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Neues Projekt:

BDEW arbeitet an Branchenlösung für Redispatch 2.0

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat sein Projekt Redispatch 2.0 gestartet, in dem eine Branchenlösung für die Durchführung von Netzengpassmanagementmaßnahmen in Deutschland erarbeitet wird.

„Zukünftig sollen Netzengpässe über alle Netzebenen hinweg unter Einbezug aller wesentlichen Energieanlagen effizient behoben werden. Hierzu brauchen wir einheitliche Prozesse in der Branche, die weitgehend automatisiert ablaufen können. Ganz zentral ist dabei die enge Zusammenarbeit der Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreiber unter Mitwirkung der betroffenen Anlagenbetreiber“, erklärte Andrees Gentzsch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung im BDEW. „Gut ist, dass Verteilnetzbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber im BDEW bereits seit dem letzten Jahr in gemeinsamen Arbeitsgruppen Vorarbeit geleistet haben auf denen wir aufsetzen können.“

Bis Ende 2019 werden insbesondere die Prozesse zur Koordination des Engpassmanagements zwischen den Netzbetreibern sowie zwischen den Netz- und Anlagenbetreibern festgelegt, der notwendige zusätzliche Datenbedarf und Datenaustausch definiert sowie die Regelungen für den bilanziellen Ausgleich und die Abrechnung erarbeitet.

„Uns als BDEW ist es dabei wichtig, transparent und möglichst frühzeitig mit Betroffenen und Stakeholdern/Verbänden zu kommunizieren. Dazu gehört für uns neben dem Dialog mit den Regulierungsbehörden insbesondere auch die frühzeitige Ansprache und Information kleiner und mittlerer Netzbetreiber sowie die enge Verzahnung mit Projekten wie Connect+, in dem auf Basis der im Verband erarbeiteten Rahmenbedingungen die praktische Umsetzung geprobt werden soll. Gerade im Bereich der Verteilnetze werden neue Prozesse etabliert.“

Zum Hintergrund:

Stromnetzbetreiber sind nach dem Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, für die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Elektrizitätsversorgung in ihrem Netz zu sorgen (§§ 13, 14 EnWG). Das zum Mai 2019 in Kraft getretene Netzausbaubeschleunigungsgesetz enthält neue Vorgaben für das Management von Netzengpässen, die von den Netzbetreibern zum 01.10.2021 umgesetzt sein müssen. Ab diesem Zeitpunkt sollen insbesondere auch Erneuerbaren Energien Anlagen und KWK-Anlagen ab 100 kW in den sogenannten Redispatch einbezogen werden. Dieses Regime galt bisher nur für konventionelle Großkraftwerke ab 10 MW. Die Neuregelungen sehen zum einen einen über alle Netzebenen (Übertragungsnetze, Verteilnetze) koordinierten Optimierungsprozess zum Netzengpassmanagement vor, zum anderen enthalten Sie Mitwirkungspflichten von EE- und KWK-Anlagen. Diese neuen Regelungen lösen das bisherige Einspeisemanagement ab und beruhen stärker auf Plandaten und Prognosen.

Übertragungsnetzbetreiber und Verteilnetzbetreiber haben im BDEW bereits in 2018 ein gemeinsames Verständnis zur Bewältigung der zukünftigen Aufgaben entwickelt:

Diskussionspapier Netzbetrieb 2.0

Im BDEW sind die Übertragungsnetzbetreiber und Verteilnetzbetreiber aller Größenklassen und Spannungsebenen organisiert. Die Stromnetzbetreiber im BDEW stehen für 95% des deutschen Stromnetzes. Daneben sind im BDEW alle wesentlichen Gruppen von Energieerzeugungsanlagenbetreibern (Großkraftwerksbetreiber, Betreiber von Erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen), Speicherbetreiber und Direktvermarkter organisiert.

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