkt auf dem Gelände liegen.

Mehr zu den Projekten erfahren Sie auch auf unserer Best-Practice-Seite.

Beim diesjährigen BDEW Kongress 2021 ist das Thema Wärmewende ebenfalls präsent. Seien Sie dabei und diskutieren Sie in Plena wie „Stadt, Land, Wärmewende: Lösungen für eine klimaneutrale Zukunft“ mit weiteren Expertinnen und Experten aus der Energiebranche über die Zukunft der Wärmeversorgung. Melden Sie sich an unter www.bdew-kongress.de.

Erfahren Sie mehr über die Forderungen der Energiewirtschaft für die kommende Bundesregierung auf unserer Webseite. Dort finden Sie auch die BDEW-Broschüre „Energie macht Zukunft“ sowie ein Poster zum „Weg zur Klimaneutralität“ zum Download.

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